Kreis Warendorf
Kein „last minute“ beim Impfstoff - zunächst 1080 Dosen pro Woche

Kreis Warendorf -

Endlich geht es los. Das Impfzentrum in Ennigerloh geht an den Start: Der knappe Impfstoff drosselt allerdings das Tempo. 

Freitag, 05.02.2021, 06:06 Uhr aktualisiert: 05.02.2021, 13:27 Uhr
Ab Montag öffnet das Impfzentrum in Ennigerloh – in den ersten Wochen wegen des knappen Impfstoffs nur am Nachmittag.
Ab Montag öffnet das Impfzentrum in Ennigerloh – in den ersten Wochen wegen des knappen Impfstoffs nur am Nachmittag. Foto: Kreis Warendorf

Montag geht das Impfzentrum in Ennigerloh an den Start. Weil es bislang noch wenig Impfstoff gegen Corona gibt, werden dort zunächst nur 1080 Dosen pro Woche verimpft. Für 9500 Menschen, die älter als 80 sind, wurden bereits Termine vergeben. Und bis zum 11. April sind derzeit alle Termine ausgebucht.

Bis zum 11. April alle Termine ausgebucht

„Wir fahren auf Sicht“, machte Dr. Anna Arizzi Rusche, Leiterin des Kreisgesundheitsamtes, im Ausschuss für Soziales und Gesundheit deutlich. Grund dafür ist der knappe Impfstoff. Deswegen wird es bis Ende Februar nur 180 Impftermine pro Tag in einer der drei Impfstraßen geben. Sobald mehr Impfstoff zur Verfügung stehe, könnten die Kapazitäten sofort ausgeweitet werden, machte Arizzi Rusche deutlich.

Die Erstimpfungen werden bis zum 28. Februar an jedem Tag der Woche vorgenommen – von 14 bis 20 Uhr. Auch samstags und sonntags wird geimpft, nur am Donnerstag nicht. Dann gibt es ausschließlich Impftermine für das Personal des Rettungsdienstes und der ambulanten Pflegedienste. Diese Termine werden direkt vom Kreis Warendorf vergeben.

Es gibt keine Happy-Hour-Angebote für Impfwillige, die kurz vor 20 Uhr kommen.

Dr. Anna Arizzi Rusche

Ab März werde mit mehr Impfstoff gerechnet, so Arizzi Rusche. Geplant seien dann 2160 Impfungen pro Woche – je zur Hälfte Erst- und Zweitimpfungen. Ab März öffnet das Impfzentrum auch länger: von 8 bis 20 Uhr an jedem Tag der Woche. Ausgenommen ist wiederum der Donnerstag.

Die Leiterin des Gesundheitsamtes informierte im Ausschuss, dass es eine Reserveliste gebe, falls gebuchte Termine nicht wahrgenommen werden. „Auf dieser Liste stehen vor allem Mitarbeiter des Rettungsdienstes“, sagte Arizzi Rusche. „Es wird jedenfalls kein Tropfen verschwendet“, sicherte sie zu. Beobachte man im Tagesverlauf, dass nicht alle Impfdosen benötigt werden, würden diese nicht aus der Kühlung entnommen.

Öffnungszeiten und Anmeldung:

Vom 8. bis 28. Februar: jeweils montags, dienstags, mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 14 bis 20 Uhr
ab März: jeweils montags, dienstags, mittwochs, freitags, samstags und sonntags von 8 bis 20 Uhr
Termine gibt es zunächst nur für über 80-Jährige. Sie müssen vorab gebucht werden. Das ist telefonisch möglich unter ' 08 00 / 11 61 17 02 oder www.116117.de

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„Der Impfstoff von Biontech wird als Pulver geliefert. Sobald das Pulver verdünnt ist, muss es innerhalb von sechs Stunden verbraucht werden. Als Pulver ist es aber fünf Tage im Kühlschrank haltbar. So kann der Impfstoff auch am Folgetag noch genutzt werden.“ Bevor eine Impfdosis zu verfallen drohe, würde diese sonst an die Mitarbeiter des Impfzentrums und andere priorisierte Gruppen verimpft werden. „Es gibt jedenfalls keine Happy-Hour-Angebote für Impfwillige, die kurz vor 20 Uhr kommen.“

