Pro 10 000 Kinder und Jugendliche kommen im Kreis Coesfeld nur 37 unters Messer – 13 weniger als in NRW
Mandeln bleiben meist drin

Kreis Coesfeld. Der Kreis Coesfeld gehört zu den zehn Regionen mit den wenigsten Mandeloperationen bei Kindern und Jugendlichen in Nordrhein-Westfalen. Wie eine Studie der Bertelsmann Stiftung (Gütersloh) ergab, sind bei uns zwischen 2007 und 2010 – gerechnet auf 10 000 Kinder und Jugendliche – durchschnittlich bei 37 die Gaumenmandeln in einer Operation entfernt worden – das sind dreizehn weniger als im Landes- und und elf weniger als im Bundesdurchschnitt.

Dienstag, 07.05.2013, 18:52 Uhr

Bundesweit schwankt nach der Studie die Zahl der Operationen von Kreis zu Kreis stark. Ein Faktor, wie häufig operiert wird, ist offenbar der Wohnort: Liegt er in der Nähe einer Klinik mit HNO-Schwerpunkt, kommen die Mandeln deutlich schneller raus, haben die Experten der Stiftung herausgefunden.

Offenkundig bewerten HNO-Ärzte die Diagnosen für die Erkrankung (sich wiederholende Entzündungen der Mandeln sowie Verengung der Atemwege) sehr unterschiedlich. Die Bertelsmann Stiftung beklagt, dass es keine bundesweiten Handlungsempfehlungen oder Leitlinien gibt.

Im Münsterland sind nur im Kreis Warendorf mit 32 Fällen pro 10 000 Kinder und Jugendliche noch weniger Mandeloperationen durchgeführt worden als bei uns. Landesweit rangiert der Kreis Coesfeld auf Platz 6. Nummer 1 ist Bielefeld mit 30 Fällen. Im Kreis Kleve (80) wird am häufigsten, nämlich mehr als doppelt so viel, operiert.

Die meisten Gaumenmandelentfernungen (205 ist die tatsächliche Zahl) gab es im Kreis Coesfeld im Jahr 2009, die wenigsten (152) im Jahr 2008. 2010 wurden 186 Operationen durchgeführt.

Die meisten Mandeln (nämlich 50 pro 10 000) wurden im Kreis Coesfeld bei Kindern von 5 bis 9 Jahren entfernt. An zweiter Stelle rangieren Kinder von ein bis vier Jahren mit 47 pro 10 000 Fällen, gefolgt von den 15 bis 19-Jährigen (44) und 10 bis 14-Jährigen (24). Wären die Kinder und Jugendlichen aus dem Kreis Coesfeld im Jahr 2010 so häufig im Krankenhaus operiert worden wie im Bundesdurchschnitt, hätten 32 Operationen mehr durchgeführt werden müssen.

Die meisten Mandeloperationen von Kindern und Jugendlichen aus dem Kreis sind offenbar nicht im Kreis Coesfeld selbst durchgeführt worden. Wie der so genannten „Weißen Liste“ der Bertelsmann Stiftung zu entnehmen ist, verfügt im Kreis Coesfeld nur das St. Vincenz-Hospital in Coesfeld (Christophorus Kliniken Coesfeld, Dülmen, Nottuln) über HNO-Belegbetten. Dort haben im Jahr 2010 61 Operationen mit Entfernung der Gaumenmandeln und 13 mit Entfernung der Gaumen- und Rachenmandeln Eingang in die Qualitätsberichte gefunden.

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