Präsenzunterricht mit Einschränkungen
Blaue M- und rote D-Kinder zurück in den Schulen

Münster -

Grundschulen dürfen wieder Präsenzunterricht anbieten – mit Einschränkungen. Und die stellen die Schulen vor eine Mammutaufgabe. Denn jetzt müssen sie Präsenzunterricht, Distanzunterricht und Notbetreuung unter einen Hut bringen.

Dienstag, 23.02.2021, 09:00 Uhr aktualisiert: 23.02.2021, 09:53 Uhr
Kleine Gruppen, Masken, Abstand: Das ist der neue Alltag in den Schulen – wie hier der Grundschule West in Münster.
Kleine Gruppen, Masken, Abstand: Das ist der neue Alltag in den Schulen – wie hier der Grundschule West in Münster. Foto: Gunnar A. Pier

Verkehrte Welt: Früher haben Kinder über Ferien und schulfreie Tage gejubelt, heute freuen sie sich, endlich wieder die Schulbank drücken zu dürfen. Seit Montag haben Schulen wieder für den Präsenzunterricht geöffnet.

Nils, Viertklässler der Grundschule Kinderhaus-West in Münster, freut sich, wieder in der Klasse lernen zu dürfen: „Zu Hause konnte ich mich nicht so gut konzentrieren.“ Theo ist glücklich, seine Mitschüler wieder sehen zu können, und auf die Begegnung mit den Lehrern hat er sich ebenfalls ­gefreut.

Blaue und rote Freitage

Für Schulleiter Andreas Born war die Organisation der Schulöffnung eine Mammutaufgabe. Kleine Gruppen in den Klassen, lautete die Vorgabe des Schulministeriums. „Wir haben uns viele Gedanken darüber gemacht, wie wir die Schüler aufteilen“, berichtet der Schulleiter.

Zu Hause konnte ich mich nicht so gut konzentrieren.

Nils, Viertklässler der Grundschule Kinderhaus-West

Ab sofort gibt es „blaue M-Kinder“, „rote D-Kinder“ sowie blaue und rote Freitage. Blaue M-Kinder kommen montags und mittwochs, die roten D-Kinder dienstags und donnerstags. Freitags findet Unterricht – nach Farben getrennt – jeweils 14-täglich statt. Und zusätzlich muss die Notbetreuung berücksichtigt werden. Es sei darauf geachtet worden, dass Geschwisterkinder an gleichen Tagen kommen dürfen. Die eine oder andere enge Freundschaft sei bei der individuellen Aufteilung berücksichtigt worden, versichert Born.

Regelmäßige Maskenpausen

Eine wichtige Aufgabe für den Schulleiter ist es, ständig in sein E-Mail-Fach zu schauen, ob es wieder einmal neue Erlasse von Schulministerium gibt. Am vergangenen Freitag – nachdem der Elternbrief formuliert war – kam noch die verschärfte Maskenpflicht. Sowohl im Unterricht als auch in den Pausen sollen die Kinder medizinische Masken tragen. „Nur in Ausnahmefällen dürfen sie auch Alltagsmasken tragen“, erklärt Born. Die Kinder hätten sich daran mittlerweile gewöhnt, ist der Schulleiter sicher. In den Unterricht würden zudem regelmäßige Maskenpausen eingebaut. Ein Viertklässler nimmt das pragmatisch: „Ich gehe lieber mit Maske in die Schule und treffe hier meine Freunde.“

Auch die Lehrer sind glücklich, ihre Kinder endlich nach so langer Pause wieder einmal live zu sehen. Im Musikunterricht der 3a offenbarten sich auch gleich die Schwierigkeiten des ­Videounterrichts mit Ver­zögerungen bei langsamem Internet: Beim gemein­samen Trommeln mit dem Becher haperte es noch mit der Synchronität – das wird nun geprobt.

Ich gehe lieber mit Maske in die Schule und treffe hier meine Freunde.

Ein Viertklässler

Für die Kinder werde jetzt alles Mögliche getan – nun hofft Born darauf, dass auch die Lehrer in den Blick genommen werden, und wünscht sich, dass sie schon bald gegen das Coronavirus geimpft werden dürfen . „Bei den Schülern sorgen wir für kleine Gruppen, aber die Lehrkraft muss sich allen Kindern widmen.“

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