Aktion der BVW kein Aprilscherz
Flächenkauf entlang der B 64n zu Höchstpreisen

Warendorf -

„Es handelt sich nicht um einen Aprilscherz“, betont der Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW) gegenüber unserer Zeitung. Der Aufreger: „Keinen Quadratmeter für eine B 64n.“ Die Bürgerinitiative gegen den Bau der Umgehungsstraße verspricht in der Anzeige im Landwirtschaftlichen Wochenblatt, alle Flächen und Höfe entlang der B 64-Planung zu Höchstpreisen aufzukaufen.

Dienstag, 06.04.2021, 12:58 Uhr aktualisiert: 07.04.2021, 12:16 Uhr
Kein Aprilscherz: Diese Anzeige hat die Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW) im Landwirtschaftlichen Wochenblatt geschaltet und will Flächen und Höfe entlang der B 64n-Planung zu Höchstpreisen kaufen.
Kein Aprilscherz: Diese Anzeige hat die Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW) im Landwirtschaftlichen Wochenblatt geschaltet und will Flächen und Höfe entlang der B 64n-Planung zu Höchstpreisen kaufen. Foto: Joachim Edler

Nein, ins Boxhorn jagen wollte Bernhard Kremann niemanden mit der Anzeige, auch, wenn sie am 1. April im Landwirtschaftlichen Wochenblatt erschien. „Es handelt sich nicht um einen Aprilscherz“, betont der Sprecher der Bürgerinitiative Verkehrskonzept Warendorf (BVW) gegenüber unserer Zeitung.

Der Aufreger: „Keinen Quadratmeter für eine B 64n.“ Die Bürgerinitiative gegen den Bau der Umgehungsstraße verspricht in der Anzeige, alle Flächen und Höfe entlang der B 64-Planung zu Höchstpreisen aufzukaufen. „Wir wollen verhindern, dass unsere kostbaren Landwirtschaftlichen Flächen in die Hände von Straßen NRW gelangen, und für einen ungebremsten Straßenbau vernichtet werden.“ Die Agrarstrukturelle Analyse habe deutlich dargelegt, dass ein weiterer Flächenverlust durch die B 64n negative Folgen für die Landwirtschaft haben werde. Um diese unter allen Umständen zu verhindern, bietet die BVW ihren Mitgliedern aus der Landwirtschaft an, Flächen zu kaufen oder weiter zu vermitteln. Kremann selbst habe so eine Fläche erworben, die in der geplanten Umgehungsstraßen-Trasse liegt.

„Die landwirtschaftlichen Flächen müssen der Landwirtschaft erhalten bleiben.“ Der Sprecher der Bürgerinitiative weiß auch, dass fast oder gar keine Flächen zum Verkauf angeboten werden. Denn: „Die landwirtschaftlichen Flächen sind so knapp und werden gesucht wie noch nie. Wichtig ist nur, dass die Flächen nicht in die Hände von Straßen NRW gelangen. Denn deren Ziel sei einzig der Straßenneubau – und der werde bis zu 1000 Hektar landwirtschaftliche Betriebsfläche allein für den Straßenzug der B 64n vernichten.

Zudem, so Kremann, wolle Straßen NRW nur den Preis zahlen, den der Gutachterausschuss des Kreises Warendorf für Landwirtschaftliche Flächen vorgibt. „Und der liegt mit zurzeit bei acht bis neun Euro pro Hektar unter dem marktüblichen Preis von circa zwölf bis 13 Euro pro Hektar.“

Deshalb sei es besser, so Kremann, an die BVW und die Landwirte zu verkaufen, die für ihre Existenz auf diese letzten Flächen angewiesen seien.

Der BVW-Sprecher setzt dabei auf die tatkräftige Unterstützung des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes und der Landwirtschaftskammer.

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