Kreis Coesfeld liegt mit diesem Anteil landesweit im Mittelfeld
Fast 30 % der Babys kommen per Kaiserschnitt zur Welt

Kreis Coesfeld. Im Kreis Coesfeld kommen 29,76 Prozent der Babys per Kaiserschnitt zur Welt. In Nordrhein-Westfalen und auch deutschlandweit schwankt die Rate der planbaren Geburten beträchtlich. „Verantwortlich hierfür ist vor allem die unterschiedliche Risikobewertung der Geburtshelfer in den einzelnen Regionen“, wird Michael Stunz von der DAK-Gesundheit in Coesfeld in einer Pressemitteilung der Krankenkasse zitiert.

Dienstag, 08.01.2013, 18:06 Uhr

Im Durchschnitt kommt heute jedes dritte Baby in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. In manchen Regionen ist dies sogar bei fast jeder zweiten Geburt der Fall. Die Bertelsmann-stiftung hat Zahlen des Statistischen Bundesamtes und Versichertendaten aus den Jahren 2007 bis 2010 ausgewertet und dabei im Bundesvergleich große Unterschiede ausgemacht. So schwankt die Rate von weniger als 20 % in Teilen der neuen Bundesländer bis fast 50 % in Gebieten von Rheinland-Pfalz, Bayern und Niedersachsen. In Nordrhein-Westfalen gab es im Rhein-Sieg-Kreis mit 23,76 % die wenigsten und im Kreis Olpe mit 43,11 % die meisten Kaiserschnitte. Der Kreis Coesfeld liegt mit seinen fast 30 Prozent im Mittelfeld.

Experten diskutieren, ob wirklich jede dieser Operationen medizinisch notwendig ist. Während der Schwangerschaft oder unter der Geburt können Situationen entstehen, in denen ein Kaiserschnitt unvermeidbar ist, um das Leben von Mutter und Kind zu schützen. Aber in anderen Risikosituationen wäre auch eine natürliche Geburt möglich. Nach der Studie der Bertelsmannstiftung ist in diesen Fällen die individuelle Risikobewertung der Geburtshelfer ausschlaggebend. Die Ärzte haben einen Ermessensspielraum, den sie offensichtlich ganz unterschiedlich nutzen. „Uns fehlen in Deutschland einheitliche Richtlinien, wann ein Kaiserschnitt notwendig ist und wann nicht“, meint Michael Stunz, Chef der DAK-Gesundheit in Coesfeld.

Zudem lassen auch immer mehr Frauen einen Kaiserschnitt auf eigenen Wunsch vornehmen. Die Motive dafür sind unterschiedlich und reichen von Angst vor den Schmerzen über befürchtete Auswirkungen auf den Beckenboden. Für manche Frauen ist auch die Planbarkeit sehr attraktiv. Ein Kaiserschnitt sei aber alles andere als ein harmloser Eingriff, betont Stunz. Werdende Eltern sollten sich vorab informieren, rät er. Eine gute Entscheidungshilfe ist die Broschüre „Kaiserschnitt: Ja! Nein! Vielleicht!“, die im Internet heruntergeladen werden kann. | www.dak.de

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