Gericke schickt Bewerbung an NRW-Staatskanzlei
Kreis Warendorf will neue Wege mit Corona gehen

Kreis Warendorf -

„Innovative, technik-basierte Wege für eine Rückkehr zu einer gewissen Normalität“ will Landrat Dr. Olaf Gericke im Kreis ausprobieren. Als Landes-Modellkommune.

Mittwoch, 24.03.2021, 16:11 Uhr
Post aus dem Kreishaus: Landrat Dr. Olaf Gericke bringt den Kreis als Corona-Modellkommune ins Spiel.
Post aus dem Kreishaus: Landrat Dr. Olaf Gericke bringt den Kreis als Corona-Modellkommune ins Spiel. Foto: Kreis Warendorf

Der Kreis will Modellkommune für neue Wege im Umgang mit Corona werden. Eine entsprechende Bewerbung hat Landrat Dr. Olaf Gericke am Mittwoch an die NRW-Staatskanzlei gesandt.

„Ihren Ansatz, eine vorsichtige Öffnung des öffentlichen Lebens in ausgewählten Kommunen in Betracht zu ziehen, sofern dort eine lückenlose Kontaktnachverfolgung gewährleistet ist, begrüße ich ausdrücklich“, wendet sich Gericke darin an Ministerpräsident Armin Laschet. Und weiter: „Der Kreis Warendorf möchte sich für dieses Vorhaben als Modellkommune bewerben, denn wir erfüllen die erforderlichen Voraussetzungen dafür bereits heute.“ Man wisse, wie man Corona – unter anderem – mit der „Luca“-App ein Schnippchen schlage. Seit Mai 2020 nutzt der Kreis das Programm Sormas im Kreisgesundheitsamt, um Kontakte mit digitaler Technik schnell und effizient nachzuverfolgen und lnfektionsketten rasch und effektiv zu durchbrechen. „Das hat maßgeblich dazu beigetragen, das Ausbruchsgeschehen beim Schlachtbetrieb Tönnies im Juni 2020, das auch – wie Sie wissen – erhebliche Auswirkungen auf unseren Kreis hatte, unter Kontrolle zu bringen“, schreibt Olaf Gericke weiter.

Sormas und Luca als Werkzeuge

lm Zuge dessen habe man bei den Bürgern und Unternehmern bereits sehr früh als Modellregion für die Kontaktnachverfolgungs-App „Luca“ geworben, die sich problemlos mit Sormas koppeln lasse. Mit „Luca“ ermittelte Kontaktdaten können unkompliziert in Sormas eingespeist und sofort digital genutzt werden. „Auf diesem Wege kann eine Kontaktnachverfolgung schnell und effektiv erfolgen.“

„Luca“ werde sowohl von der Kreisverwaltung als auch von allen kreisangehörigen Gemeinden, die den Ansatz vollumfänglich unterstützen, genutzt. Zudem sei sie im ÖPNV – unter anderem bei der Schülerbeförderung – und bei zahlreichen Gewerbetreibenden im Einsatz. „Alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister stehen hinter der flächendeckenden Nutzung von ,Luca’.“

Wir erfüllen die erforderlichen Voraussetzungen dafür bereits heute.

Dr. Olaf Gericke

Für Menschen, die kein Smartphone nutzen, seien 30 000 „Luca“-Schlüsselanhänger mit QR-Code angeschafft worden, die bereits seit einer Woche über die Rathäuser kostenlos an die Bevölkerung verteilt werden. Der Kreis Warendorf weise trotz intensiver Testung, auch symptomloser Kontaktpersonen, stabile lnzidenzwerte um 80 auf, hier stehen der Bevölkerung insgesamt über 100 Teststellen zur Verfügung. Der Kreis bringe also „alle erforderlichen Voraussetzungen mit, um Öffnungsschritte im öffentlichen Leben unter kon­trollierten Bedingungen zu ermöglichen. Ein Höchstmaß an Sicherheit kann durch eine Strategie aus Testungen und einer effizienten und effektiven digitalen Kontaktnachverfolgung Grundlage dafür sein.

Bevölkerung und Gewerbetreibende erwarteten von den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung „neben Maßnahmen zur Kontaktbeschränkung auch innovative, technik-basierte Wege für eine Rückkehr zu einer gewissen Normalität weisen. Der Kreis Warendorf steht dafür als Modellkommune gerne zur Verfügung“, so der Landrat weiter. Er bitte Ministerpräsident Laschet darum, „dass Sie eine solche Möglichkeit in der Corona-Schutzverordnung berücksichtigen“.

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