Safer Internet Day 2021
Gemeinsam gegen Fake News

Wenn ein ehemaliger Präsident für die Verbreitung von "Fake News" von Sozialen Netzwerken gesperrt wird und Verschwörungstheorien im Internet kursieren, kann es schwierig sein, sich in diesem Meer aus (Falsch)informationen zurechtzufinden. Deswegen wird deutschlandweit und international am Dienstag (9. Februar) dagegen vorgegangen - auch im Münsterland. 

Dienstag, 09.02.2021, 07:00 Uhr
Safer Internet Day 2021: Gemeinsam gegen Fake News
2020 standen Influcencer und die Macht ihrer Meinung im Fokus, in diesem Jahr geht es bei dem Safer Internet Day um "Fake News". Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jens Kalaene

Wer im Netz surft, sieht sich mit einer Informationsflut konfrontiert, die es einzuordnen gilt: Sind die Informationsquellen seriös, sind die Fakten richtig oder "fake"? Diesem Problem möchte der diesjährige Safer Internet Day (zu Deutsch: Tag für mehr Internetsicherheit und kurz: SID) entgegenwirken. Am 9. Februar finden deswegen deutschlandweit über 190 Aktionen statt.

Workshops gegen Internet-Wirren

Mit dem Ziel, Eltern und Kinder für die Schwierigkeiten und Gefahren des Internets zu sensibilisieren, werden deutschlandweit verschiedene Workshops angeboten und telefonische Hotlines geschaltet, an die sich Interessierte wenden können. In Warendorf organisiert das Netzwerk Medien, Teil des Regionalen Bildungsnetzwerkes des Kreises, einen Elternabend zu Vertrauen im Digitalen Zeitalter. Damit folgen sie dem Themenschwerpunkt "Wem glaube ich? Meinungsbildung zwischen Fakt und Fake", unter welchem der Tag 2021 vom Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz und dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien getragen wird.

Schon im Gespräch mit Eltern, der Polizei und Schulpsychologen ist uns aufgefallen, dass Fake News zu einem persönlichen Problem in der Internetnutzung werden.

Martin Decker

"Schon im Gespräch mit Eltern, der Polizei und Schulpsychologen ist uns aufgefallen, dass Fake News zu einem persönlichen Problem in der Internetnutzung werden", sagt Martin Decker vom Warendorfer Bildungsnetzwerk. Ein Medienpädagoge soll im Rahmen des SID-Workshops einen Leitfaden für Eltern bereitstellen, anhand dessen sie Unwahrheiten erkennen und prüfen können. Laut Decker sollen auf diesen Informationsabend weitere folgen, die Erwachsene und Kinder für Internetnutzung sensibilisieren.

Polizei Borken will Passwörter schützen

Auch die Polizei Borken stellt am Dienstag (9. Februar) eine Hotline und Beratung per Mail zur Verfügung. Hier ist der Fokus aber ein anderer: Statt um Schutz vor Fake News, geht es um den Schutz der eigenen Passwörter. Laut der Polizei soll über Struktur, Wahl und Speichermöglichkeiten eines starken und sicheren Passworts informiert werden, was wiederum Auswirkungen auf Internet-Kriminalität hätte: "Den Bürgerinnen und Bürgern soll verständlich gemacht werden, dass die Auswahl eines starken Passworts sowie der sichere Umgang damit Tatgelegenheiten reduziert und Täterinnen und Tätern die Arbeit erschwert", lautet die Pressemitteilung der Stadt Borken. 

Klicksafe als Koordinator des internationalen SIDs

Deutscher Koordinator des internationalen Tages ist die von der Landesanstalt für Medien NRW und der Medienanstalt RLP getragene EU-Initiative "Klicksafe". Auf einer Karte sind 193 Veranstaltungen verzeichnet, die deutschlandweit digital anlässlich des SIDs stattfinden. Auch NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) betont, anlässlich der Corona-Pandemie, die Bedrohung durch Fake News und begrüßt die SID-Angebote: "Umso wichtiger ist es, die Bürgerinnen und Bürger für einen verantwortungsvollen Umgang mit Informationen im Internet zu sensibilisieren. Die Angebote des Safer Internet Day 2021 bieten hier wichtige Hilfestellungen und leisten einen wertvollen Beitrag für die Stärkung von Medienkompetenz.“

Safer Internet Day

Der Safer Internet Day findet jährlich am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats statt und wird seit 2008 ausgerichtet. International beteiligen sich laut der Aktions-Homepage über 150 Länder. Unter dem Motto "Together for a better internet" sollen alle Akteure dazu aufrufen, sich gemeinsam für ein besseres Internet insbesondere für Kinder und Jugendliche einzusetzen.

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