Coronafall im Ochtruper Gymnasium
Bangen um Abiturprüfungen

Ochtrup -

Ein Oberstufenschüler des Ochtruper Gymnasiums hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Nun muss ein Teil des Abiturjahrgangs in Quarantäne. Fraglich ist, was aus den Abschlussprüfungen wird, die am Freitag starten.

Montag, 19.04.2021, 06:45 Uhr aktualisiert: 19.04.2021, 07:50 Uhr
Ein Oberstufenschüler des Ochtruper Gymnasiums hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Nun müssen zahlreiche Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs in Quarantäne – nur wenige Tage vor Beginn ihrer Abschlussprüfungen.
Ein Oberstufenschüler des Ochtruper Gymnasiums hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Nun müssen zahlreiche Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrgangs in Quarantäne – nur wenige Tage vor Beginn ihrer Abschlussprüfungen. Foto: Anne Steven

Ungünstiger hätte es wohl kaum sein können. Nur wenige Tage bevor am Gymnasium die Abiturprüfen starten, hat sich ein Oberstufenschüler mit dem Coronavirus infiziert.

„Ja, wir haben einen positiven Fall im Abitur-Jahrgang“, bestätigte die Erste Beigeordnete Birgit Stening am Sonntag im Gespräch mit den Westfälischen Nachrichten. Zudem mussten zahlreiche Schülerinnen und Schüler in Quarantäne versetzt werden. Gerüchte, wonach etwa 50 Jugendliche und damit fast der gesamte Jahrgang betroffen seien, konnte Stening nicht bestätigen. „Das entzieht sich unserer Kenntnis“, verwies die Erste Beigeordnete auf die Tatsache, dass auch Schüler aus den umliegenden Kommunen wie Metelen, Wettringen oder Schüttorf das Gymnasium in Ochtrup besuchten und andere Ordnungsämter zuständig seien. Wie sich dieser Jahrgang zusammensetze, können sie nicht sagen.

Zahl der Infizierten geht in Ochtrup insgesamt zurück

In Ochtrup stieg die Zahl der Quarantänefälle am Sonntag auf 95, am Tag zuvor waren es noch 75 gewesen. Die Zahl der Infizierten ging insgesamt von 89 Personen am Samstag auf 82 am Sonntag zurück. Die Quarantäneverfügung spreche der Kreis Steinfurt aus, die Stadt Ochtrup leite das Schreiben lediglich an die Betroffenen weiter, erklärte Stening. Das Gymnasium sei bereits informiert, einige Eltern hätten zudem Kontakt mit dem Ordnungsamt der Kommune aufgenommen.

Stening weiß, dass die aktuelle Situation die Schülerinnen und Schüler in Stress versetzt. Sie haben sich wochenlang vorbereitet und wollen nun am Freitag (23. April) mit ihren Prüfungen starten. Da komme jede Störung ungelegen. Grundsätzlich gelte, dass niemand, der sich in Quarantäne befinde, das Haus verlassen dürfe. Ob für die Abiturprüfungen Ausnahmen erteilt würden, vermochte Birgit Stening nicht einzuschätzen. „Diese Entscheidung trifft der Kreis“, betonte sie. „Ich denke, dass auch die Bezirksregierung Münster eingeschaltet wird.“

Stadt verspricht Unterstützung

Von Seiten der Stadt Och­trup als Schulträgerin und Bürgermeisterin Christa Lenderich, die ebenfalls informiert sei, sicherte Birgit Stening dem Abiturjahrgang volle Unterstützung zu. „Wir helfen, wo wir können“, versprach sie, alles zu tun, damit die Abschlussprüfungen wo und in welcher Form auch immer, stattfinden können. Sie hofft zudem, dass sich keine weiteren Schülerinnen und Schüler infiziert haben. Glücklicherweise sei in der vergangnen Woche der Abiturjahrgang der einzige anwesende Jahrgang im Gymnasium gewesen. Am heutigen Montag sieht das anders aus. Denn dann startet der Wechselunterricht.

Wechselunterricht: Zwei Corona-Testungen pro Woche

In Nordrhein-Westfalen sind die meisten Schulklassen nach den Osterferien zunächst in den Distanzunterricht gegangen. Auch die Ochtruper Schulen wechselten ins Homeschooling (wir berichteten). Damit habe das Land auf das „noch unsicher einzuschätzende und schwer zu bewertende Infektionsgeschehen“ reagiert, schreibt die Stadt als Schulträgerin auf ihrer Homepage. Ab heute werde es im Kreis Steinfurt Wechselunterricht geben. Nur in NRW-Kreisen und kreisfreien Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz von über 200 blieben die Schülerinnen und Schüler weiterhin beim Distanzunterricht.Anders als im Infektionsschutzgesetz vorgesehen, gehe NRW künftig vorsichtiger beim Thema Corona-Testungen vor. So soll jeder Schüler zweimal pro Woche im Präsenzunterricht getestet werden. Im neuen Infektionsschutzgesetz-Paragrafen sei dies nur für Städte mit Inzidenzen über 100 geplant. Wer sich nicht testen lasse, dürfe in NRW künftig nicht am Präsenzunterricht teilnehmen. www.ochtrup.de

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