Verkehrssituation auf der Leedener Straße
Mit Vollbremsung in die 30er-Zone

Tecklenburg-Leeden -

Die Situation auf der Leedener Straße beschäftigt die Bürger. Es geht um zu schnelle Autofahrer und die Beschilderung.

Dienstag, 09.02.2021, 20:47 Uhr aktualisiert: 09.02.2021, 20:50 Uhr
Zwischen dem Ortseingangsschild
Zwischen dem Ortseingangsschild Foto: Gerhard Wellemeyer

Gut gemeint, aber nicht unbedingt gut gemacht: Die Situation am Ortseingang von Leeden ist, aus Richtung Ledde kommend, für Autofahrer unübersichtlich. Und wird dadurch für die Kinder der neuen Tagesstätte „Pusteblume“ nicht ungefährlicher. Gerhard Wellemeyer, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Leeden, ist jedenfalls mit der Lösung dort nicht zufrieden.

Kontrollen hatten Ende Januar ergeben, dass fast jeder vierte Autofahrer zu schnell unterwegs war. An drei Tagen wurde gemessen und es hat insgesamt 703 Verstöße gegeben. Von den Verkehrssündern waren in dem Bereich 177 mit einer Geschwindigkeit von 54 bis 79 Stundenkilometern unterwegs. 22 von ihnen erwartet jetzt ein vierwöchiges Fahrverbot, weil sie mit 64 Stundenkilometern oder schneller gemessen wurden, teilte die Polizei mit.

Doch warum waren so viele zu schnell? Wer mit den erlaubten 70 Stundenkilometern nach Leeden fährt und beim Ortseingangsschild auf Tempo 50 herunterbremst, muss danach fast eine Vollbremsung hinlegen, weil nur zehn Meter weiter das Tempo auf 30 Stundenkilometer beschränkt ist. Einen „Geschwindigkeitstrichter“, der dem Autofahrer rechtzeitig vor dem Ortseingangsschild nur Tempo 50 als Höchstgeschwindigkeit erlaubt, gibt es nicht. So kann es nicht verwundern, dass zu spät abgebremst wird. Wellemeyer möchte rechtlich prüfen lassen, ob ein Trichter, durch den das Tempo frühzeitig reduziert werden muss, nicht möglich ist. Außerdem wäre seiner Ansicht nach ein Hinweisschild sinnvoll, das die Autofahrer auf die Änderung aufmerksam mache. So, wie sie ist, hält er „die Beschilderung nicht für optimal“.

Die Beschilderung ist nicht optimal.

IG-Vorsitzender Gerhard Wellemeyer

Es sei keine Frage, dass die geblitzten Fahrer die vorgegebenen Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht beachtet hätten, „aber sie sind auch nicht optimal auf diese neue gefährliche Situation am Kindergarten Pusteblume hingewiesen worden“, hält Wellemeyer fest.

Auch wer Leeden in Richtung Ledde verlässt, ist oft zu schnell. Wellemeyer sieht dafür zwei Gründe: Wer aus der Rosenstraße auf die Leedener Straße abbiegt, konzentriere sich darauf, ob von links Verkehr komme. Dabei werde das rechts stehende Tempo-30-Schild, das zudem halb verdeckt wird vom Hinweis auf das Regenbogen-Camp, wohl übersehen. „Nach Passieren der Fußgängerampel gehen die Autofahrer dann eigentlich davon aus, dass der Haupt-Gefahrenpunkt vorbei ist. An der Stelle, wo jetzt das von den Kindergarten-Eltern selbst erstellte Schild „Vorsicht Kinder“ steht, stand bis Ende vergangenen Jahres das 50er-Schild. Viele Autofahrer haben das sicher noch in Erinnerung und beschleunigen – aber dann kommt ja noch etwa 200 Meter weiter der neue Kindergarten (und zwischendurch die Radarkon-trolle)“, schildert Wellemeyer

Mitte Dezember habe es einen Ortstermin gegeben mit einem Vertreter des zuständigen Kreises Steinfurt. Da haben die neuen Schilder am Ortseingang allerdings noch nicht gestanden.

Wellemeyer hofft nun auf Unterstützung der Ratsfraktionen, die er über die Situation informiert hat. Die SPD hat bereits beantragt, dass der Rat über sämtliche Ergebnisse der Verkehrsschau unterrichtet wird. Die nächste Sitzung findet am Dienstag, 16. Februar, um 17 Uhr im Kulturhaus statt.

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