Land NRW fördert Anschaffung
Drohnen retten Rehkitzen das Leben

Münsterland -

Immer wieder geraten Rehkitze in das Schneidwerk von landwirtschaftlichen Maschinen. Um das in Zukunft zu verhindern, sollen Drohnen zum Einsatz kommen. Das NRW-Landwirtschaftsministerium fördert das.

Mittwoch, 03.02.2021, 19:00 Uhr aktualisiert: 03.02.2021, 19:08 Uhr
In Münster werden Drohnen zur Suche nach Rehkitzen bereits getestet, erklärt Landwirt und Jäger Hugo Hölken (Mitte).
In Münster werden Drohnen zur Suche nach Rehkitzen bereits getestet, erklärt Landwirt und Jäger Hugo Hölken (Mitte). Foto: Renée Trippler

Wenn Gefahr droht, ducken sich Rehkitze. Der sogenannte „Drückinstinkt“ sorgt dafür, dass die Kitze reglos auf dem Boden verharren anstatt zu flüchten, wenn ihnen Gefahr droht. Das ist nützlich, wenn ein Fuchs kommt, weil er die Tiere dann nicht sieht – gegen einen Ackerschlepper aber hilft das nicht. Immer wieder geraten Tiere in die Schneidwerke. Das NRW-Umwelt- und Landwirtschaftsministerium hat nun ein Förderprogramm aufgelegt und stellt 200 000 Euro für die Anschaffung von Drohnen zur Verfügung. Ziel ist es, die Jungtiere per Wärmebildkamera zu finden.

Hunde finden nicht alle Kitze

Wie schwierig es ist, die scheuen Tiere vor dem Mähen aufzuspüren, erklärt Hugo Hölken. Er ist Landwirt in Münster-Nienberge, zugleich Jäger, Vorsitzender im münsterischen CDU-Agrarausschuss und nach eigenen Angaben einer der Initiatoren der Landesförderung. Rehe, sagt er, legen ihre Jungen im April/Mai gerne in hohem Gras ab. Besonders beliebt sind Waldrandlagen und extensiv bewirtschaftete Flächen. Die werden seltener gemäht, entsprechend hoch steht das Grün. Von Hunden werden nicht alle Kitze gefunden, weil sie in den ersten Lebenswochen noch keinen Eigengeruch verströmen. Menschenketten wären eine Lösung – effektiv, aber unglaublich aufwendig.

Also Drohnen. Zwischen 6000 und 10 000 Euro kosten nach Hölkens Angaben geeignete Geräte mit Wärmebildkamera. Sie können vornehmlich früh morgens, wenn die Umgebung noch kühler ist, über die Flächen fliegen und zeigen, wo sich Tiere befinden. Dann eilen Helfer ins Feld und tragen das Tier heraus oder lotsen den Mäher drumherum.

„Das ist eine sinnvolle Ergänzung“, findet Hölken. Er hofft, dass es nun gelingt, eine Rehkitz-Rettungsgruppe zu initiieren – mit vereinten Kräften von begeisterten Drohnenfliegern, Landwirten, Jägern und Tierfreunden, die bereit sind, sich als Helfer zu engagieren.

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