Alltagshelden in Corona-Zeiten
Corona macht Arbeit für Busfahrer Erwin Schröder stressfreier

Lüdinghausen -

Bevor Erwin Schröder früh morgens den Motor startet, macht er richtig sauber im Bus und desinfiziert alle Griffflächen. Ist das Zusatzarbeit durch Corona? „Das habe ich immer schon gemacht“, sagt der 42-Jährige und gesteht: „Ich bin schon sehr pedantisch“. Aber so passt er ja gut in diese Zeit der Pandemie.

Samstag, 13.03.2021, 11:00 Uhr
Eine Plexiglasscheibe trennt den Fahrer von den Passagieren, und die erste Sitzreihe ist mit Flatterband gesperrt: Der Arbeitsplatz von Erwin Schröder hat sich verändert. Er findet das gut.
Eine Plexiglasscheibe trennt den Fahrer von den Passagieren, und die erste Sitzreihe ist mit Flatterband gesperrt: Der Arbeitsplatz von Erwin Schröder hat sich verändert. Er findet das gut. Foto: Gunnar A. Pier

Seit 2008 sitzt Schröder hinter dem Steuer, seit 2017 fährt er für den Regionalverkehr Münsterland (RVM) mit Sitz in Lüdinghausen. Auf allen Hauptlinien ist er unterwegs. Das ist oft abwechslungsreich, manchmal aber fährt er auch dreimal am Tag die Linie X 90 von Olfen über Lüdinghausen nach Münster. Der Reiz dieses Jobs? „Große Fahrzeuge zu lenken“, sagt er. Und der Umgang mit Menschen, die Begegnung mit den Fahrgästen. „Es gibt viele Stammgäste.“ Da falle das morgendliche „Hallo“ beim Einsteigen noch freundlicher aus.

Arbeit "stressfreier" gemacht

Die Corona-Pandemie und ihre Folgen haben seine Arbeit vor allem eines gemacht: „stressfreier“. Denn während der Fahrer trotz allem täglich im Bus sitzt, steigen weniger Passagiere zu. Viele sind in Kurzarbeit oder Homeoffice, fahren lieber mit dem eigenen Auto – oder bleiben gleich zuhause, weil Schulen und Geschäfte dicht sind. Also warten weniger Menschen an den Haltestellen, im Bus ist es ruhiger, die Straßen sind leerer. „Auf der Autobahn merkst du das sofort.“

Ich bin schon froh, dass die Scheibe da ist.

Busfahrer Erwin Schröder

Fürchtet der Fahrer wegen der Viren die Gäste? Schröder schüttelt den Kopf, aber sagt „Ich bin schon froh, dass die Scheibe da ist“ und zeigt auf das Plexiglas, das ihn inzwischen von den Zusteigenden trennt. Die Kundennähe sieht er dadurch kein bisschen beeinträchtigt: „Die kann gerne auch nach Corona bleiben.“ Und desinfizieren wird er dann wohl auch weiter.

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