Erfolgreiches Projekt in Ascheberg mit ehemals kriminellen und suchtkranken Mitgliedern einer Jugendclique
„Unglaubliche Wandlung“ in einem Jahr

Ascheberg. Diebstahl, Einbruch, Körperverletzung, kein Respekt vor den Menschen im Dorf und der Polizei – vor einem Jahr machte eine Jugend-Clique von 14 Jugendlichen im Alter zwischen 13 und 22 Jahren in Ascheberg negative Schlagzeilen. Alkohol und Drogen waren ihre täglichen Begleiter. Als ein Gruppenmitglied einem Kind eine Schreckschusspistole an den Kopf hielt und drohte abzudrücken, lief das Fass über. Alle Beteiligten von Polizei über Jugendamt, Staatsanwaltschaft und Jugendgericht trafen sich im Ascheberger Rathaus und vereinbarten eine Sicherheits- und Ordnungspartnerschaft. Sie beschrieb nicht das Problem, rückte nicht die Taten in den Mittelpunkt, sondern machte den Jugendlichen ein Projektangebot.

Dienstag, 28.05.2013, 18:40 Uhr

Nach einem Jahr intensiver Arbeit mit dem Verein Paidaia aus Bochum stellten alle Beteiligten gestern das Ergebnis im Ascheberger Rathaus vor. „Die Jugendlichen haben eine unglaublich Wandlung vollzogen“, ist Ibrahim Isamil vom Verein Paidaia stolz auf die Teilnehmer.

Reinhard Frieling und Thomas Hummels von der Kreispolizei sprachen von Intensivtätern, mit denen sie es damals zu tun gehabt hätten. Seit dem Beginn des Projektes habe sich das Problem in Luft aufgelöst. Hatten einige Jugendliche in Einrichtungen allein probiert, von Drogen loszukommen, gelang ihnen das über die Gruppendynamik zum Beginn des Prozesses. Clean zu sein, war eine der Voraussetzungen fürs Gelingen des Sinn-Projektes.

Ein anderer Schlüssel: Alle schlossen freiwillig „Verträge“ mit dem Verein ab. In Gruppenarbeit und Einzelgesprächen wurde ihnen der übliche Wertekanon näher gebracht.

Bei zwei Pflicht- und weiteren Zusatzterminen in der Woche und bei Ausflügen erfuhren sie aber auch, dass jemand für sie da war, sich um sie kümmerte, ihnen zuhörte, sie ernst nahm.

Zu der Pressekonferenz, die Landrat Konrad Püning moderierte, waren die Jugendlichen selbst gekommen. Den Wandel in zwölf Monaten beschrieb ein Junge so: „Letztes Jahr haben die Leute den Bürgersteig gewechselt, wenn sie uns gesehen haben. Jetzt kann ich durchs Dorf gehen, ohne schief angesehen zu werden.“

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