Evangelische Sommersynode einstimmig für Prüfung einer Verwaltungsfusion mit Tecklenburg und Münster
Kirchenkreis tritt die Kostenbremse

Kreis Coesfeld. Zusammenschluss der Kirchenkreise, um Synergien zu nutzen und langfristig Kosten zu drücken: Diesem Prüfantrag stimmten am Mittwoch die kirchlichen Vertreter („Synodale“) des Evangelischen Kirchenkreises Steinfurt-Coesfeld-Borken während ihrer traditionellen Sommersynode in der Burg Ramsdorf in Velen-Ramsdorf im Kreis Borken einstimmig zu.

Mittwoch, 25.06.2014, 18:46 Uhr

Die Kostenzwänge sind enorm, und denen fügten sich die 86 Synodalen, trotz einiger „Bauchschmerzen“, wie ein Vertreter formulierte: Er sehe keine schnellen Vorteile.

Geplant ist, dass bis zum Jahr 2020 Steinfurt-Coesfeld-Borken (86 000 Gemeindeglieder) und Tecklenburg (79 000) an einem gemeinsamen Standort ihre Gemeinden verwalten; Münster (105 000) als dritter Kirchenkreis im Münsterland soll dann dazukommen, wenn die ersten beiden Kreise das Neue kirchliche Finanzmanagement (NkF) eingeführt haben. Münster praktiziert es bereits als Pilotprojekt mit Iserlohn.

Gut 60 Mitarbeiter wären betroffen. „Wir brauchen intelligente Lösungen“, war Superintendent Joachim Anicker als Chef des Kreissynodalvorstandes (KSV) froh über die „klare Zustimmung“. Pfarrer Michael Bruch aus Anickers früherer Gemeinde Paul Gerhardt in Rhede, hatte blumig geworben: „Das ist wie eine Verlobung, der das Ja-Wort folgen sollte.“

Eine richtungsweisende Entscheidung erwartet Anicker frühestens auf der Herbstsynode des Kirchenkreises am 15. November in Dülmen-Karthaus.

Anicker und sein Assessor Ulf Schlien machten im Vorfeld der Pläne um eine jährliche zehnprozentige Einsparung von 250 000 Euro bei einem heutigen Jahresetat von 2,87 Millionen Euro klar, dass es keinen Ausweg aus der Finanzsituation gebe.

Schon in der Vergangenheit habe der Kirchenkreis Einnahmeeinbußen von 22,6 Prozent bewältigt. Sieben Vollzeit-Pfarrstellen wurden gestrichen, der Etat um 15 Prozent gekürzt bei gleichen Ausgaben.

Hintergrund sind geringere Kirchensteuereinnahmen. In vier Regionalkonferenzen wurde bereits – offenbar erfolglos – diskutiert. Zu starker Gegenwind kam aus vielen Gemeinden. Deshalb wurde in Ramsdorf keine Entscheidung herbeigeführt, wie zunächst geplant. Alle synodalen Dienste müssten auf den Prüfstand, auch die Jugendbegegnungsstätte in Nordwalde. Anicker: „Wir müssen in Wallung kommen, aber auch geduldig sein.“

Das schwierige Finanzmanagement mache keinen Spaß, reklamierte Anicker (57), bis 2020 gewählt und seit 2005 im Amt. Er fühle sich längst eher als Verwaltungsdirektor denn als Pfarrer. Gleichwohl: „Spaß ist der falsche Begriff. Es macht Freude, teilzuhaben und gestalten zu können.“

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