FDP stellt jüngste Mannschaft – UWG die älteste / Landwirte bei CDU vorn / Höchster Frauenanteil bei SPD und Grünen
Bewerber-Listen unter der Lupe

Kreis Coesfeld. Wie sind die Mannschaften zusammengesetzt, die die Parteien und die Unabhängige Wähler-Gemeinschaft für den Kreistag aufgestellt haben? Das wollte unsere Zeitung genauer wissen und hat dafür die Bewerberlisten nach ihrem Frauenanteil, der Altersstruktur und den Schwerpunkten bei den Berufsgruppen unter die Lupe genommen. Zugrunde gelegt haben wir dabei nur die Daten der Kandidaten auf den aussichtsreichsten Plätzen, denn es würde das Bild verfälschen, wenn Bewerber auf den hinteren Rängen mitgezählt würden, die den Schnitt nach oben oder unten drücken, aber praktisch gar nicht zum Zuge kommen. Berücksichtigt haben wir bei den im Kreistag vertretenen Parteien die bisherigen Sitze plus vier, bei den neu antretenden Parteien jeweils fünf Listenplätze.

Donnerstag, 22.05.2014, 18:42 Uhr

Die Ergebnisse sind teilweise überraschend:

0 Frauenanteil: Für die Familien-Partei scheinen zur Familie gar keine Frauen zu gehören. Sie schickt jedenfalls keine Frauen für aussichtsreiche Plätze ins Rennen, ebenso wie die UWG. Mit 50 Prozent haben SPD und Grüne den höchsten Frauen-Anteil bei den Kreistags-Kandidaten. FDP, Linke und Piraten kommen auf 40 Prozent. Bei der CDU hingegen ist nicht einmal jeder fünfte Kandidat weiblich.

0 Altersschnitt: Das jüngste Kandidatenteam bei dieser Kreistagswahl stellen die Liberalen. Der Altersdurchschnitt beträgt bei der FDP fast exakt 41 Jahre. Dicht auf den Fersen sind ihr aber Bündnis 90/Die Grünen und die Piraten mit jeweils rund 43 Jahren. Mit im Schnitt 63 Jahren hat die UWG die ältesten Bewerber auf den Schild gehoben, gefolgt von der CDU mit 56 Jahren und der Familienpartei mit 51 Jahren.

Statistiker warnen vor Durchschnittswerten, weil sie relativ wenig aussagekräftig sind. Deshalb haben wir uns noch genauer angeschaut, wie viele ganz junge und wie viele ältere Bewerber auf den Listen stehen.

0 Junge Bewerber: Ganz ohne Bewerber unter 25 Jahren kommen bei dieser Wahl CDU, UWG, Piraten und Familienpartei aus. Den höchsten Anteil an Jüngeren haben mit jeweils 10 Prozent Grüne, FDP und Linke.

0 Ältere Bewerber: Rekordverdächtig ist der Anteil der Über-60-Jährigen auf der Kandidatenliste der UWG. Zwei Drittel der Bewerber gehören bei den „Unabhängigen“ dieser Altersgruppe an. Da bekommt der Begriff „Altparteien“, den sie gerne auf die anderen anwenden, einen ganz neuen Klang. Bei der CDU ist mit 46 Prozent fast jeder Zweite über 60 Jahre alt. Kein Platz ist für die ältere Generation hingegen offenkundig auf den Listen von Grünen und Piraten. Immerhin jeder Fünfte bei FDP und Familien-Partei strebt schon stramm dem Rentenalter zu.

0 Berufsgruppen: Besonders spannend war die Auswertung der Berufsgruppen. Würden sich die gängigen Klischees (SPD als Arbeiterpartei, CDU als Bauernvertretung, FDP als Selbstständigen-Hort und Grüne als Lehrer-Partei) bestätigen? Teils – teils, lautet die Antwort. Von denen, die bei der CDU auf aussichtsreichen Plätzen antreten, sind tatsächlich ein Viertel Landwirte oder üben einen Beruf in der Agrar-Branche aus. Bei der SPD spielen – auf der Kandidatenliste – Arbeiter gar keine Rolle mehr, dafür dominieren Lehrer und Büro-Angestellte mit jeweils rund 19 Prozent – und sogar Selbstständige sind mit 12,5 Prozent bei den Genossen noch gut vertreten. Partei der Selbstständigen und vor allem der Betriebswirte bleibt aber die FDP mit rund 40 Prozent. Sonst nennenswert vertreten sind bei den Liberalen noch Bankkaufleute (30 Prozent) und Lehrer (20 Prozent). Bei den Grünen sind Lehrer nicht mehr die bestimmende Gruppe. Aber die „Studentenbewegung“ lässt mit 20 Prozent immerhin noch grüßen. Den Bärenanteil stellen aber mit 30 Prozent kaufmännische Berufe. Bei den kleineren Parteien und der Wählergemeinschaft geht es „quer durch den Garten“.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/2468236?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F
Nachrichten-Ticker