Gemeinde verkauft die alte Schule
Zwei WGs für Senioren mitten im Ort

Metelen -

Der Rat hat grünes Licht für den Verkauf eines Teilbereichs der ehemaligen Grundschule gegeben. Der Pflegedienst Leusbrock wird auf dem Gelände, auf dem jetzt noch das Altbau-Gebäude steht, ein Objekt für betreutes Wohnen bauen, in dem zwei Wohngemeinschaften von pflegebedürftigen Menschen einziehen sollen. Daneben baut Leusbrock eine Tagespflege-Einrichtung mit 14 Plätzen am Stüvvenweg.

Mittwoch, 24.02.2021, 16:21 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 13:58 Uhr
Die farbenfrohe Bemalung der Wände im Flur der Alten Schule dürfte spätestens Ende des Jahres mit dem Abriss des Gebäudes Geschichte sein. Die in Blei gefassten Fensterbilder aus dem Foyer hingegen sollen nach dem Willen des Pflegedienstes Leusbrock erhalten werden.
Die farbenfrohe Bemalung der Wände im Flur der Alten Schule dürfte spätestens Ende des Jahres mit dem Abriss des Gebäudes Geschichte sein. Die in Blei gefassten Fensterbilder aus dem Foyer hingegen sollen nach dem Willen des Pflegedienstes Leusbrock erhalten werden. Foto: Dieter Huge sive Huwe

Unter Dach und Fach ist jetzt der Verkauf einer großen Fläche des alten Schulgeländes – inklusive des Altbau-Gebäudes. Am Montagabend stimmte der Rat der Gemeinde der Veräußerung an den Pflegedienst Leusbrock zu, der nach dem Altbau-Abriss hier ein Wohnprojekt für pflegebedürftige Menschen und eine Tagespflegeeinrichtung bauen will.

Philipp Leusbrock, Theresa Leusbrock-Böking und Verena Henrichmann stellten gemeinsam mit Vertretern der Verwaltung jetzt das Projekt vor. Froh darüber, dass nach einem Jahr Planungszeit ein Abschluss erreicht wurde, zeigte sich Philipp Leusbrock. 24 Wohnungen sollen in dem zweigeschossigen Neubau, der am Stüvvenweg entstehen wird, gebaut werden. Zwei betreute Wohngemeinschaften für pflegebedürftige Menschen mit je zwölf Bewohnern werden geschaffen, hinzu kommen zwei Penthouse-Wohnungen in einem Staffelgeschoss. Die Tagespflegeeinrichtung, die separat von dem WG-Gebäude entsteht, wird 14 Plätze umfassen.

„Wohnen darf im Alter kein Luxus sein“, machte Philipp Leusbrock deutlich, dass der sozialgeförderte Bau bezahlbares Wohnen ermöglichen werde. Schon jetzt gebe es eine Liste von Interessenten. Dem Pflegedienst sei es wichtig, am Ort seiner Gründung, nämlich in Metelen selber, ein derartiges Projekt zu realisieren. Erfahrungen bringt das Unternehmen, das sich ausdrücklich nicht als Investor im Bausektor, sondern als Pflegedienst begreift, durch ein vergleichbares Haus im Nachbarort Wettringen mit. Auch hier gibt es ein betreutes WG-Angebot, das ebenfalls auf dem Gelände einer ehemaligen Schule realisiert wurde.

Verena Henrichmann vom Pflegedienst erläuterte das Konzept. Menschen, die eine Pflegestufe hätten, könnten sich in eine der beiden Wohngemeinschaften einmieten. Die eigenen Zimmer sind etwa 26 Quadratmeter groß, hinzu kommt ein großer, gemeinsam genutzter Bereich. Im Rahmen einer 24-Stunden-Betreuung kümmern sich die Pflegekräfte um die Senioren, gestalten mit ihnen auch den Alltag. Entsprechende Einrichtungen, wie beispielsweise eine behindertengerecht konzipierte Küche oder auch ein großer Gartenbereich gehören zum Konzept.

Henrichmann machte deutlich, dass die vom Anbieter organisierten beiden Wohngemeinschaften mit dem Standort im Ortskern und nur unweit der Kirche den älteren Menschen die Möglichkeit bieten, ihren Lebensabend im bekannten Wohnumfeld zu verbringen.

Gleich in der Nachbarschaft zu dem Haus mit den beiden Senioren-WGs wird Leusbrock eine Tagespflegeeinrichtung mit 14 Plätzen bauen. Dies soll, so hieß es in der Präsentation, auch den pflegenden Angehörigen in Metelen die Möglichkeit eröffnen, tageweise die Sorge um die Angehörigen in die Hände des professionellen Pflegedienstes zu geben. Der Vorteil der Einrichtung im Ort sei, dass es nur kurze Wege gebe und damit die betreuten Senioren nicht weit in die Nachbarkommunen zu vergleichbaren Angeboten gefahren werden müssten.

Zur Objektausführung erläuterte Theresa Leusbrock-Böking, dass nachhaltiges Bauen im Vordergrund stehe. Holzständerbauweise, begrünte Flachdachflächen, Photovoltaik und Regenwassernutzung sind wesentliche Elemente. Hinzu kommt, dass der Baumbestand auf dem Grundstück zu 90 Prozent erhalten werde.

Bürgermeister Gregor Krabbe ergänzte im Rahmen der Vorstellung, dass die Gemeinde Vorgaben zum Klimaschutz auch im Kaufvertrag fixiert habe. „Zusätzliche Arbeitsplätze im Ort und zusätzliche Wohnungen im Ort mit einer sozialen Funktion – was will ein Ort wie Metelen mehr“, brachte er die Win-Win-Situation für die Kommune auf den Punkt.

All denjenigen, die in nostalgischen Erinnerungen an ihre Schulzeit schwelgen, versprach Philipp Leusbrock, die Bleiglasfenster aus dem Foyer der Schule retten zu wollen. Sie sollen sich, wie auch die markanten Ziegel-Verzierungen im Eingangsbereich – in den neuen Gebäuden wiederfinden, die nach dem Abriss des Altbaus ab Herbst entstehen sollen.

Mit der Nutzung der übrigen Schulflächen und -gebäude sollen sich die Ratsgremien im April beschäftigen, erläuterte Bürgermeister Krabbe.

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