Neuer Förderverein will Christophorus-Kliniken ideell und finanziell unterstützen
„Wir sind ein Krankenhaus“

NoTTULN (ds). Krankenhäuser haben zurzeit zu kämpfen. Das zeigen nicht zuletzt die Insolvenzen im Nachbarkreis Steinfurt. Ein neuer Förderverein will jetzt den Christophorus-Kliniken mit ihren Standorten in Coesfeld, Dülmen und Nottuln, die noch auf gesunden Füßen stehen, ideell und finanziell unter die Arme greifen. „Gemeinsam für unser Krankenhaus“, heißt das Motto, das der Vorsitzende Dr. Horst Preßler (ehemaliger internistischer Chefarzt in Dülmen) und sein Stellvertreter Dr. Friedrich Krings (Chefarzt der Chirurgischen Kliniken 1 der Christophorus-Kliniken) gestern in Nottuln vorstellten.

Dienstag, 10.03.2015, 21:54 Uhr

Es geht dabei nicht um die Rettung des Krankenhauses an sich – das könnte ein Förderverein aus bescheidenen Mitgliedsbeiträgen gar nicht stemmen. „Das zunehmend betriebswirtschaftlich definierte Gesundheitswesen erfordert unsere besonderen Anstrengungen, um die individuelle und menschliche Patientenversorgung zu erhalten“, nennt Preßler die Hauptantriebsfeder aktiv zu werden. Einige mögliche Felder führte Krings an: Zustellbetten für Angehörige, eine Kinderspielecke im Wartebereich der chirurgischen Ambulanz, Unterstützung von Selbsthilfegruppen. „Es gibt viele sinnvolle Anschaffungen und Investitionen, welche die Qualität der Krankenversorgung und des Krankenhauses verbessern können und so zur Genesung unserer Patienten beitragen“, erläuterte er. Man wolle als Förderverein „eine Lücke schließen“. Denn für alles, was emotional und schön sei, gebe es aus betriebswirtschaftlichen Gründen kein Geld mehr.

Ein weiterer Gedanke ist, durch den Verein die Identifikation der Bürger in der Region mit ihrem Krankenhaus zu erhöhen. „Wir sind ein Krankenhaus“, unterstrich Krings. Vor allem durch die Spezialisierung an den einzelnen Standorten stünden die Christophorus-Kliniken auf gesunden Füßen. Die drei Bürgermeister, die selbst Mitglied geworden sind, unterstützen dieses Anliegen. „Wenn ich in Dülmen wohne, ist das Krankenhaus in Nottuln und Coesfeld auch mein Krankenhaus“, sagte Elisabeth Stremlau, Rathaus-Chefin in Dülmen. Es sei „ein großer Segen, dass wir diesen Kliniken-Verbund in der Region haben“, ergänzte ihr Kollege Peter Amadeus Schneider aus Nottuln. Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann sprach von „einem Krankenhaus mit drei Eingängen“.

22 Gründungsmitglieder hat der Verein mit Sitz in Nottuln. Ehemalige Mitarbeiter sind darin ebenso vertreten wie aktive, aber auch Patienten. Viele Bürger sollen nun gewonnen werden, den Verein und damit die Christophorus-Kliniken zu unterstützen. „Unser Verein ist offen für jeden, die/der sich für eine bessere Patientenversorgung in der Region engagieren möchte“, so Krings. Der Mitgliedsbeitrag könne selbst festgelegt werden – „ob 5 oder 500 Euro“. Er nimmt sich seinen eigenen Vater als Vorbild. Der gründete vor 25 Jahren einen Krankenhausförderverein in Wesseling bei Köln – heute der zweitgrößte in Deutschland. | www.foerderverein-christophorus-kliniken.de

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