Tagesstätte für     psychisch Kranke im neuen Domizil                                  
„Glückspilze“ im Caritas-Haus   

Coesfeld. „Das ist aber eine schöne Idee!“ Cäcilia Rehring von der Suchtberatung freut sich gestern in ihrem frischbezogenen Büro im obersten Stock des Caritas-Neubaus an der Osterwicker Straße in Coesfeld über Besuch aus dem Erdgeschoss. Aus Sektkorken haben die Besucher der Tagesstätte für psychisch Kranke rot-weiße „Glückspilze“ gebastelt, die sie zusammen mit einer Mini-Tafel Schokolade an die „Nachbarn“ im Haus verteilen. Die „Glückspilze“ stehen auch symbolisch dafür, dass alle Nutzer des neuen Caritas-Domizils sich glücklich schätzen können, jetzt mit großzügigeren Räumlichkeiten, erweiterten technischen und therapeutischen Möglichkeiten neu durchstarten zu können.

Montag, 02.06.2014, 18:44 Uhr

„Es war an der Wiesenstraße nicht schlecht, aber auch nicht optimal“, drückt es Tagesstätten-Besucher Ingo diplomatisch aus. Für den 51-jährigen Coesfelder, der schon seit einem Jahr das Angebot der Caritas nutzt, ist es bereits der zweite Umzug. Zunächst war er in Dülmen. Seit Oktober 2013, als der Kreis-Caritasverband eine zweite Tagesstätte mit 20 Plätzen zunächst im Altbau an der Wiesenstraße in Coesfeld eröffnete, kann er wohnortnah betreut werden. Der Abschied von Dülmen, gesteht er, sei ihm trotzdem nicht leicht gefallen. „Da gab es viele liebgewonnene Menschen.“ Aber alle 14 Tage könnten sie sich bei Freizeit-Treffs noch sehen. Soziale Kontakte seien für psychisch Kranke sehr wichtig, „damit sie nicht noch mehr in den Rückzug gehen und sich isolieren“, erklärt Hagen Freund, Leiter der gemeindepsychiatrischen Dienste des Caritasverbandes, den Hintergrund.

„Ich bekomme hier eine Tagesstruktur“, berichtet Ingo freimütig, warum er die Einrichtung besucht. Für das Mittagessen hat er nach dem Frühstück mit einer anderen Besucherin beim nahe gelegenen Lebensmittelmarkt eingekauft. In der neuen großzügigen Wohnküche wartet „Dorfhelferin“ Annette Nagel bereits auf die Zutaten fürs „Putengeschnetzelte“, das am Einzugstag auf dem Menü-Plan steht. Sie kämpft, während zwei andere Besucher das Fleisch schneiden, noch mit der Technik der neuen Abzugshaube, die nur per Fernbedienung zu steuern ist.

Aufregung herrscht überall im Haus. Umzugskisten werden ausgepackt. Im Raum der Ergotherapie räumt Inga Kliegel mit Besuchern Bastelmaterialien in die Regale. Hier und da hängen noch Kabel aus der Wand. Handwerker arbeiten am letzten Schliff. Vor dem Mittagessen genießt Tagesstellenleiterin Sandra Arning gemeinsam mit zwei Besuchern die Frühlingssonne im Garten mit herrlichem Blick ins Grüne hinter dem Haus, der demnächst noch eine Überdachung für die Raucher bekommt. Und sie schwärmt von der Lage, von der guten Anbindung an die Stadt, die das neue Haus bietet. Fußläufig seien viele Ziele erreichbar – von Einkaufsmöglichkeiten über das Kino und das Konzert Theater bis hin zum Coebad. „Da sind unsere Besucher ganz schnell mitten im Leben, wo wir sie hinhaben wollen“, ergänzt Freund. Optimal sei dafür auch der in der Nähe gelegene Bahn-Haltepunkt. Vom Schulzentrum sind es nur ein paar hundert Meter bis zum neuen Caritas-Domizil. „Ein Glücksfall für uns“, findet er.

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