Das elfte Jazzfest 1999
Konzerte mit Esprit und Humor

Gronau -

Die elfte Auflage des Jazzfests Gronau fand vom 18. bis 25. April 1999 statt.

Dienstag, 04.05.2021, 16:52 Uhr
„Les Haricots Rouges“ sorgten mit Klamauk und guter Musik für Stimmung im Jazzzelt.
„Les Haricots Rouges“ sorgten mit Klamauk und guter Musik für Stimmung im Jazzzelt. Foto: Pieter Boersma

1999 – das Jahrtausend neigte sich dem Ende zu, und in Gronau machten man sich daran, die elfte Auflage des Jazzfests zu goutieren. Ja, das Wort passt: Denn einer der Schwerpunkte des Festivals war Frankreich.

Die Stadt verpasste sich französisches Flair (einschließlich Mini-Eiffelturm), und musikalisch ging es am letzten April-Samstag mit Charme und Esprit ab. Und mit „‘umor“: Das Jazzzelt erbebte unter den Lachern, die „Les Haricots Rouges“ fabrizierten. Die Clownerien und der Slapstick der sechs Musiker waren formidabel. Zum Beispiel wenn jedes Instrument von zwei Musikern gleichzeitig bespielt wurde – und trotzdem „Petit fleur“ erklang.

Französisches Flair

Hieß es einen Abend lang „Jazzen wie Gott in Frankreich“ – auch die Briten waren gut vertreten mit Kenny Ball, Phil Mason und Sammy Rimington.

Maxine Weldon‘s Rhythm‘n‘Blues-Show aus den USA riss die Gäste im Jazzzelt von den Bänken. Weldon mit ihrer urgewaltigen Stimme zog die Aufmerksamkeit des Publikums durch ihre beeindruckende Präsenz auf sich.

Duke Ellington

Ein weiterer Schwerpunkt war Duke Ellington. Dem großen Komponisten, Arrangeur und Musiker erwies das Jazzfest aus Anlass des 100. Geburtstags seine Reverenz. Dieses Konzert fand im Studio der „Brücke“ statt, das auch den Rahmen für Barabara Thomsons Band Paraphernalia bildete. Der Raum war pickepackevoll, die Stimmung entsprechend aufgeheizt. Saxofonistin Thompson erwies sich als fantasievolle und ideenreiche Komponistin, die den guten alten Jazzrock entstaubte. Violinist Billy Thompson vereinte die Charaktere der großen Jazzrock-Geiger in einer Person, und Schlagzeuger Jon Hiseman hatte schweres Geschütz aufgefahren. Das Publikum ließ sich betören.

Der Jazzfrühschoppen im Zelt, unter anderem mit Captain Jazz und Special Guests wie Phil Mason und Dim Kesber, sowie und das Gospelkonzert am Sonntagabend rundeten das elfte Jazzfest ab.

Günstige Eintrittspreise

Dank der zahlreichen Sponsoren bleiben die Eintrittspreise günstig. Das Gesamtbudget umfasst erstmals 300 000 Mark. Was gab‘s noch? Manfred Haupt, Initiator des Jazzfests, scheidet nach zehn Jahren aus dem operativen Geschäft aus. Er unterstützt den Arbeitskreis aber weiterhin – bis heute. Die Kneipennacht mit 22 Bands war wiederum ein Renner – insgesamt – so schätzten die Organisatoren – wurden die Konzerte des Jazzfests 1999 von mehr als 10 000 Gästen besucht.

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