Entsorgung der Weihnachtsbäume
Die Tanne darf auch in die Tonne

Drensteinfurt/Rinkerode/Walstedde -

Das Fest ist vorbei, die Weihnachtsbäume sollen weg. Doch wohin? Die sonst von den Jugendfeuerwehren durchgeführten Sammlungen finden dieses Jahr nicht statt. Doch es gibt andere Möglichkeiten.

Donnerstag, 07.01.2021, 08:25 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 09:15 Uhr
In Walstedde und Ameke sammelt die Fortuna die Weihnachtsbäume ein.
In Walstedde und Ameke sammelt die Fortuna die Weihnachtsbäume ein. Foto: Klaus Meyer

Mehrere Wochen haben sie die Wohnzimmer der Menschen geschmückt. Viele Bürger hatten sich in diesem Winter schon eher als sonst ihren Weihnachtsbaum ins Haus geholt, um im tristen Corona-Lockdown noch mehr adventliche Behaglichkeit ins eigene Zuhause zu zaubern. Doch jetzt haben sie ausgedient und sollen weg. Nur wohin mit den alten Tannen?

Bequem ist dies in den vergangenen Jahren für deren Besitzer vonstatten gegangen, denn in Drensteinfurt und Rinkerode haben sich die Jugendfeuerwehren, unterstützt von Helfern der aktiven Wehr, um das Einsammeln gekümmert. In Walstedde sorgt stets die Fortuna dafür, dass die Bäume abgeholt werden. Mit den Spenden haben die Ehrenamtlichen ihre „Vereinskassen“ aufbessern können.

Doch in diesem Jahr ist alles anders. Die geltenden Corona-Regeln machen ein sicheres Einsammeln schwierig, ganz ohne Kontakte geht es nicht. Und die Wehr sei in diesen Zeiten eben angehalten, sich auf das konkrete Einsatzgeschehen zu konzentrieren, betont Bürgermeister Carsten Grawunder auf Anfrage unserer Zeitung. Man könne es schlicht nicht riskieren, wenn plötzlich mehrere Mitglieder unter Quarantäne gestellt oder gar erkranken würden. „Die Feuerwehr darf uns nicht wegbrechen“, betont er.

Deshalb werden die Jugendfeuerwehren ihre Aktion in diesem Januar nicht durchführen. In Walstedde und Ameke findet am Samstag, 9. Januar, die traditionelle Tannenbaum-Sammelaktion der Fortuna wie geplant stattfinden. „Nach Absprache mit dem Ordnungsamt dürfen wir die Sammlung unter strengen Auflagen durchführen“, heißt es in einer Mitteilung des Sportvereins. „Wir bitten darum, dass die Bevölkerung ihre Tannenbäume ab 9 Uhr nach draußen legt, damit sie kontaktlos abgeholt werden können.“ Wer sich mit einer Spende für den Service bedanken möchte, der sollte dies möglichst kontaktlos tun – etwa durch einen an den Baum gehefteten Umschlag.. 

Bürger haben zwei Möglichkeiten

Die Bürger in Drensteinfurt und Rinkerode haben, um das weihnachtliche Grün loszuwerden, nun zwei Möglichkeiten, wie Hans-Ulrich Herding von der Stadtverwaltung erklärt. Nach Rücksprache mit der Abfallwirtschaftsgesellschaft (AWG) des Kreises Warendorf dürfen die Tannen über die Biotonne entsorgt werden. Dafür müssen sie zuvor zerkleinert werden. „Das geht ganz gut mit einer Gartenschere“, spricht Herding aus Erfahrung. Lediglich für den dicken Stamm brauche es möglicherweise eine Astsäge. Bäume von einem oder anderthalb Metern Höhe hätten so problemlos Platz in der Tonne. „Bei größeren Bäumen muss man die Entsorgung dann eventuell über zwei Abfuhrtermine strecken“, rät Hans-Ulrich Herding.

Wer über eine Transportmöglichkeit verfügt, der kann seinen Weihnachtsbaum auch zum Wertstoffhof bringen. Die AWG berechnet die Entsorgung anhand ihrer üblichen Gebührenordnung: Pro 500 Liter Grünabfall – das entspricht in etwa einer Kofferraumladung – werden drei Euro fällig. Seine Idee, eine Pauschale pro Baum festzulegen, habe die AWG nicht umsetzen können, so Herding. Denn die Gesellschaft, die fast für den gesamten Kreis Warendorf zuständig ist, wollte die Kosten an allen Standorten einheitlich belassen.

Lohnunternehmen in Ahlen im Einsatz

In der Nachbarstadt Ahlen werden erstmals seit Langem wieder Lohnunternehmen eingesetzt, um die Bäume in den Straßen einzusammeln. In den vergangenen Jahren war das ebenfalls die Aufgabe von Freiwilligen aus Vereinen und Institutionen. „Das ist aber wegen der Kontaktbeschränkungen diesmal leider nicht möglich“, sagt Bernd Döding, Leiter der Ahlener Umweltbetriebe (AUB). „Trotzdem möchten wir eine haushaltsnahe Entsorgung der Bäume ermöglichen und haben daher Lohnunternehmen beauftragt, die Bäume abzuholen.“ Beginn der Sammlung ist am kommenden Samstag. Die Abgabe am städtisch betriebenen Wertstoffhof am Ostberg ist bis zum 16. Januar kostenlos möglich.

Eine solche Alternative kann die Stadt Drensteinfurt ihren Bürgern mit Blick auf die entstehenden Zusatzkosten nicht bieten. In diesem Jahr müssten also einmal kreative Lösungen her, so Carsten Grawunder. Auf nachbarschaftliche Hilfe bei Zerkleinerung oder Transport setzt auch Hans-Ulrich Herding. Und im nächsten Jahr laufe dann hoffentlich alles wieder so wie gewohnt, meint der Bürgermeister.

Der Wertstoffhof

neDer Wertstoffhof im Gewerbegebiet Viehfeld ist dienstags von 16 bis 18 Uhr und samstags von 8 bis 12 Uhr geöffnet. Einen verstärkten Andrang können die AWG-Mitarbeiter dort schon seit einigen Wochen beobachten. Auch im zweiten Lockdown hätten wohl viele wieder mehr Zeit zum Ausmisten, vermutet man dort. Am Dienstag hatte sich schon vor Öffnung eine lange Autoschlange gebildet, denn in Corona-Zeiten ist die Zufahrt reglementiert, damit sich an den Containern nicht mehrere Personen gleichzeitig aufhalten. Die ersten Weihnachtsbäume seien auch schon angeliefert worden. Den Großteil erwarten die Mitarbeiter allerdings erst jetzt nach dem Dreikönigsfest.

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