Zahl der Unfälle unter Beteiligung junger Erwachsener im Kreis sinkt seit 2011 / Dritte Staffel angelaufen
„Crash-Kurs“: Mit Emotion zum Erfolg

Kreis Coesfeld. Es war zum Verzweifeln. Jahr für Jahr stieg die Zahl der Unfälle im Kreis Coesfeld, an denen junge Erwachsene beteiligt waren. Schärfere Kontrollen, Aktionen in Diskotheken, persönliche Ansprache: Nichts half wirklich, nichts erreichte die jungen Leute direkt. Doch jetzt scheint ein landesweites Programm eine Trendwende einzuleiten. Es heißt „Crash-Kurs NRW – Realität erfahren, echt hart“. Seit Juli 2011 läuft es im Kreis Coesfeld. 130 Schüler der Jahrgangstufe 11 des Gymnasiums Nepomucenum in Coesfeld waren seinerzeit die ersten im Münsterland, die an der Kampagne teilnahmen. Über 5000 Schüler von Gymnasien und Berufskollegs haben die Maßnahme inzwischen durchlaufen. Die dritte Staffel ist gerade im Konzert Theater in Coesfeld angerollt.

Donnerstag, 05.06.2014, 18:50 Uhr

Dass das Programm wirkungsvoll ist, kann die Polizei nach nunmehr drei Jahren mit handfesten Zahlen belegen. „Seit 2011 ist die Anzahl der meldepflichtigen Unfälle kreisweit von 5492 auf 5122 stetig gesunken“, so Landrat Konrad Püning. Von 357 auf 307 zurückgegangen sei auch die Zahl der Unfälle, an denen junge Erwachse (18 bis 24 Jahre) beteiligt waren. „Auch die Anzahl der Verletzten in dieser Altersgruppe sank seit 2011 von 176 auf 153,“ so Püning.

Wie funktioniert der „Crash-Kurs“? „Die Schüler sollen vor allem emotional erreicht werden“, nennt Martin Pollmann die Grundidee. Eben weil die anderen Konzepte, die eher auf die Vernunft abzielten, nicht so erfolgreich waren. In den zentralen Veranstaltungen, die später in der Schule noch nachbereitet werden, schildern Polizisten, Notfallseelsorger, Rettungsassistenten und Opfer aus ihrer ganz persönlichen Perspektive, wie sie Verkehrsunfälle er- beziehungsweise überlebt haben. Das sind authentische Augenzeugenberichte, die niemand so schnell vergisst. Deutlich, so Pollmann, werde dabei vor allem, dass Unfälle eben nicht einfach so aus heiterem Himmel passierten, „sondern immer mit Fehlern zu tun haben: Ob lebendig oder tot – es liegt in Deiner Hand“.

Er kündigte an, dass die Polizei im Kreis über „Crash-Kurs“ hinaus weiter mit unterschiedlichen Aktionen versuchen wolle, das gefährlich hohe Geschwindigkeitsniveau auf den Straßen zu senken. So soll es im Herbst wieder einen Blitzmarathon geben. Auch die jüngst neu gegründete Motorradstaffel habe in den ersten Wochen bereits zahlreiche Geschwindigkeitsverstöße geahndet und so zur Verkehrssicherheit im Kreis beigetragen. | Kommentar

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