Rat debattiert erneut über Luftfilter für Schulen
Lüften mit kreativen Ideen

Ostbevern -

Sind Luftfilter in Schulen nun sinnvoll oder nicht? Darüber diskutierten in der letzten Ratssitzung vor Ostern auch die Lokalpolitikern in Ostbevern. Sie einigen sich auf drei Maßnahmen. Eine davon: Die Verwaltung soll die Anschaffung von CO2-Messgeräten prüfen.

Sonntag, 28.03.2021, 17:55 Uhr aktualisiert: 28.03.2021, 18:00 Uhr
Lüften ist in Klassenräumen in Zeiten der Corona-Pandemie unabdingbar.
Lüften ist in Klassenräumen in Zeiten der Corona-Pandemie unabdingbar. Foto: Guido Kirchner/dpa

Bereits Ende November stand das Thema schon einmal auf der Agenda der Lokalpolitik: Sind Luftfilteranlagen für die Klassenräume sinnvoll oder nicht notwendig? Seinerzeit gab es unter den Mitgliedern des Bildungs-, Generationen und Sozialausschusses (BGSA) eine Pattsituation: Sieben Stimmen gab es für die Anlagen, sieben dagegen. Damit wurde der Antrag, der im November von den Grünen gestellt worden war, abgelehnt. Denn der Ausschussvorsitzenden Anja Beiers (Grüne) war es bei der Abstimmung durchgegangen, selber mit abzustimmen, so dass ihre Stimme – sie wäre das Zünglein an der Waage gewesen – nachträglich nicht gewertet werden konnte.

Bürgerantrag

Damit war die Diskussion um eine mögliche Anschaffung zunächst einmal vom Tisch. Bis jetzt zur jüngsten Ratssitzung ein Bürgerantrag in der Verwaltung einging. Antragsteller waren Iris und Hendrik Stratmann. Über die Elternvertretungen der beiden Grundschulen hatten sie ein Stimmungsbild der Familien eingeholt. Eindeutiges Ergebnis: Viele Eltern würden sich wohler fühlen, wenn entsprechende Geräte in den Schulen eingesetzt würden. Das entbehre natürlich nicht der gängigen „AHA-L-Maßnahmen“, waren sich die Antragsteller einig. Und das besonders ein regelmäßiges Stoßlüfte alternativlos ist, war auch unter den vier Fraktionen Konsens. Dennoch gab es in der Ratssitzung eine längere Debatte, ob der zusätzlich Einsatz von Filtergeräten denn nun erforderlich und sinnvoll sei – oder ob es nicht auch Alternativen gibt.

Nicht impulsiv abstimmen

Deutliche Unterstützung für eine Anschaffung von Luftfiltergeräten kam aus Richtung der Fraktion der Grünen. So war Ulrich Lunkebein der Auffassung: „Wenn Bundes- und Landesregierung es mit dem Testen und dem Impfen nicht hinbekommen, dann müssen wir wenigstens das tun, was wir können.“ Und dazu zählen in seinen Augen auch Luftfilteranlagen in den Schulen. Denn auch wenn Lüften weiter obligatorisch sein müsse, so können die Geräte in seinen Augen dennoch einen entscheidenden Beitrag leisten.

Grundsätzlich konnte Florian König (FDP) dem Ansinnen zustimmen und trotzdem warnte er: „Wir sollten hier nicht zu impulsiv abstimmen.“ Und er fragte: „Wie effektiv sind die Geräte, wenn jetzt zum Sommer hin die Fenster ohnehin problemlos immer offenstehen können?“

Konkreter wurde die SPD. Thomas Manthey berichtete, dass Fraktionsmitglied Willy Ludwig bereits im Januar zu einem Gerätehersteller in Sassenberg Kontakt aufgenommen habe. Seinerzeit sei es kein Problem gewesen, an ein Testgerät zu kommen. Wie sich die Situation allerdings jetzt darstelle, müsse man noch einmal eruieren.

Selbstbausatz

Bereits im BGSA hatte die CDU den Vorstoß zur Anschaffung der Filtergeräte abgelehnt. Zwar kam jetzt ein grundsätzliche Verständnis für die Problematik, dennoch gebe es keine gesicherten Erkenntnisse, dass die Luftfilteranlagen das Ansteckungsrisiko minimieren würden. Deswegen setzen die Christdemokraten auf Alternativen. „Es gibt einen vom Max-Planck-Institut entwickelten Selbstbausatz“, schlug Wolfgang Weglage (CDU) vor. Mit dieser einfachen Anlage sei es möglich, 90 Prozent potenziell Coronavirus-haltiger Aerosole aus der Raumluft zu entfernen, so der Christdemokrat weiter. Dieser Bausatz koste lediglich maximal 200 Euro pro Klassenraum – ein Lüftungsgerät kostet im Vergleich dazu zwischen 1000 und 2000 Euro. Darüber hinaus machte die CDU den Vorschlag, CO²-Messgeräte anzuschaffen, um so genauer den Zeitpunkt des Lüftens zu ermitteln.

Schlussendlich verständigten sich die Ratsmitglieder einstimmig darauf, dass die Verwaltung die Anschaffung von CO²-Messgeräten prüfen möge, ein Bausatz nach Anleitung des Max-Planck-Instituts testweise anzuschaffen sei und dass ein bis zwei Luftfiltergeräte zum Testen organisiert werden.

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