Projekt „Öko-Profit Kreis Coesfeld“ startet mit 13 Betrieben / Ein Jahr Workshops und individuelle Beratung
Umwelt und Portmonee schonen

Dülmen. „Die Nebenkosten in unseren Wohnheimen werden ein immer größerer Faktor“, klagt Thomas Hommel vom Stift Tilbeck. Christoph Schlupkothen von der Bäder- und Parkhaus-Gesellschaft in Coesfeld hofft, beim CoeBad noch weiter Energie einsparen zu können, nachdem „durch eine kleine Umstellung schon ein fünfstelliger Betrag erreicht wurde“. „Kinder sind besonders motiviert und tough, was sie gelernt haben, auch umzusetzen“, sieht Thorsten Büscher, Leiter des Anna-Katharina-Emmerick-Schulverbundes in Dülmen, die Chance, den Umweltgedanken schon möglichst früh zu verankern. Die Motive der Vertreter von 13 Betrieben, die gestern bei der Auftaktveranstaltung des Projektes „Öko-Profit Kreis Coesfeld“ dabei sind, unterscheiden sich. Einig sind sich aber alle im Ziel, die Umwelt und das Portmonee gleichermaßen schonen zu wollen.

Mittwoch, 04.06.2014, 18:42 Uhr

Schon seit dem Jahr 2000 gibt es das Label „Öko-Profit“. Als erste ließ seinerzeit die Stadt Dortmund mit finanzieller Unterstützung des Landes ermitteln, wo bei ihr noch Einsparpotenziale liegen. „Inzwischen sind 1576 Betriebe in NRW ausgezeichnet worden“, berichtet Dorothee Meier von der Firma B.A.U.M. Consult aus Hamm, die gemeinsam mit der Firma Wessling die hiesigen Teilnehmer ein Jahr lang intensiv begleitet, einen fruchtbaren Austausch untereinander anregt und nach einer Prüfung und der Umsetzung geeigneter Maßnahmen am Ende das Öko-Profit-Siegel vergibt. Je nach Größe zwischen 2500 und 5500 Euro lassen sich die teilnehmenden Betriebe das kosten. Aber es winkt ihnen auch eine gute Refinanzierung dieser Investition: Wie die bisherigen Erfahrungen in anderen Kreisen und kreisfreien Städten (insgesamt 134 Projekte) zeigen, haben alle, die mitmachen, spätestens in drei Jahren ihren Beitrag schon wieder raus. Der ist im Kreis Coesfeld übrigens noch geringer als anderswo, weil sowohl der Kreis Coesfeld als Träger als auch die Stadtwerke Coesfeld und Dülmen sowie die Sparkasse Westmünsterland das Projekt als Sponsoren unterstützen.

Insgesamt sparen die Betriebe in NRW, die bislang mitmachten, zusammen 65 Millionen Euro pro Jahr ein – bei einmaligen Investitionen von 197 Millionen Euro. Dass auch die Umwelt von „Öko-Profit“ profitiert, kann Meier ebenfalls mit Zahlen belegen: So verbrauchen die teilnehmenden Betriebe jährlich etwa 3,2 Millionen Kubikmeter Wasser weniger. 44 500 Tonnen Restmüll pro Jahr landen weniger auf in der Verbrennung. Und 235 000 Tonnen klimaschädliches CO2 werden weniger in die Luft geblasen.

Die Betriebe aus dem Kreis Coesfeld, die das Thema allesamt schon lange auf dem Plan haben, sind nun sehr gespannt, welche konkreten weiteren Erfolge sie binnen Jahresfrist erzielen können. Mit gemeinsamen Workshops geht‘s los. Mitarbeitermotivation ist dabei ein wichtiger Aspekt. In Einzelberatungen geht es in den Betrieben dann konkret ans Eingemachte. Das kann dann auch die Chefetage betreffen: „Brauche ich einen Audi A 8 mit relativ hohem Spritverbrauch oder kann ich auch mit einem Kleinwagen ans Ziel kommen“, nennt Meier ein Beispiel. Eins stellt sie schon mal klar: „Wir können mit Öko-Profit nicht die Welt retten, aber wir können hier vor Ort einfach anfangen.“

„Einleuchtend“ findet Landrat Konrad Püning das Konzept: „Die Betriebe schonen Umwelt und Klima und senken gleichzeitig die Kosten.“ Er freut sich, dass im ersten Jahr 13 „Pioniere“ dabei sind, und hofft, dass das Ganze in den Folgejahren dann zum Selbstläufer wird.

| www.oekoprofit-nrw.de

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