Es wird kein Tropfen verschwendet

Kurzfristig rechnet Arizzi Rusche damit, dass Menschen mit Behinderung, aber auch Mitarbeiter anerkannter Betreuungsdienste besser priorisiert werden. Bereits am Montag soll die Impfverordnung des Landes geändert werden. Dann könnte es Einzelfallentscheidungen geben, die sich auf ärztliche Beurteilungen stützen. Menschen, die ein hohes Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung haben – etwa wegen einer Vorerkrankung – sollen dann früher geimpft werden.

Was man über die Corona-Impfung wissen muss

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  • Am 27. Dezember sind die Corona-Impfkampagnen in den Pflegeeinrichtungen in NRW gestartet. Danach waren die Mitarbeiter der Krankenhäuser an der Reihe. Vier Wochen später sollen nun die ersten zu Hause lebenden über 80-Jährigen geimpft werden - mit einer Woche Verzögerung.

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  • Wie ist die Impfaktion angelaufen? 

    Die Impfungen in NRW seien gut angelaufen, hieß es aus dem Ministerium. Auch zu möglichen gesundheitlichen Nebenwirkungen lägen bislang keine Erkenntnisse vor. Zum Start waren in NRW am Sonntag rund 9500 Menschen in mehr als 80 Pflegeeinrichtungen geimpft worden, wie die beiden Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Nordrhein und Westfalen-Lippe am Montag mitteilten. Geimpft wurden sowohl Bewohner der Senioren- und Pflegeeinrichtungen als auch deren Mitarbeiter.

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  • Überraschungen und Verzögerungen

    Die Impfungen gegen Corona müssen in NRW wegen Lieferverzögerungen des Herstellers Biontech vorerst weitgehend pausieren. Das bevölkerungsreichste Bundesland bekommt nach Angaben von Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU, Stand 21. Januar) in den kommenden Tagen 100 000 Impfdosen weniger als von Biontech zugesagt.

    Bei der üblichen Rücklage der Hälfte der Lieferungen für die spätere zweite Impfung der Empfänger entspricht das rein rechnerisch eine erst spätere Impfmöglichkeit für 50 000 Menschen.

    In den Pflegeeinrichtungen gab es dafür auch positive Überraschungen: Vereinzelt konnten mit dem Impfstoff sogar mehr Personen als geplant geimpft werden, weil in den Injektionsfläschchen teilweise mehr Impfkomponenten abgefüllt waren als berechnet. So blieb in einer Altenpflegeeinrichtung in Moers nach der Impfung von 180 Bewohnern noch genug Material für rund 50 weitere Spritzen übrig. Diese wurden daraufhin am Montag dem Pflegepersonal des Intensiv- und Corona-Bereichs eines Moerser Krankenhauses verabreicht, wie der Kreis Wesel mitteilte.

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  • Wann geht es in den Impfzentren los?

    Am diesem Montag (25. Januar) werden in Nordrhein-Westfalen die ersten Impftermine für die zu Hause lebenden über 80-Jährigen vergeben. In den 53 Impfzentren soll dann ab dem 8. Februar geimpft werden. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) hat die Bevölkerungsgruppe aufgerufen, sich impfen zu lassen.

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  • Braucht man unbedingt zwei Impfungen?

    Etwa drei Wochen nach der ersten Impfung ist eine zweite, eine Auffrischungsimpfung fällig. „Das kennt man auch von anderen Impfstoffen, etwa den ersten Impfungen am Lebensanfang“, erläutert Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Uni Rostock. „Manche Menschen bauen bereits nach der ersten Impfung einen ausreichenden Immunschutz auf, andere aber nicht. Man stellt mit der Auffrischungsimpfung sicher, dass die Impfwilligen tatsächlich vernünftig geschützt sind.“ Andernfalls sei es möglich, dass es trotz Impfung zu Erkrankungen kommt. Ein möglichst optimaler Schutz sei auch psychologisch wichtig, damit nicht der Eindruck entstehe, die Impfung tauge nichts.

