Beim CDU-Kreisparteitag über Sicherheit diskutiert / Vorsicht vor Ferien-Abschied auf Facebook
Einbruch nach Urlaubsankündigung

Kreis Coesfeld. Sicherheit ist das magische Wort. Das Thema bewegt die Menschen und wird es auch immer tun. Aber wie sicher leben wir eigentlich im Kreis Coesfeld? Kann man wirklich absolut sicher sein? „Das Gefühl ist das Entscheidende‘‘, betonte Ulrich Kinitz, Leiter der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz bei der Kreispolizeibehörde Coesfeld. „Das Gefühl beschreibt die Sicherheit auf den Punkt.“ Ulrich Kinitz lieferte sich mit dem Leiter des Verfassungsschutzes im NRW-Innenministerium, Burkhard Freier, sowie dem Landesvorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamte, Sebastian Fiedler, packende Rededuelle in der Sendener Steverhalle. Die Podiumsdiskussion zum Thema Sicherheit fand im Rahmen des CDU-Kreisparteitages statt.

Mittwoch, 02.07.2014, 16:23 Uhr

Ulrich Kinitz war an der Reihe. Er ging zum Rednerpult und rückte das Mikrophon zurecht. Der Leiter der Direktion Gefahrenabwehr/Einsatz bei der Kreispolizeibehörde Coesfeld blickte in die Gesichter der Delegierten. „Ich möchte Sie nicht mit Statistiken quälen“, sagte er. „Aber eine habe ich.“ Es war die Statistik der Kriminalitätshäufigkeitszahlen. Sie zeige in der Relation zur Anzahl der Bevölkerung, wo der Kreis Coesfeld stehe. Mit knapp über 6000 Straftaten auf 100 000 Einwohner stehe der Kreis Coesfeld sehr gut dar. „Wenn wir diese Ergebnisse vergleichen, können wir sagen, dass wir hier sehr gut aufgehoben sind.“

Das Gefühl spiele bei der brisanten Thematik eine Schlüsselrolle. „Fühlen wir uns sicher, wenn es draußen dunkel ist, wenn die Haustür abgeschlossen ist oder wir einen Fahrradhelm tragen?“, fragte Kinitz in die Runde. Das Thema Sicherheit müsse sehr individuell betrachtet werden. „Es gibt viele Nuancen.“

Auf die Frage einer Delegierten, ob Orte, in der eine Polizeistation ist oder eine Streife fährt, sicherer sind als andere, erklärte Kinitz: „Es kommt auf die Infrastruktur an.“ Man müsse differenzieren und schauen, ob die Infrastruktur kriminal geografischen Raum gebe, wie beispielsweise eine Autobahnanbindung.

Der Pressesprecher des CDU-Kreisverbandes, Jörg Grabenschröer, der die Podiumsdiskussion solide und souverän moderierte, hob hervor, dass sich die Zahl der Wohnungseinbrüche in den vergangen fünf Jahren mit 538 mehr als verdoppelt habe. Die Aufklärungsquote sei nahezu gleich geblieben. „Die roten Bereiche mit hoher Kriminalität aus dem Ruhrgebiet haben sich ausgedehnt. Wir haben erkannt, dass diese Verbrechen in unsere Gebiete eindringen“, erklärte Kinitz. Bereiche im Kreis Coesfeld oder den umliegenden Kreisen, die vorher grün waren, hätten sich gelb und orange gefärbt.

In einem Punkt waren sich alle drei Experten sicher. Aufklärung und Sensibilisierung der Bürger sei die beste Waffe im Kampf gegen Kriminalität. Kinitz ging sogar noch einen Schritt weiter. Als präventive Maßnahme solle man immer die Haustür abschließen und der Nachbarin Bescheid sagen, wenn man nicht da oder im Urlaub sei. „Auf keinen Fall soll man bei Facebook posten, dass man drei Wochen im Urlaub ist. Das ist wie eine Einladung“, so der Experte. Trotzdem: „Wir werden nie 100 Prozent sicher sein.“ Dafür sei der Spagat zwischen Sicherheit und Freiheit zu riesig.

Zu Beginn ließ CDU-Kreisverbandsvorsitzender Marc Henrichmann die vergangenen Wahlen (Bundes- und Kommunalwahl) Revue passieren. „Die Botschaft ist klar, die CDU kann gestalten und etwas bewegen. Wir können Menschen mobilisieren.“ Eine der größten Herausforderungen der Zukunft sei, den Altersdurchschnitt in der Partei zu senken. „Wir können uns nicht auf dem Erfolg ausruhen. Sprechen Sie neue Leute an und binden Sie sie ein“, forderte er die 117 Delegierten des Kreisparteitages auf.

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