Teams aus Coesfeld und Lüdinghausen beim 2. Fiege-Wettbewerb „Aus Alt mach Neu“ erfolgreich
Aus Zugmobiliar wird Ruhezone

Coesfeld. Es gibt Wettbewerbe, die bieten sozialen Institutionen die Chance, in den Vordergrund zu treten. So einer ist der Wettbewerb „Aus Alt mach Neu“ des Logistikunternehmens Fiege. Die Idee der beiden Mitarbeiterinnen Isabell Pieper und Linda Niedenzu fand sogar Aufmerksamkeit in Düsseldorf. Das Land NRW zeichnete sie als „Engagement des Monats“ aus. Die Aufgabe ist simpel, die Ergebnisse beeindruckend. Mit einem Budget von je 300 Euro sollen Teams aus nicht mehr Brauchbarem etwas Neues, Nachhaltiges erschaffen. Was sie in der zweiten Staffel kreierten, präsentierten die Berufsvorbereitungslehrgänge der Kreishandwerkerschaft (KH) Coesfeld und Lüdinghausen, das Technologie- und Berufsbildungszentrum Münster (TBZ) und die Möbelbrücke gGmbH Greven der Evangelischen Jugendhilfe Münsterland jetzt im Stockumer Auditorium der Kreishandwerkerschaft Coesfeld.

Dienstag, 20.05.2014, 18:16 Uhr

Der Titel des Wettbewerbes war die Initialzündung. Er setzte bei den Gruppen einen konstruktiven Prozess frei. Aber noch viel mehr, wie Ulrich Sokoll von der Evangelischen Jugendhilfe Möbelbrücke Greven über „seine“ Jungs erzählt: „Für sie ist es eine neue Chance zu zeigen, was sie können. Sie identifizieren sich mit ihrer Projektidee und gehen darin auf, bekommen Selbstbestätigung und erfahren Erfolg.“

So wie Markus Wittich, der seinen Beruf des Schlossers aus gesundheitlichen Gründen nicht fortsetzen konnte. Sein Wissen und handwerkliches Geschick brachte er mit ein und schuf mit seinen Händen aus alten Ölfässern einen „Smoker Grill“. Der sollte sich in den zentralen Treffpunkt einfügen. Denn die Idee war es, mit dem schmalen Geldbeutel den Garten der Einrichtung wiederzubeleben. Und so ergänzten Köpfe und Hände aus dem Team eine vorhandene Laube mit Altholz zu einer Hütte, Holzpaletten wurden zu Möbeln, ein Zaun zum Stützgerüst für ein Hochbeet, alte Plastikbehälter zu Blumentöpfen und eine Badewanne zum Gartenteich. Kosten: 273 Euro.

Einzigartiges vollbrachten auch die anderen Teams. Im Mittelalter schwelgte das TBZ und verwandelte für 220 Euro einen zerbeulten Spind in einen 1,90 Meter hohen Hünen in Ritterrüstung mit ausklappbarem Grill. Dabei hatten die Jugendlichen überhaupt keine Vorkenntnisse über Metallverarbeitung, geschweige denn von Niettechnik. „Das haben die selbstständig hinbekommen“, so Handwerksmeister Detlef Kempken.

Die KH Coesfeld schaffte es mit dem geringsten Budget von nur 140 Euro, alte Rolltische so lange zu bearbeiten, bis daraus eine Theke für die Cafeteria entstand. Dann platzierte sie das bunte Möbelstück. Doch die Wand harmonierte nicht damit und erfuhr prompt eine Frischekur durch einen Neuanstrich. Das Team der KH Lüdinghausen schuf aus alten Waggonsitzen eine Ruhezone mit einem „malerischen“ Blick aus dem Zugfenster.

Die vierköpfige Jury stand vor einer schweren Entscheidung. Schlussendlich überzeugt hat das Gartenprojekt. „In der Bewertung lagen die Teams alle dicht beieinander. Aber die Möbelbrücke der evangelischen Jugendhilfe hat in kurzer Zeit ein Großprojekt mit vielen Teilprojekten umgesetzt. Das meiste in Eigenregie“, begründet Jens Hamann, Sprecher der Fiege-Logistik die Entscheidung. Für welchen der drei Hauptgewinne sich das Team entscheidet, ist noch unbekannt. Auswählen dürfen sie zwischen einer Kanutour, einer Klettertour oder Go-Kart-Fahrt. Die anderen Teilnehmer teilen sich den zweiten Platz.

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