Elf Grundschüler aus Darup lernen in einer AG die „geheimnisvolle“ Sprache ihrer Großeltern
„Film ab!“ auf Plattdeutsch

Darup. Plattdeutsch ist keine verstaubte Sprache, die nur alte Leute benutzen! Davon sind die Schüler der Sebastian-Grundschule in Darup jetzt mehr denn je überzeugt. Zumindest das Elferteam, das sich in diesem Schuljahr an der Plattdeutsch-AG mit Ulla Wolanewitz beteiligt. Unterstützung gab es durch das Landesprogramm „Kultur und Schule“.

Donnerstag, 04.07.2013, 18:07 Uhr

Einmal die Woche treffen sich die Neun- und Zehnjährigen, um sich von der Autorin in die „geheimnisvolle“ Sprache, „die Oma und Opa immer sprechen, wenn wir wieder weg sind“, so eine Schülerin, einweihen zu lassen. Zu Beginn der Stunde gibt es immer ein Worträtsel, das bis zur nächsten Woche gelöst werden muss. Das erste Wort hieß beispielsweise: Päddenstöhl (Pädden - Frösche, Stöhl - Stühle = Pilze).

„Da gab es zunächst Meutereien seitens der Kindern: ,Wie soll ich das denn heraus finden?’“, so die Plattdeutsch-Expertin. „Beim nächsten Mal war ich noch nicht ganz durch die Tür, da rannten sie mir schon mit ‘Ich weiß es, ich weiß es‘ entgegen. Und eine Schülerin hielt mir ihre Tupperdose mit Pilzen unter die Nase.“ Das Schöne sei eben, dass „die Kinder über diese Wortspielereien zu Hause mit ihren Eltern und Großeltern darüber ins Gespräch kommen.“

Vergangenen Freitag tauchte ein Kamerateam aus Münster auf, um die Sprüche, Grüße und Weisheiten, die sich die Plattdeutsch-Fans mit viel Spaß und Humor erarbeitet haben, aufzunehmen. „Die Kinder wollten so gerne Theater spielen“, erklärt die Autorin, „Durch einen Kontakt mit dem Bennohaus in Münster, das Mediengestalter ausbildet, kam mir die Idee zu einer kleinen Show auf DVD.“ Vorteil: Die Azubis haben eine interessante Übungsaufgabe und für die Schule halten sich die Kosten im Rahmen. Klar, dass dieses Vorhaben auch bei Schulleiterin Ursula Wippich und den Eltern auf positive Resonanz stieß. Nach „ Ruhe bitte! Kamera läuft. Film ab,“ zeigten sich die Schüler hoch konzentriert und legten sich voll ins Zeug. Natürlich hat es ihnen großen Spaß gemacht, mit Sophia Wollschläger, Carina Laßek, Manuel Nyßen und Tino Schmitt vor der Kamera mit „een, twee, drei, dat Hohn, dat legg een Ei“ und entsprechenden kleinen Choreographien zu rappen. In drei Wochen gibt es für „Plattdeutsch-Akteure“ also nicht nur Zeugnisse, sondern auch die DVD mit ihrer Inszenierung. Zudem ist geplant, den Film auf die neue Website der Schule zu stellen.

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