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  • Was müssen Menschen tun, die zur ersten Impfgruppe gehören aber nicht in Einrichtungen wohnen?

    Nichts. Nach den aktuellen Impfungen in Heimen sind die Menschen an der Reihe, die über 80 Jahre alt sind. Laumann rief Nachbarn und Verwandte auf, den alten Menschen zu helfen, die Impfzentren aufzusuchen.  Menschen über 80 Jahre würden per Brief zu den Impfungen eingeladen. Pflegebedürftige zu Hause würden durch Hausärzte geimpft, kämen aber erst an die Reihe, wenn der Moderna-Impfstoff zugelassen sei.

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  • Wer kann sich zuerst impfen lassen, wer muss am längsten warten?

    Nach der Impfverordnung des Bundes sollen anfangs Ältere über 80 Jahre und Pflegeheimbewohner zum Zuge kommen können, zudem Personal etwa in Notaufnahmen oder Corona-Stationen sowie in der Altenpflege. Insgesamt umfasst diese Gruppe der Ständigen Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut (RKI) zufolge rund 8,6 Millionen Menschen. Zu denen, die am wenigsten dringlich zu impfen sind, gehören im Allgemeinen Menschen unter 60 Jahre, die weder Vorerkrankungen haben, noch mit Risikopatienten in Kontakt kommen oder berufsbedingt viele Menschen treffen. Das entspricht etwa 45 Millionen Menschen.

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  • Ist mit Nebenwirkungen zu rechnen?

    Müdigkeit, Kopfweh, Schmerzen an der Einstichstelle - auf mögliche, übliche Impf-Nebenwirkungen muss man sich einstellen. Das geht aus einer jüngst im «New England Journal of Medicine» veröffentlichten Studie zum Biontech-Präparat hervor. Für die Studie wurden knapp 45.000 Männer und Frauen untersucht. Weitere Symptome: Schüttelfrost, Durchfall oder Muskel- und Gliederschmerzen, teilweise auch Fieber. Diese waren im Allgemeinen schwach bis mäßig und klangen nach kurzer Zeit wieder ab. Nicht angenehm, aber auch kein Anlass für größere Bedenken, sagen Impfexperten.

    Foto: picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
  • Wie werden etwaige Nebenwirkungen überwacht?

    Die Verträglichkeit des Impfstoffs wird auch nach der Zulassung weiter überprüft. Dafür setzt das zuständige Paul-Ehrlich-Institut auf Meldungen von Herstellern, Ärzten, aber auch von Patienten. Der einfachste Weg führt über die Plattform «nebenwirkungen.bund.de». Über eine Melde-App soll es zudem eine Beobachtungsstudie geben. Wer mitmacht, werde «mehrfach kontaktiert und um Angaben zu möglichen Reaktionen gebeten», teilte eine PEI-Sprecherin der dpa mit.

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  • Müssen die Menschen etwas für die Impfung bezahlen?

    Nein. Sie soll gratis sein, egal ob und wie jemand versichert ist. Die Kosten für die Impfstoffe übernimmt der Bund. Dafür stehen im Etat 2021 zunächst 2,7 Milliarden Euro bereit. Die Kosten rund um die Impfungen insgesamt taxiert Spahn auf bis zu sechs Milliarden Euro.

    Foto: picture alliance/dpa | Boris Roessler
  • Wirkt der Impfstoff bei der neu aufgetauchten Virusvariante schlechter?

    In etlichen Ländern wurde eine neue Variante des Coronavirus inzwischen nachgewiesen, mehrfach auch schon in Deutschland. Der Impfstoff von Biontech/Pfizer wirkt aber Analysen zufolge auch gegen bestimmte Varianten des Coronavirus. Untersucht wurden die Antikörper im Blut von 20 geimpften Menschen, wie aus der noch nicht in einem Fachjournal veröffentlichten und von unabhängigen Experten geprüften Studie des US-Pharmaunternehmens Pfizer und der Universität Texas hervorgeht. Demnach erreicht der Impfstoff bei den abgewandelten Formen wahrscheinlich ebenfalls eine Wirksamkeit von um die 95 Prozent.

