Christian Holterhues will wissenschaftliche Forschung und die Praxis in den Unternehmen zusammenbringen
Der „Innovations-Makler“

Kreis Coesfeld. „Innovations-Makler“: Den Begriff gibt es eigentlich gar nicht. „Den habe ich selbst erfunden“, lacht Christian Holterhues. Er treffe das, was er tue, aber ganz gut. Wie ein Immobilienmakler Hausbesitzer und potenzielle Käufer zusammenbringt, versucht der 32-Jährige Unternehmer, die neue Produkte auf den Markt bringen oder Herstellungsverfahren optimieren wollen, mit Wissenschaftlern bekannt zu machen, die zu ihrem Thema forschen. Im Gegensatz zu Immobilienmaklern ist dieser Service für die beiden Nutznießer sogar kostenfrei. Denn Holterhues ist seit fünf Wochen bei der Wirtschaftsförderung Kreis Coesfeld (WFC) mit Sitz in Dülmen angestellt, die es sich zum Ziel gesetzt hat, Innovationen in der Region zu fördern. Seine Zielgruppe sind dabei nicht nur größere Unternehmen, sondern vor allem auch die vielen Mittelständler und Kleinstfirmen.

Freitag, 06.06.2014, 17:52 Uhr

Während die ganz Großen nämlich eigene Entwicklungsabteilungen haben und längst schon enge Kontakte zu Universitäten und Fachhochschulen pflegen, ist das für kleinere und mittlere Betriebe gar nicht so leicht. Schließlich kann man nicht einfach in der Telefonzentrale der Uni Münster anrufen und nachfragen, wer einem helfen kann, zum Beispiel die Software für einen Herstellungsprozess zu überarbeiten. Da kommt Holterhues ins Spiel. Der studierte Wirtschafts-Geograf, der sich zuvor seit 2008 bei der IHK in Ostwestfalen-Lippe um genau solche Fälle gekümmert hat, verfügt auch bei der WFC über ein engmaschiges Netz von Kontakten in die Hochschulszene hinein. Er weiß zwar auch nicht immer, wer gerade woran forscht. Aber er weiß, wie er das rauskriegt. Und manchmal, berichtet er aus der Praxis, könne durch ein Problem, das eine Firma gelöst haben möchte, sogar eine Forschungsarbeit angestoßen werden.

„Viele denken: Das können wir uns als kleines Unternehmen sowieso nicht leisten“, so Holterhues. Und dann werde es gar nicht erst versucht. Die vielleicht gute, marktfähige Idee lande in der Schublade. Dabei gebe es auch viele Fördertöpfe öffentlicher Stellen, die gerade kleinere und mittlere Betriebe sowie Existenzgründer anzapfen könnten. Auch da weiß Holterhues, wo etwas zu holen ist.

Meistens lohnt es sich. Viele Unternehmer hat Holterhues in Ostwestfalen-Lippe schon glücklich gemacht. Und auch im westlichen Westfalen soll der Funken von der Forschung in die Praxis und umgekehrt nun überspringen. „Das könnte dann sogar eine Win-Win-Win-Situation werden“, meint er, denn nicht nur das Unternehmen und die Forschungseinrichtung könnten davon profitieren, sondern die ganze Region als Wirtschaftsstandort. „Wir leben zwar in einer starken Region, die breit aufgestellt ist“, erklärt er. Aber der Druck, ständig Neues auf den Markt zu bringen, steige auch für die hiesigen Unternehmen. Und da es bis auf das Kompetenzzentrum für Geschäftsprozessmangement in Coesfeld keinen eigenen Hochschulstandort im Kreis gebe, komme es verstärkt darauf an, anderswo Knowhow zu generieren. „Sie müssen wissen, wo es Expertise gibt.“ Und umgekehrt müssten aber auch Hochschulabsolventen wissen, wo sie – fernab großer Namen – innovative Unternehmen finden.

7 Unternehmen, die an dem kostenlosen Service interessiert sind, melden sich unter 2 02594 / 78240-26 oder christian.holterhues@wfc-kreis-coesfeld.de.
| www.wfc-kreis-coesfeld.de

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