DGB-„Sommergespräch“ mit Bundestagsabgeordnetem und Landesbezirks-Vizechefin
„Kreis Coesfeld steht bei Rente gut da“

Buldern. Die Durchschnittsrenten sind im Kreis Coesfeld in den vergangenen 20 Jahren deutlich gestiegen. Wie Dr. Sabine Graf, stellvertretende Vorsitzende des DGB-Landesbezirks, jetzt beim „Sommergespräch“ des DGB-Kreisverbands Coesfelds im Gasthaus Kentrup in Buldern berichtete, erhielten Männer im Jahr 2013 im Schnitt 1012 Euro und Frauen 464 Euro. 1993 seien es mit 885 beziehungsweise 261 Euro noch deutlich weniger gewesen. „Der Kreis Coesfeld steht vergleichsweise gut da“, sagte sie mit Blick auf bundesweit sinkende Durchschnittswerte.

Mittwoch, 13.08.2014, 17:40 Uhr

Graf, die CDU-Mitglied ist, plädierte vor mehr als 20 Vertretern aller Mitgliedsgewerkschaften aus dem Kreis Coesfeld dafür, das gesetzliche Rentenversicherungssystem „weiter zu stärken“ und kritisierte in diesem Zusammenhang, dass die von der schwarz-roten Bundesregierung beschlossene Mütterrente aus dem allgemeinen Renten-Topf bezahlt werde, obwohl sie auch an Frauen gehe, die gar nicht eingezahlt hätten, zum Beispiel Ärztinnen oder andere Freiberufler. Diese Kritik wollte Karl Schiewerling, arbeitsmarkt- und sozialpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, so nicht stehen lassen. Er betonte, dass ohnehin ein erheblicher Teil an Steuerzuschüssen in den Renten-Topf fließe. „Der Staat ist also bereits beteiligt“, unterstrich der Nottulner.

Kreis-DGB-Chef Ortwin Bickhove-Swiderski (Dülmen) kritisierte, dass von der Rentenversicherung immer mehr Reha-Anträge abgelehnt würden. Das wisse man aus zahlreichen Klageverfahren, in denen der DGB-Rechtsschutz die Mitglieder vertritt. „Wir haben beschlossen den Reha-Deckel anzuheben“, erklärte Schiewerling, dass die Große Koalition darauf bereits reagiert habe.

Schiewerling sprach sich in der Diskussion mit den Gewerkschaftern dafür aus, das Rentenniveau von zurzeit 48,7 Prozent möglichst nicht bis auf die äußerste Grenze von 43 Prozent absinken zu lassen. Das geschnürte „Renten-Paket“ bezeichnete er als „guten Kompromiss“. Nur bei der Erwerbsminderungsrente, das verhehle er nicht, hätte aus seiner Sicht mehr getan werden können. Insgesamt zeigte er sich mit den Ergebnissen der Koalition – zum Beispiel auch beim Mindeslohn – sehr zufrieden: „Das wäre in der bisherigen Koalition nicht möglich gewesen.“

Graf erklärte, dass es punktuell zwar noch einiges an Kritik gebe, Grundsätzlich könne man aber stolz darauf sein, den Mindestlohn durchgesetzt zu haben. Sie versicherte, dass der DGB nun darauf dringen werde, „dass es nicht bei den 8,50 Euro bleibt, sondern möglichst bald Anpassungen folgen.“

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