Weg aus dem Lockdown
Lüdinghausen will Modell-Kommune werden

Lüdinghausen -

Lüdinghausen will Modell-Kommune werden, wenn es um Strategien für Öffnungen in Corona-Zeiten geht. Dazu wolle die Stadt Perspektiven aufzeigen, so Bürgermeister Ansgar Mertens.

Mittwoch, 07.04.2021, 10:00 Uhr
Wer möchte das nicht, einfach mal wieder ins Kino gehen.
Wer möchte das nicht, einfach mal wieder ins Kino gehen. Foto: wer

Der Bund-Länder-Beschluss räumt den Ländern die Möglichkeit ein, in ausgewählten Regionen unter strengen Auflagen zeitlich befristete Modellprojekte für einzelne Bereiche des öffentlichen Lebens zu erproben, um die pandemiesichere Umsetzbarkeit von Öffnungsschritten zu untersuchen. Auch die Stadt Lüdinghausen bewirbt sich für ein solches Modellprojekt. „Wir wollen Perspektiven aufzeigen, wie es gelingen kann, nach dem monatelangen Lockdown mit der Pandemie zu leben“, wird Bürgermeister Ansgar Mertens in einer städtischen Pressemitteilung zitiert.

In Lüdinghausen solle das Augenmerk vor allem auf zwei Bereiche gelegt werden. Das Projekt trägt den Titel „Kontrollierte Öffnung der Außengastronomie und des Kinos (Perspektive ‘21)“. „Viele sehnen sich danach, sich draußen aufzuhalten und die Außengastronomie zu nutzen“, so Mertens. „Dies ist ein Teil der Lebensqualität – insbesondere in Lüdinghausen und Seppenrade, wo wir ein unglaublich tolles Angebot vorweisen können.“ Das Kino musste schon kurz nach der Eröffnung im September vergangenen Jahres wieder geschlossen werden.

„Bäder-Offensive“ geplant

Bei den Modellprojekten gehe es darum, mit digitalen Hilfsmitteln ein Stück Freiheit zurückzubekommen. Das Kreisgesundheitsamt Coesfeld ist bereits offiziell in der Luca-App registriert. „Wir bitten die Bürgerinnen und Bürger darum, von dieser App Gebrauch zu machen“, so der Bürgermeister. „Außerdem möchten wir in Lüdinghausen in unserem Modellprojekt die Wayter-App nutzen. Mit dieser App können die Kunden mit ihrem Smartphone durch die Karte eines Restaurants stöbern und direkt bestellen und bezahlen.“ Auch im Kino würden der Check-In und die Karten- und Platzreservierung ausschließlich digital vorgenommen.

Darüber hinaus möchte der Kreis Coesfeld eine „Bäder-Offensive“ als Modellprojekt starten. Auch daran würde die Stadt Lüdinghausen sich beteiligen. Im Klutensee-Bad könnte eine Teststation eingerichtet werden. Die Anmeldung und Bezahlung würden ausschließlich auf digitalem Wege abgewickelt. Kindern könnte ein Schwimmkursus-Angebot unterbreitet und das Schulschwimmen unter gesonderten Bedingungen wiederaufgenommen werden. Auch ein öffentlicher Badbetrieb mit begrenzter Nutzerzahl wäre möglich, heißt es im Pressetext.

Die Entscheidung des Landes, welche Modellprojekte umgesetzt werden sollen, falle zeitnah. Das Land werde sechs bis acht Kommunen auswählen. „Wir gehen davon aus, dass sich sehr viele Städte und Gemeinden in NRW bewerben werden“, sagt Mertens. „Lüdinghausen bringt gute Voraussetzungen mit, weil unsere Bürgerinnen und Bürger durch ihr umsichtiges Verhalten gezeigt haben, dass wir hier verantwortlich mit der Pandemie umgehen.“

Welche Corona-Regeln in NRW seit Montag (29.3.) gelten

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  • Nordrhein-Westfalen zieht infolge der dritten Corona-Welle wieder die Zügel an. Aber die vereinbarte Notbremse wird sogleich wieder gelockert: Im verschärften Lockdown gibt es diesmal Ausnahmen - und zwar für Menschen mit negativem Schnelltest. Die neue Corona-Schutzverordnung gilt von Montag (29.3.) bis 18. April - die aktuellen Regelungen im Überblick.

    Foto: Matthias Ahlke
  • Öffnungen bei Test-Option:

    Mit einem negativen Test könnten die Menschen in den betroffenen Kreisen und Städten – mit einer Inzidenz über 100 – wieder mit Termin in den Baumarkt, in Geschäfte oder mit den Kindern in den Zoo gehen. Erlaubt sind auch Zutritt von Bibliotheken, Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten so wie auch körpernahe Dienstleistungen wie Gesichtskosmetik. Auflagen wie Desinfektion, Abstand und Maskenpflicht bleiben aber weiter bestehen.

    Foto: Diverse
  • Friseure:

    Friseure und medizinische Fußpflege fallen nicht unter die Corona-Notbremse. Sie bleiben weiter geöffnet. Ein negativer Test ist Laumann zufolge in Kommunen mit einer Inzidenz über 100 nicht nötig.

    Foto: Oliver Berg
  • Gastronomie:

    Die Gastronomie bleibt weiter geschlossen. Die Test-Option erstreckt sich laut Laumann nicht auf die Gastronomie. Das gebe die Corona-Schutzverordnung nicht her. Er verwies auf weitergehende Öffnungskonzepte, die im Rahmen der geplanten Modellregionen möglich seien.

     

    Foto: dpa
  • Kontaktbeschränkungen:

    Über das Osterwochenende werden die Kontaktbeschränkungen auch in Regionen mit hoher Corona-Inzidenz gelockert. Von Gründonnerstag bis Ostermontag (1. bis 5. April) dürfen sich landesweit unabhängig vom örtlichen Infektionsgeschehen fünf Personen aus zwei Haushalten treffen, heißt es in der Corona-Schutzverordnung. Kinder bis 14 Jahren werden nicht mitgerechnet. Außer an Ostern gilt aber in Kommunen mit einer Inzidenz über 100, dass sich Menschen aus einem Hausstand nur mit einer weiteren Person im öffentlichen Raum treffen dürfen.

    Foto: dpa
  • Volksfeste:

    Große Festveranstaltungen wie Volksfeste oder Schützenfeste sind in NRW noch bis mindestens 31. Mai verboten. Die Konkretisierung schafft Planungssicherheit für viele Vereine, die sonst im Frühjahr ihre Schützenfeste abgehalten hätten.

    Foto: dpa
  • Sonnenstudios:

    Ab dem 29. März ist der Betrieb von Sonnenstudios in NRW wieder erlaubt. Wie bei anderen körpernahen Dienstleistungen müssen allerdings die Vorgaben der Notbremse beachtet werden. Laumann begründete die Änderung mit entsprechenden Gerichtsurteilen.

    Foto: dpa
  • Schwimmunterricht:

    NRW lässt Schwimmunterricht für Kinder unter Auflagen wieder zu. Ab Montag dürfen Kurse für Schwimm-Anfänger und Kleinkinder wieder stattfinden - allerdings mit höchstens fünf Kindern pro Gruppe.

    Foto: dpa
  • Modellregionen:

    NRW will gemäß Bund-Länder-Beschluss in etwa einem halben Dutzend Modellregionen weitergehende Öffnungen mit strengem Schutz- und Testkonzept erproben.

    Foto: dpa
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