In fünf Jahren soll es soweit sein / Bis dahin engere Zusammenarbeit gefragt / Pernhorst: „Keine Liebesheirat“
Familienbildungsstätten vor Fusion

Kreis Coesfeld. Er genießt es richtig, wenn morgens die Kinderwagen-Armada in Richtung Pekip-Kursus mit mal quietschvergnügten, mal kreischenden Babys an seinem Chefbüro in der Familienbildungsstätte in Lüdinghausen vorbeizieht: „Hier bin ich am Leben der jungen Familien ganz nah dran“, ist Boris Sander mit seinem neuen Job als Pädagogischer Leiter des Katholischen Bildungsforums im Kreisdekanat Coesfeld und Leiter der Familienbildungsstätte Lüdinghausen (jeweils mit halber Stelle) rundum zufrieden.

Dienstag, 03.06.2014, 18:12 Uhr

Der Familienvater aus Emsdetten ist von Haus aus Erlebnispädagoge in der Jugendarbeit: „Ich habe den Hochseilgarten geliebt!“

Seit vier Wochen steht der 38-Jährige vor großen strukturellen Herausforderungen: „Die finanzielle Lage zwingt uns, das Netz der Familienbildungsstätten enger zu knüpfen“, sagt der Diplom-Sozialarbeiter. Ziel ist die Fusion.

Seit 13 Jahren ist Sander für das Bistum tätig. Zuletzt leitete er das Regionalbüro Mitte für Kinder- und Jugendseelsorge in Dülmen und betreute die Kreisdekanate Borken, Recklinghausen und Coesfeld.

Stärkere Zusammenarbeit ist in den nächsten Jahren gefragt für die Familienbildungsstätten in Coesfeld, Dülmen, Lüdinghausen, Werne und Selm und das Kreisbildungswerk Coesfeld. „Synergieeffekte nutzen, aber ihr lokales Profil der Standorte erhalten“, verspricht der neue Chef seinen 45 hauptamtlichen Mitarbeitern und 1000 Honorarkräften zudem, dass keinerlei Stellen abgebaut werden. Ganz im Gegenteil wurde Sander für die nächsten zwei Jahre Ilka Brambrink als Assistentin an die Seite gestellt, auch um Themen wie die Präventionsarbeit gegen sexuellen Missbrauch gemeinsam anzugehen.

Denn alle 1000 Honorarkräfte, die für das Bildungsforum tätig sind und auch nur ganz sporadisch mit Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Schutzbefohlenen arbeiten, müssen geschult und sensibilisiert werden. „Ein Mammutprojekt“, stellt Sander klar, bei dem besonders für Infoveranstaltungen und Kurse Logistik und Fachkompetenz aller Standorte gemeinsam genutzt werden sollte.

Für die Fusion der Familienbildungsstätten will sich das Führungsteam unter Vorsitz von Kreisdechant Johannes Arntz fünf Jahre Zeit nehmen. „Das ist aber trotzdem keine Liebesheirat“, weiß Margret Pernhorst, Vorstand des Bildungsforums. Zunächst sollten sich die Mitarbeiter aller Standorte an einen Tisch setzen und Gemeinsamkeiten herausstellen. Um sich gemeinschaftlich gestärkt neuen Aufgabenbereichen wie der Anleitung zum verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien zuzuwenden.

„Im täglichen Gespräch bekommen wir hier mit, was die Themen in den Familien sind“, erklärt Sander. Und nicht nur dann, wenn die Mütter und Väter mit ihrem Nachwuchs an seinem Büro vorbei zum Pekip eilen.

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