Kein „Sicherer Hafen“
Ausschuss lehnt Antrag der Seebrücke ab

Lüdinghausen -

Der Antrag der Initiative Seebrücke, Lüdinghausen möge sich zu einem „Sicheren Hafen“ für geflüchtete Menschen erklären, ist in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend mehrheitlich abgelehnt worden. Auf Antrag der Grünen wurde geheim abgestimmt.

Donnerstag, 25.02.2021, 06:05 Uhr aktualisiert: 25.02.2021, 06:10 Uhr
Im September vergangenen Jahres hatte die Lüdinghauser Seebrücke-Initiative zu einer Mahnwache auf dem Marktplatz aufgerufen. Daran nahmen rund 100 Lüdinghauser teil.
Im September vergangenen Jahres hatte die Lüdinghauser Seebrücke-Initiative zu einer Mahnwache auf dem Marktplatz aufgerufen. Daran nahmen rund 100 Lüdinghauser teil. Foto: awf

Kurz und schmerzlos – ohne das Thema noch einmal zu diskutieren, wurde es auch schon beendet. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses (HFA) lehnte in geheimer Abstimmung eine Mehrheit die Anträge der Initiative Seebrücke sowie zwei weitere Bürgeranträge, die Stadt Lüdinghausen möge sich zu einem „Sicheren Hafen“ für Flüchtlinge erklären, ab.

Diesem Bündnis gehören bundesweit mittlerweile über 230 Kommunen an – unter anderem auch Münster. Ziel der Seebrücke ist es, dass Städte und Kommunen sich verpflichten, über das übliche Kontingent hinaus zehn weitere geflüchtete Menschen – unter ihnen drei Minderjährige – aufzunehmen.

Erfolglos hatte Melanie Vogel (Grüne) beantragt, dass ein Vertreter der Gruppe ihr Anliegen noch einmal dem Ausschuss vorstellen möge. Bernhard Möllmann lehnte dies jedoch ab. Der CDU-Fraktionsvorsitzende erklärte dazu, dass dies bereits in der Dezember-Sitzung des HFA ausführlich geschehen sei. Alle vorliegenden Bürgeranträge wurden abgelehnt, der Vorschlag der Verwaltung wurde mehrheitlich angenommen. Darin heißt es unter anderem, die Stadt „sichert zu, dass sie als Zeichen der Menschlichkeit und Offenheit, auch zukünftig großzügig im Rahmen ihrer kommunalen Möglichkeiten, Geflüchtete aufnimmt“.

Für Nils Müller, einer der Seebrücke-Aktiven, ist das Ergebnis enttäuschend. „Der Beschluss konterkariert unseren Antrag“, erklärte er am Mittwoch im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Und: „Wir hätten gerne noch einmal unseren Standpunkt vorgetragen.“ Mit der Ablehnung könne er umgehen, sagte er. Aber das Zustandekommen ohne jede Diskussion irritiere ihn schon. Die Seebrücke Lüdinghausen werde ihr Engagement allerdings nicht aufgeben. „In Münster hat es auch erst im dritten Anlauf geklappt, dass sich die Stadt zum ,Sicheren Hafen‘ erklärt“, zeigte er sich optimistisch.

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