Handy-Schwerpunktaktionen der Polizei
„Rocky“ stoppt Telefonierer hinterm Steuer

Coesfeld. Den Ersten, der mit dem Handy am Ohr seinen Wagen steuert, ertappt Christian Rockstein schon auf der Fahrt zum Einsatzort an der Dülmener Straße in Coesfeld. „Ein weißer Transporter, der Fahrer telefoniert mit der linken Hand“, gibt der Beamte der Bereitschaftspolizei Recklinghausen seinen Kollegen, die ein paar hundert Meter weiter auf „Kundschaft“ warten, per Funk durch. „Rocky“, wie ihn sein Kollegen nennen, ist heute gemeinsam mit Andre Hofmann in Zivil und in einem unauffälligen Golf unterwegs. Dem ersten Handy-telefonierer fährt er noch selbst hinterher. Hofmann deutet dem Fahrer mit der Polizeikelle aus dem Autofenster, rechts ranzufahren. Alles weitere übernehmen dann die Kollegen – und die beiden können sich wieder auf ihren „Spähposten“ zurückziehen.

Mittwoch, 23.04.2014, 18:32 Uhr

Vom Hagebau-Parkplatz aus haben sie eine gute Sicht auf den fließenden Verkehr. Mit geschulten Adleraugen entdecken sie zwischendurch immer auch noch andere Verstöße, zum Beispiel ein auf dem Rücksitz eines Pkw nicht angeschnalltes Kind. Schwerpunktmäßig geht es aber heute ums Handytelefonieren hinterm Steuer. Weitere von insgesamt 19 Beamten der Bereitschaftspolizei, die ihre Coesfelder Kollegen unterstützen, sind in Lüdinghausen am Kreisverkehr Seppenrader Straße (Maggi) und in Dülmen an der Billerbecker Straße (Kreisverkehr zum düb) postiert. Von 15 bis 20 Uhr ziehen sie zeitgleich Telefonierer aus dem Verkehr. 40 Euro sind dann jeweils fällig. Die meisten Erwischten reagieren überrrascht, aber gelassen. „Er hat das sofort zugegeben“, berichtet eine junge Bereitschaftspolizistin, die gerade den Fahrer eines VW Bulli „interviewt“ hat. Allerdings habe sie ihm erklären müssen, dass nicht nur das Sprechen, sondern auch das Herumtippen auf dem Handy während der Fahrt verboten sei.

„Viele halten das Handy-Telefonieren während der Fahrt ja für eine Lappalie“, sagt „Rocky“. Aber wenn man wie er schon einmal den Eltern eines achtjährigen Kindes, das wegen eines Handytelefonierers sein Leben verlor, die Todesnachricht überbringen musste, sehe man das anders. „Viele unterschätzen die Gefahr.“ Immer wieder seien es vor allem Vielfahrer, die erwischt werden, was er gar nicht versteht, „so teuer ist eine Freisprecheinrichtung doch gar nicht mehr“.

Am Abend ist Ulrich Pier, Leiter des Verkehrsdienstes, mit den ersten konzertierten Handy-Kontrollaktionen im Kreis, zufrieden. Auch wenn es bis 18 Uhr insgesamt nur etwa ein Dutzend sind, die erwischt werden. „Diese erste Aktion war ja angekündigt“, sagt er. Die nächsten werden folgen – und dann ohne vorherige Information.

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