    Die Variante B.1.1.7 war zunächst in Großbritannien nachgewiesen worden. Ähnlich wie die in Südafrika aufgetauchte Variante 501Y.V2 zeichnet sie sich durch Veränderungen im Erbgut aus, die mehrere Veränderungen beim sogenannten Spike-Protein auf der Oberfläche zur Folge haben. Mit ihm dockt das Virus an Körperzellen an, um in diese einzudringen. Das Spike-Protein ist aber auch das indirekte Ziel der in Deutschland zugelassenen RNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna.

    Foto: picture alliance/dpa/PA Wire | Owen Humphreys
  • Wird es eine Impfpflicht geben?

    Nein. Eine allgemeine Impfpflicht hat die Bundesregierung klar ausgeschlossen. Auch für Berufsgruppen in Medizin und Pflege steht sie bisher nicht zur Debatte. Der Gießener Jura-Professor Steffen Augsberg, Mitglied im Deutschen Ethikrat, wollte ein solches Vorgehen in einem Interview des SWR aber nicht ausschließen: Wenn sich mit anderen Maßnahmen das Infektionsgeschehen zum Beispiel auf Intensivstationen nicht in den Griff bekommen lasse, «dann kann man darüber nachdenken, ob es insoweit eine bereichsbezogene Impfpflicht geben kann». Eine solche Option liege aber in weiter Ferne.

    Foto: dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene
  • Und was ist mit einer Impfpflicht durch die Hintertür?

    Manche befürchten, dass sie ohne eine Corona-Impfung nicht mehr vollständig am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können, weil etwa Geschäfte oder Restaurants den Zutritt ohne Nachweis einer Immunität verwehren. Mit Blick auf private Besitzer und Veranstalter sagte Andrea Kießling, Expertin für Infektionsschutzrecht an der Ruhr-Uni Bochum, dem SWR: «Wir können die nicht zwingen, dass sie auch mit Ungeimpften Geschäfte machen.» Umstritten bleibt zunächst, ob und wie etwa Restaurantbetreiber eine Immunität kontrollieren könnten. Jurist Augsberg hält «die bloße Variante, dass ich vorzeige, dass ich zum Beispiel geimpft bin, ohne dass das in weiterer Form überprüft oder mir zugeordnet wird», für unproblematisch.

    Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
  • Wie viele Impfdosen erhält Deutschland?

    Berlin erwartet in der kommenden Woche 27 000 Dosen neuen Impfstoffs gegen das Coronavirus. Es handelt sich um 23 400 Dosen von Pfizer/Biontech und 3600 Dosen des Herstellers Moderna, wie die Gesundheitsverwaltung am Freitag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mitteilte. Das Biontech-Vakzin soll demnach am Dienstag (26. Januar) eintreffen, die Termine für den Moderna-Impfstoff stehen noch nicht fest.

    Für die fünfte Kalenderwoche erwartet die Gesundheitsverwaltung
    29 250 Impfdosen (Biontech am 2. Februar), für die sechste Kalenderwoche 44 700 (35 100 Biontech am 9. Februar, 9600 Moderna). In der siebenten Kalenderwoche sollen 35 100 Dosen kommen (Biontech am 16. Februar), in der achten Kalenderwoche 30 000 (Moderna).

    Seit Beginn der Impfungen am 27. Dezember sind etwa 90 000 Dosen der Vakzine in Berlin angekommen. Sie wurden und werden in Pflegeheimen und Krankenhäusern sowie in zunächst drei von sechs geplanten Impfzentren verabreicht.

    Foto: dpa/The Orange County Register/AP | Keith Birmingham
  • Wo wird der Impfstoff produziert? Wie lange dauert das?

    Biontech will mit seinem US-Partner noch in diesem Jahr weltweit 50 Millionen Dosen liefern. 2021 sollen dann bis zu 1,3 Milliarden hergestellt werden - etwa in Mainz, Idar-Oberstein und Marburg. Aus der Produktionsanlage in Marburg sollen im ersten Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen kommen. Die Herstellung des Impfstoffs dauere eine Woche, heißt es vom Unternehmen. Qualitätskontrolle und Freigabe benötigten dann weitere drei Wochen. Zudem haben Biontech wie auch andere Hersteller schon vor einer Zulassung auf Halde produziert.

