SPD und Grüne haben vier Landrats-Bewerber zur Vorstellung eingeladen / Frau aus Bremer Bürgerschaft dabei
Ein Kandidat kommt aus dem Kreis

Kreis Coesfeld. „Wir haben vier heiße Kandidaten“, frohlockte Grünen-Kreisvorsitzender Richard Dammann. Die Kommission, die bei SPD und Grünen im Kreis Coesfeld den gemeinsamen Landrats-Bewerber ausguckt, hat in dieser Woche die Unterlagen gesichtet und eine Vorauswahl getroffen. Drei Männer und eine Frau werden sich am 7. Februar dem paritätisch besetzten, sechsköpfigen Gremium vorstellen. Noch am selben Tag sollen nach Auskunft von Andre Stinka, Unterbezirksvorsitzender und NRW-Generalsekretär der SPD, Nägel mit Köpfen gemacht werden. Am Abend soll der gemeinsame Kandidat feststehen. Bereits am darauf folgenden Tag, einem Sonntag, soll er der Presse präsentiert werden.

Freitag, 09.01.2015, 17:36 Uhr

„Das war ein konstruktiver Abend“, bilanzierte Stinka die gemeinsame Vorauswahl. SPD und Grüne hätten in langen Gesprächen die Basis geschaffen für die weiteren Schritte der Kandidatenkür – und auch darüber hinaus. „Auch auf die Zusammenarbeit im Kreistag wird sich das positiv auswirken“, ist der Dülmener sicher.

Zehn Bewerbungsmappen mit Anschreiben aus dem ganzen Bundesgebiet lagen der Kommission vor. Eine war noch nachgekleckert. Und auch in dieser Woche sind noch zwei gekommen. „Das ist noch unklar, wie wir damit umgehen werden“, so Dammann.

Über die Vier, die zu Vorstellungsgesprächen eingeladen wurden, wollten Stinka und Dammann noch nicht viel verraten. „Männer und Frauen gemischt sind dabei“, sagte Stinka. Alle brächten Erfahrungen aus Politik und/oder Verwaltung mit, so Dammann. Unter den Berufen sind Juristen, Sozialpädagogen und Verwaltungsfachleute, teils mit, teils ohne Parteibuch.

Einer der Bewerber kommt aus dem Kreis Coesfeld, arbeitet aber in einem Nachbarkreis. Die anderen seien „von relativ weit weg“, so Dammann. Altersmäßig reiche die Spanne von 45 Jahren bis zum Pensionsalter. „Altersdiskriminierung gibt es bei uns nicht“, sagte Dammann dazu.

Nach Informationen unserer Zeitung ist die einzige Frau, die in die engere Wahl gekommen ist, Mitglied der Bremer Bürgerschaft, das ist der Landtag im Stadtstaat.

Wer wird das Rennen machen? Das ist natürlich noch völlig offen. Aber es gibt schon Präferenzen: „Ich habe zwei Favoriten“, meint Stinka. In den Gesprächen mit den Kandidaten werde es nach seiner Überzeugung darauf ankommen, herauszufinden, welcher der allesamt fachlich geeigneten Bewerber am ehesten in der Lage ist, über den „Tellerrand“ hinauszublicken und den Kreis Coesfeld zu öffnen für neue Perspektiven. „Der Dornröschenschlaf muss beendet werden“, so Stinka.

Die Kandidatenkür wird spannend. Da das Auswahlgremium paritätisch besetzt ist, wird keine Seite ihren Wunsch-Bewerber so einfach durchdrücken können. Man muss sich einigen.

Offiziell gewählt werden soll der Kandidat am Ende von der Parteibasis. Bei zeitgleich am selben Ort stattfindenden Parteitagen sind dann die Mitglieder von SPD und Grünen gefragt. Voraussichtlich soll das am 26. Februar in Dülmen sein. Fünf Tage nachdem die CDU ihre Landrats-Entscheidung getroffen hat.

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