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Der Mensch steht im Mittelpunkt

Mittwoch, 28.04.2010, 00:00 Uhr

Billerbeck. Bald ist es so weit. Diesen Satz, als Feststellung oder Frage formuliert und zumeist mit einer Prise Wehmut versehen, hat Robert Frieling in den vergangenen Tagen häufig gehört. Von Bewohnern, Mitarbeitern und Besuchern des St. Ludgerus-Stiftes, in dem er seit 1993 in der Haus- und Pflegedienstleitung tätig ist. Nach 17 Jahren verlässt Frieling das Seniorenheim, weil er sich beruflich verändern möchte, er macht sich als Berufsbetreuer selbständig. Am morgigen Freitag hat er seinen letzten Arbeitstag im Stift, dem er mit gemischten Gefühlen entgegensieht. "Natürlich gehe ich nach so langer Zeit mit einem lachenden und einem weinenden Auge", sagt der 46-Jährige, der bereits im Rahmen seiner Ausbildung zum Altenpfleger das Anerkennungsjahr im St. Ludgerus-Stift absolvierte. Anschließend arbeitete er sechs Jahre in einem Dülmener Seniorenheim, bevor es ihn im Juli 1993 wieder nach Billerbeck zog. Zunächst übernahm er die Leitung eines Wohnbereichs, aber schon im November wurde dem damals 29-jährigen Frieling die Haus- und Pflegedienstleitung übertragen, die zahlreiche Managementaufgaben umfasst. "Das Spektrum reicht von Heimaufnahmen über Personalführung bis hin zur Öffentlichkeitsarbeit", so Frieling, der die Einführung der Pflegeversicherung als "großen Umbruch" während seiner Tätigkeit im Stift bezeichnet. "Die Pflege musste daraufhin sowohl strukturell als auch inhaltlich ganz neu aufgestellt werden. Administrative Aufgaben, hier insbesondere die Dokumentation, nahmen erheblich zu." Bei alle dem stand und steht für Frieling und sein Team der Mensch im Mittelpunkt. "Ziel meiner Arbeit war stets, ein Haus zu gestalten, das geprägt ist durch Eigenverantwortlichkeit, Selbständigkeit und Selbstbestimmung der Senioren. Die Menschen sollen nach ihren individuellen Wünschen und Bedürfnissen betreut und gepflegt werden." Der Leitgedanke "Unser Haus ist Ihr Haus" bringe diese Philosophie auf den Punkt. Kraft für seine umfangreichen Aufgaben schöpfe er unter anderem aus seiner künstlerischen Betätigung, die nicht zuletzt auch in den Früchteteppichen zum Ausdruck kommt, die Frieling seit zwölf Jahren jedes Jahr zum Erntedank im Foyer des Seniorenheims ausbreitet. Diese Tradition, in der hunderte Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken, wird wohl mit dem Weggang Frielings enden. Die Entscheidung, sich beruflich zu verändern, traf Frieling im vergangenen Jahr. "Das kam auf einmal, ohne große Planung. Ich habe mir einfach gedacht, wenn ich noch einmal etwas anderes machen möchte, dann jetzt", erzählt der Nottulner. Am 1..Juli beginnt er seine Tätigkeit als Berufsbetreuer, der vom Gericht bestellt wird, um Menschen unterschiedlichen Alters zu unterstützen, die bestimmte Dinge etwa der Vermögens- oder Gesundheitssorge nicht selbstständig regeln können. Sein Nachfolger in der Haus- und Pflegedienstleitung des St. Ludgerus-Stiftes wird Tobias Prinz, der bereits seit 2001 in der Einrichtung im Bereich der Wohngruppenleitung tätig und insofern kein Unbekannter ist.

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