Warteschleifen über die Feiertage / „Nicht auflegen“ / Vier Minuten sollen nicht überschritten werden
Bereitschaftsdienst sorgt erneut für Verwirrung

Kreis Coesfeld (vth). Erneut gibt es Kritik an dem Notdienst-System. Eine Leserin benötigte an Neujahr Hilfe und wählte die zentrale Telefonnummer für den ärztlichen Bereitschaftsdienst 116 117. Von dort werden Ärzte losgeschickt, die sich um den Betroffenen kümmern sollen. Doch es sei keiner dran gegangen, nur ein Anrufbeantworter habe sich gemeldet.

Mittwoch, 02.01.2013, 18:28 Uhr

Wie kann das sein? fragten wir bei der für die Organisation des Notfalldienstes zuständigen Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) nach. Die Antwort: Es sei durchaus möglich, dass man an stark frequentierten Tagen wie Neujahr etwas länger in der Warteschleife hänge und nicht sofort weitergeleitet werde, sagt Sprecher Christopher Schneider. „Es ist aber nicht so, dass dann keiner dran geht.“ Anrufer sollten am besten nicht auflegen, sondern abwarten, bis sich jemand meldet. „Das sollte nicht länger als drei bis vier Minuten dauern“, sagt Schneider. Diese maximale Wartedauer gelte als vereinbart und sei auch jetzt an den Feiertagen „in der Regel eingehalten worden“. Vereinzelt sei es am zweiten Weihnachtstag durch ein Softwareprobleme allerdings zu Schwierigkeiten gekommen. „Die Weiterleitung klappte manchmal nicht reibungslos.“ Diese Probleme seien aber behoben worden.

Seit dem 1. Februar 2011 regeln die Kassenärztliche Vereinigung und die Ärztekammer Westfalen-Lippe die ärztlichen Bereitschaftsdienste über die Rufzentrale.

Die anfänglichen Schwierigkeiten der neuen Struktur haben sich aus Sicht der Kassenärztlichen Vereinigung mittlerweile gelegt.

Die bundesweit einheitliche Nummer 116 117 (kostenlos) ist für alle gedacht, die außerhalb der ärztlichen Sprechstundenzeiten, also vor allem nachts und am Wochenende oder an Feiertagen, akut erkranken und ärztliche Hilfe benötigen.

„Wer unsicher wegen der Dienstzeiten ist, sollte zunächst seinen Hausarzt anrufen. Wenn dieser nicht mehr im Dienst ist, hat er ein Band mit Hinweisen laufen, an wen man sich wendet“, so der Tipp von Schneider.

In akuten Notfällen gilt nach wie vor: unter Telefon 112 den Krankenwagen holen.

Bewährt hat sich aus Sicht der KVWL auch die Umstrukturierung der Notfallpraxen im Kreis Coesfeld. Seit Februar 2012 gelten für die Notfallpraxen in Coesfeld und Lüdinghausen kürzere Öffnungszeiten, während sie in Dülmen ausgedehnt wurden. Das hatte für Protest aus Coesfeld und Lüdinghausen gesorgt. „Negative Rückmeldungen haben wir aber nun nicht mehr“, betont Schneider. „Wir bereuen die Entscheidung nicht und stehen nach wie vor dahinter.“

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