AOK-Gesundheitsreport
Häufige Krankmeldungen wegen Rückenschmerzen und Depressionen

Dortmund -

Jede fünfte Krankschreibung in Westfalen-Lippe geht auf Muskel- und Skelett-Erkrankungen zurück. Das geht aus dem Gesundheitsreport der AOK Nordwest hervor, der am Dienstag vorgestellt wurde. Die Zahl der Krankmeldungen in Westfalen-Lippe liegt bei 5,5 Prozent und damit höher als im Bundesdurchschnitt mit 4,9 Prozent.

Mittwoch, 08.05.2013, 16:02 Uhr

Horst Schlämmer alias Hape Kerkeling klagte nuschelnd„über Rücken“. So wie es ihm auf der Bühne ging, geht es vielen Menschen im wirklichen Leben: Die Muskel- und Skeletter­krankungen – hier vor allem Rückenleiden –verursachen die meisten krankheitsbedingen Fehltage von Ar­beit­nehmern in Westfalen-Lippe. Das geht aus dem Gesundheitsreport der AOK Nordwest hervor, der am Dienstag in Dortmund vorgestellt worden ist. „Diese Art von Beschwerden sind inzwischen für 25 Prozent aller Fehltage verantwortlich“, betonte der stellvertretende Vorstandschef der Krankenkasse, Dr. Dieter Pfaffrath . Auf dem zweiten Platz rangieren Ar­beits­un­fälle und Vergiftungen, auf dem dritten Platz liegen Atemwegserkrankungen, gefolgt von psychischen Beschwerden.

Auch in Westfalen-Lippe nehmen die Krankmeldungen wegen Depressionen, seelischer Erschöpfung oder Burn-out weiter stark zu. „Wer daran leidet, fehlt im Mittel 23,5 Tage und damit doppel so lange wie bei einer durchschnittlichen Krankmeldung“, sagt Pfaffrath. Hier liegt die Ausfallzeit bei 11,4 Tagen.

In puncto Krankschreibungen liegt NRW mit 5,5 Prozent über dem Bundesdurchschnitt mit 4,9 Prozent. Das bedeutet, dass von 1000 Ar­beitnehmern im Schnitt 55 krankgeschrieben sind. Nur im Saarland verzeichnet die AOK mehr Ausfalltage. Woran das liegt, ist nicht bekannt. „Wir vermuten, dass die hohe Zahl mit den alten industriellen Gebieten an der Saar und der Ruhr zu tun haben könnte“, so der AOK-Vize-Vorstand.

Ein Blick in die Landesteile bestätigt diese These jedoch nicht. So liegt die Zahl der Krankschreibungen im Regierungsbezirk Münster mit 5,5 Prozent im Landesdurchschnitt. Gleiches gilt für den Bezirk Detmold.

Vor alle die stete Zunahme von Rückenbeschwerden bereitet Ärzten und Krankenkassen große Sorgen. Jeder zweite AOK-Versicherte gab an, im vergangenen Jahr daran gelitten zu haben.„Ein Grund dafür uist, dass sich immer mehr Menschen immer weniger bewegen“, sagte Prof. Michael Tiemann,Präventionsreferent bei der AOK Nordwest.

105 Minuten körperliche Aktivität pro Woche fordert die Weltgesundheitsorganisation – in Deutschland schaffen das ge­rade mal jeder Zehnte.

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