Debatte über Notwendigkeiten in Sachen IT-Ausstattung
Brauchen schon Erstklässler ein Tablet ?

Drensteinfurt -

Die IT-Ausstattung der städtischen Schule beschäftigte in dieser Woche erneut im Fachausschuss. Unter anderem ging es um die Frage, ab wenn ein Unterricht mit dem I-Pad tatsächlich Sinn macht.

Sonntag, 28.02.2021, 09:09 Uhr
Rund um das Thema „Lernen am I-Pad“ drehte sich die Haushaltsdebatte im Schulausschuss. Die Grundschulen sollen nun für die Erst- und Zweitklässler ein Konzept vorlegen.
Rund um das Thema „Lernen am I-Pad“ drehte sich die Haushaltsdebatte im Schulausschuss. Die Grundschulen sollen nun für die Erst- und Zweitklässler ein Konzept vorlegen. Foto: Dietmar Jeschke

Spätestens die Corona-Pandemie hat es offensichtlich gemacht: Eine vernünftige IT-Ausstattung in den Schulen ist heutzutage kein Luxus mehr – sondern eine Notwendigkeit. Und das nicht allein angesichts des nun seit Monaten währenden Distanzunterrichtes, sondern auch mit Blick auf den künftigen Arbeitsmarkt. Entsprechend hatten sich gerade die Drensteinfurter Teamschule und die Walstedder Lambertusschule schon früh auf den Weg gemacht, um das I-Pad in den Unterricht zu integrieren.

Die Stadt will nun nachlegen und im Rahmen des Haushaltsplanes für das laufende Jahr alle Schüler in der Stadt mit entsprechenden Tablet-Computern ausrüsten. Genau das jedoch sorgte in der jüngsten Schulausschusssitzung für einige Diskussionen. Denn wie Ausschussvorsitzender Andreas Brinkmann in der Sitzung, die coronabedingt abermals auf Abstand und nach negativen Schnelltestergebnissen mit reduzierter Stärke in der Festscheune Volking stattfand, erläuterte, stelle sich doch die Frage, ob bereits Erst- und Zweitklässler mit eigenen I-Pads ausgerüstet werden müssen. Ins gleiche Horn stieß auch Bürgermeister Carsten Grawunder. „Es ist sicherlich sinnvoll, auch in den ersten und zweiten Klassen mit dem I-Pad zu unterrichten. Die Frage ist nur, ob denn jeder dazu permanent ein eigenes Gerät zur Verfügung haben muss.“

Die CDU, erklärte Ausschussmitglied Ann-Christin Budde, sei zwar grundsätzlich für den Ausbau der Digitalisierung in den Schulen. „Aber hier wird der zweite Schritt vor dem ersten gemacht“, so Budde. „Wir brauchen zunächst einmal ein vernünftiges Konzept.“

Auch von den Grünen gab es dazu kritische Worte. Denn wie Ausschussmitglied und Lehrerin Simona Kolbow erklärte, gebe es zwar für die Klassen drei und vier viele gute Lernprogramme, auf die sich dann in den weiterführenden Schulen aufbauen lasse. „Für die ersten und zweiten Klassen halte ich ein I-Pad jedoch für nicht sinnvoll. Dort geht es erst einmal darum, Lesen und Schreiben zu lernen“, so Kolbow. Das sah auch Dirk Zache von der SPD so. Am Ende einigte sich der Ausschuss auf den Kompromissvorschlag der Verwaltung. Die Ausstattung der Schüler ab der dritten Klasse soll demnach wie geplant zügig erfolgen. Für die Klassen eins und zwei jedoch sollen die jeweiligen Schulen in den kommenden Sitzungen darlegen, ob entsprechende Geräte sinnvoll sind und benötigt werden – oder eben nicht.

Um das Thema Schule ging es auch in einem Antrag der SPD. Nachdem deren Mitglieder schon in der Vergangenheit die Abschaffung der Beiträge für OGS und Bis-Mittag-Betreuung gefordert hatten, führten sie nun die anhaltende Corona-Lage ins Feld. Und da viele Familien unter Kurzarbeit und Co. zu leiden hätten, erklärte Ratsherr Martin Niesmann, sollte die Stadt die entsprechenden Gebühren doch für das komplette Jahr 2021 um 20 Prozent für alle Beitragsgruppen reduzieren. Das jedoch lehnte die Mehrheit aus CDU, Grünen und FDP ab – auch mit der Begründung, dass während des Lockdowns ohnehin keine entsprechenden Beiträge abgebucht würden.

Angesichts der zahlreichen Projekte, die die Stadt in den kommenden Jahren vor der Brust hat, bat die CDU-Fraktion schließlich die Verwaltung, zu prüfen, ob denn in der Kardinal-von-Galen-Grundschule tatsächlich zusätzliche Akustikdecken erforderlich sind. Sind sie, entgegnete Heidi Pechmann, die sich zusammen mit der Grünen-Fraktion ein Bild vom OGS-Bereich der Schule gemacht hatte. Und in den OGS-Räumen, so Pechmann, herrsche ein Lautstärke, die sie niemandem zumuten möchte, weshalb die Maßnahme „dringend notwendig“ sei.

Am Ende verabschiedeten die Mitglieder den Haushaltsplanentwurf ohne Gegenstimme zur weiteren Debatte in den Haupt- und Finanzausschuss, der am Montag (8. März) im Haus Volking tagen wird.

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