    Foto: dpa/AP | Carlos Giusti
  • Wie wird der Impfstoff deutschlandweit verteilt?

    Der Bund lässt das Präparat je nach Bevölkerungsanteil an insgesamt 27 feste Standorte in den Bundesländern liefern. Ab dann sind die Länder für Lagerung und Verteilung sowie die Beschaffung von Impfzubehör wie Lösungsmittel, Spritzen und Kanülen zuständig.

    Foto: picture alliance/dpa/Pool The Boston Globe/AP | Jessica Rinaldi
  • Wie geht das logistisch?

    Das Mainzer Unternehmen setzt da auf den US-Partner Pfizer. Dieser kann nach Biontech-Angaben die Impfstoffdosen in seinen weltweiten Vertriebszentren bis zu sechs Monate lagern. Das muss bei minus 70 Grad geschehen. In speziell entwickelten Versandboxen kann das Präparat bei diesen Temperaturen bis zu 15 Tage transportiert werden. Im Kühlschrank ist eine Lagerung bis zu fünf Tage möglich.

    Foto: picture alliance/dpa/Reuters/Pool | Ralph Orlowski
  • Wo werden die Impfungen gemacht?

    In der Anfangsphase in regionalen Impfzentren, die von den Ländern eingerichtet und betrieben werden. Eine Kühlung von minus 70 Grad ist nicht in jeder Arztpraxis möglich. Bis zu 442 Impfzentren sollen deutschlandweit zur Verfügung stehen. Zehntausende Ärztinnen und Ärzte sowie weitere Helfer haben sich für Einsätze gemeldet. Mobile Impfteams sollen etwa in Pflegeheime und Krankenhäuser gehen.

    Foto: picture alliance/dpa | Roland Weihrauch
  • Wie kommt man zu einer Impfung?

    Das ist nur mit Termin möglich, allerdings gibt es in Deutschland einen Flickenteppich. Denn die Terminvergabe regeln die Bundesländer. In Baden-Württemberg zum Beispiel ist geplant, dass neben einer App die telefonische Anmeldung über die bundesweit einheitliche Nummer 116117 oder auch direkt in größeren Impfzentren erfolgen kann. Niedersachsen wiederum hat eine landeseigene Hotline. Manche Länder schreiben ihre Bürger auch direkt an.

    Foto: picture alliance/dpa | Roland Weihrauch
  • Was ist mit den anderen Impfstoffen?

    Neben den 300 Millionen Biontech-Dosen hat sich die EU auch 160 Millionen von Moderna gesichert. Bei Astrazeneca (400 Mio. Dosen) und Janssen Pharmaceutica (Dosen für 400 Mio. Menschen) hat die EMA ihre Prüfungen begonnen. Daneben hat die EU-Kommission Verträge mit Sanofi-GSK (300 Mio. Dosen) und Curevac (405 Mio.); mit Novavax (200 Mio.) ist Brüssel in Gesprächen. Die Impfstoffe werden unter den Mitgliedsstaaten nach Bevölkerungsanteil verteilt.

    Der Impfstoff von Moderna könne die aktuellen Lieferschwierigkeiten von Biontech aber nicht ausgleichen, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: Nach der erste Tranche von 13 000 Dosen würden in der nächsten Woche weitere 19 000 Dosen von Moderna erwartet. Damit es nicht zu Verwechslungen kommen könne, werde der Moderna-Impfstoff weiter nur an Mitarbeiter in den Unikliniken vergeben. "Die Menge des Impfstoffes bestimmt das Tempo", betonte Laumann. Es habe keinen Wechsel in der Impfstrategie gegeben. Die Impfbereitschaft sei größer als Ende des vergangenen Jahres erwartet.

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  • Wie viele Menschen können täglich geimpft werden?

