Coesfeld
Statt Waterloo: Nachbarn einbeziehen

Donnerstag, 13.03.2008, 14:55 Uhr

Coesfeld. Dieter Goerke (CDU) fand markige Worte, als er gestern in der gemeinsamen Sitzung von Planungs- und Jugendausschuss an seine Kollegen und die Verwaltung appellierte: „Wir müssen die Anwohner im Bereich Richters Weg von Anfang an einbeziehen, sonst könnten wir dort ein Waterloo erleben.“ Einstimmig empfahlen die Ausschüsse, auf dem kaum noch genutzten Spielplatz Schaukel, Rutsche und Kletterturm abzubauen und stattdessen einen Ort zu schaffen, an dem Jugendliche sich treffen können. Das letzte Wort spricht dazu im Mai der Rat.

Der wird auch endgültig über die Schließung von weiteren acht Spielplätzen entscheiden, die die Verwaltung nach aufwändiger und von allen Fraktionen gelobter Bestandserfassung vorgeschlagen hat: Stadtbusch, Breslauer Straße, Lindenallee, Wester Esch, An der Klinke, Agnes-Miegel-Straße und in Lette Magdalenenstraße und Horstesch. Auch diesem Vorschlag folgten die beiden Ausschüsse. Fünf Mitglieder enthielten sich aber der Stimme, um der Entscheidung für Lette nicht vorzugreifen. Wie berichtet, hatten Letteraner für den Spielplatz am Horstesch Protest angemeldet. „Wir sollten dem Bezirksausschuss, der am 24. April tagt, nicht vorgreifen“, fand Thomas Stallmeyer (SPD). Er enthielt sich ebenso der Stimme wie seine Fraktionskollegin Inge Walfort und der Letteraner Michael Quiel. Norbert Frieling (CDU) hatte als Vorsitzender des Planungsausschusses darauf hingewiesen, dass das spätere Votum des Bezirksausschusses ebenso wie die gestern getroffenen Entscheidungen dem Rat als eine von drei gleichrangigen Empfehlungen vorgelegt werde, beim gestrigen Abstimmungsverhalten eine Rücksichtnahme auf Lette daher unnötig sei – vergebens.

Norbert Hagemann und Erwin Güldenhöven (beide CDU) sahen die gute Vorarbeit der Verwaltung als wichtiges Argument in der Diskussion mit den Bürgern. Hagemann: „Die Analyse richtet sich nach fundierten Kriterien, die wir einstimmig beschlossen haben. Rat und Verwaltung sollten jetzt keine kalten Füße bekommen, wenn einzelne Anwohner protestieren sollten.“ Das fand auch Thomas Stallmeyer: „Wenn Angebote verknappt werden, kommen Emotionen ins Spiel. Aber die Bestandserfassung der Verwaltung zeigt, dass die Überschneidungsgebiete so sind, dass es nicht so weh tut.“ Mehrere Redner wiesen daraufhin, dass die eingesparte Summe, rund 13 000 Euro, auf anderen Spielplätzen familienfreundlich investiert werde.

„Was soll aus den aufgegebenen Flächen werden?“, fehlten Charlotte Ahrendt-Prinz (Grüne) Konzepte für die Zukunft. Mit Absicht habe man darauf zunächst verzichtet, erklärte Erster Beigeordneter Thomas Backes. „Wir wollten nicht, dass die Diskussion über die Schließung von diesem Gedanken beeinflusst wird.“ Das reichte Pro Coesfeld nicht. Auf Vorschlag von Hermann-Josef Peters beantragte die Wählergemeinschaft, dass über eine Verwendung der Flächen künftig der Rat entscheidet. Das wurde einstimmig angenommen.

Anzeige
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/1400710?categorypath=%2F2%2F798623%2F798631%2F947630%2F947662%2F1805956%2F1807715%2F
Nachrichten-Ticker