Dülmens Ortsvereinschef fällt überraschend durch / Neue Stellvertreter aus Coesfeld und Ascheberg
92 % für Stinka – Vize abgewählt

AScheberg. Mit 92 Prozent haben die Delegierten des SPD-Parteitags am Samstag bei Klaas Alu-Kranbau in Ascheberg ihren Unterbezirksvorsitzenden André Stinka wiedergewählt. 46 mal „Ja“, zweimal „Nein“ verkündete Jan-Peter Klingelhöfer von der Stimmzählerkommission. Ein Traumergebnis für den Generalsekretär der NRW-SPD. Eher ein Alptraum wurde die Versammlung für seinen Vize Heiner Kiekebusch. Der Dülmener Ortsvereinsvorsitzende fiel überraschend bei der Neuwahl der Stellvertreter durch. Zwei waren zu bestimmen. Neben Kiekebusch traten mit Marion Mensing aus Gescher-Hochmoor (Mitglied im Ortsverband Coesfeld) und Johannes Waldmann aus Ascheberg noch zwei Neulinge an, die sich klar mit 30 beziehungsweise 31 Stimmen gegen den Dülmener (19 Stimmen) durchsetzten. Viele im Saal sahen das als Abstrafung für seine rigorose Personalpolitik in Dülmen an, der zuletzt die frühere Ratsfraktionsvorsitzende Waltraud Bednarz zum Opfer gefallen war. „Ja, Heiner“, hatte Stinka bei der Verabschiedung der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Bedauern in seiner Stimme, als Kiekebusch an die Reihe kam. „Eigentlich wollte ich ja ohne einen Blumenstrauß nach Hause gehen. Das hat nicht ganz geklappt“, überspielte Kiekebusch seine Enttäuschung mit Humor. Gegenüber unserer Zeitung zeigte er sich später auf Nachfrage selbstbewusst: An ihm als Dülmener Ortsvereinsvorsitzendem komme im Kreis ohnehin keiner vorbei, sagte er. „So oder so.“

Sonntag, 07.12.2014, 20:36 Uhr

Und noch eine weitere Kampfabstimmung gab es. Um den Schriftführer, der nach einer Satzungsänderung erstmals zum geschäftsführenden Vorstand gehört. Thomas Bockemühl, Kreistagsabgeordneter aus Rosendahl, unterlag dabei der von den SPD-Frauen und den Jusos vorgeschlagenen Katharina Kolpatzik (25) aus Dülmen mit 24:26 Stimmen denkbar knapp.

Inhaltlich richtete die Partei den Blick nach vorn: Anknüpfend an das „Zukunft-Forum „Kreis Coesfeld – Visionen 2025“, das die SPD 2012 veranstaltete, beschlossen die Delegierten einstimmig die weitere Vertiefung dieser Arbeit. „Ganz konkret um die Probleme vor Ort“ wollen sich die Sozialdemokraten kümmern und eine „Nachbarschaftskampagne“ starten. Ziele sind unter anderem bedarfsgerechte Wohnungsangebote für alle Generationen unabhängig vom Einkommen sowie die Förderung von Integration und Inklusion.

Kämpferisch richtete Stinka den Blick schon auf die Landrats-Wahl im nächsten Jahr. „Die CDU und ihr Landrat sind politisch leider in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts stecken geblieben“, unterstrich er. Darunter litten alle Fraktionen im Kreistag – am meisten aber der Kreis Coesfeld. Deshalb tue der Wechsel Not. Dafür warb auch Nottulns Bürgermeister Peter Amadeus Schneider, der der gemeinsam mit den Grünen gebildeten Kandidaten-Auswahl-Kommission angehört. „Die Kooperation mit den Grünen ist beispiellos gut“, meinte er. Die Chance für den Wechsel greifbar nah, weil der Amtsinhaber nicht mehr antritt: „Das ermöglicht eine echte Wahl mit einer echten Aussicht.“ Gelingen könne das aber nur, wenn alle Ortsvereine den Kandidaten, der im neuen Jahr bei einem gemeinsamen Parteitag mit den Grünen gekürt werden soll, unterstützen. Geplant ist dafür ein Patenschaftskonzept.

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