    Auch das hängt vom Bundesland ab. Bayern und Hessen peilen in den Zentren bis zu 30.000 Impfungen am Tag an. In Berlin sollen es bis zu 20.000 werden. Hamburg und Rheinland-Pfalz planen rund 7000. Ein Rechenbeispiel mit deutschlandweit täglich 150.000 Impfungen: Weil jeder mit dem Biontech-Serum zweimal gepikst werden muss, dauerte es etwa zwei Monate, bis 4,3 Millionen Menschen vollständig gegen Sars-CoV-2 geimpft wären. Das entspräche etwa der Hälfte derjenigen, die laut Impfverordnung zuerst an der Reihe sind.

    Foto: picture alliance/dpa | Roland Weihrauch
  • Werde ich nach der Impfung tatsächlich immun sein?

    Eine erste Impfung bringt dem PEI-Präsidenten Klaus Cichutek zufolge eine Grundimmunisierung. Nach drei bis vier Wochen erfolgt eine zweite Impfung. Voraussichtlich zwei bis drei Wochen danach sei voller Schutz aufgebaut. Den bisherigen Analysen und Tests zufolge schützt das Biontech-Serum wohl mit 95-prozentiger Wirkung vor einer Covid-19-Erkrankung.

    Foto: picture alliance/dpa | Bernd von Jutrczenka
  • Können Geimpfte andere mit dem Coronavirus anstecken?

    Möglich, aber weniger wahrscheinlich. PEI-Präsident Cichutek zufolge kann man sich auch nach einer Impfung noch anstecken - das Risiko sei aber deutlich reduziert. Das gilt auch für die Weitergabe von Viren. Zu einem letzten Urteil ist die Forschung hier noch nicht gekommen. Experten gehen davon aus, dass es noch leichte Corona-Symptome geben könne, aber keine schweren Krankheitsverläufe mehr. Auf jeden Fall wird dazu geraten, auch nach der Impfung weiter Abstand zu halten, Hände zu waschen und Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen.

    Foto: picture alliance/dpa | Rolf Vennenbernd
  • Ab welcher Zahl werden genug Menschen in Deutschland geimpft sein?

    Um die Pandemie zu stoppen, müssten nach Schätzung von Experten etwa 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung geimpft werden. Das wären in Deutschland bis zu 58 Millionen Menschen. Laut Gesundheitsministerium sind für die zwei Präparate von Biontech und Moderna 136,3 Millionen Dosen sicher, die nahezu alle 2021 geliefert werden könnten. Damit ließen sich rechnerisch 68,2 Millionen Bürger impfen. Ob man sich auch nach einer überstandenen Corona-Infektion später zusätzlich impfen lassen sollte, wird noch wissenschaftlich erforscht.

    Foto: picture alliance/dpa/BELGA | Benoit Doppagne
  • Wie viele Menschen wollen sich überhaupt impfen lassen?

    Seit dem Start der Corona-Impfungen kurz nach Weihnachten ist die Impfbereitschaft in Deutschland leicht gestiegen. In einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag der Deutschen Presse-Agentur sagten 67 Prozent, dass sie sich impfen lassen wollen. 40 Prozent wollen das so schnell wie möglich tun. Weitere 27 Prozent haben das zwar fest vor, wollen aber noch mögliche Folgen der Impfung anderer abwarten.

    Kurz vor dem offiziellen Start der Impfkampagne in der gesamten EU am 27. Dezember hatten 32 Prozent angegeben, sich so schnell wie möglich impfen lassen zu wollen, weitere 33 Prozent wollten das erst später tun. 19 Prozent lehnten damals eine Corona-Impfung ab, inzwischen sind es 20 Prozent. Der Anteil der Unentschlossenen ist von 16 Prozent auf 13 Prozent gesunken.

    Die Angst vor Nebenwirkungen hat unterdessen deutlich abgenommen. Vor dem Start der Impfkampagnen gaben noch 57 Prozent an, negative Folgen zu fürchten. Jetzt sind es nur noch 47 Prozent. 45 Prozent haben heute keine Angst mehr - im Vergleich zu 33 Prozent im Dezember.

    Foto: picture alliance/dpa/Reuters/Pool | Hannibal Hanschke
  • Wo gibt es genauere Informationen zum Impfen?

    Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe hat am Montag eine eigene Internet-Seite mit Informationen rund um das Coronavirus und die Impfungen geschaltet. 

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