Nottulner überreicht Petition an Bundestagsabgeordneten Ulrich Hampel / „Fordern klares Verbot“
431 Unterschriften gegen Fracking

Kreis Coesfeld. Eine Petition mit 431 Unterschriften gegen die umstrittene Gasfördermethode Fracking wurde jetzt an Bundestagsabgeordneten Ulrich Hampel (SPD) in Dülmen überreicht. „Ich bin besorgt, dass auch bei mir hier im Münsterland gefrackt werden könnte, wenn das neue Fracking-Gesetz verabschiedet wird“, sagt Walter Mertens aus Nottuln, der über die Plattform der Bürgerbewegung „Campact“ (www.campact.de) die Aktion startete. Die Petition fordert eine Ablehnung des vorliegenden Fracking-Gesetzentwurfs und ein Gesetz zum konsequenten Verbot. Als Mitglied des Umweltausschusses des Bundestags stehe Hampel besonders in der Pflicht, die Bürger seines Wahlkreises Coesfeld-Steinfurt vor Fracking zu schützen, findet Mertens.

Mittwoch, 24.06.2015, 11:08 Uhr

Gerald Neubauer von Campact fordert: „Die SPD in NRW hat sich eindeutig gegen Fracking ausgesprochen. Die Bürger erwarten von ihrem Abgeordneten Ulrich Hampel, dass er sich bei den Verhandlungen mit aller Macht für ein Fracking-Verbot einsetzt.“

Hampel erklärte, dass er ein klares Verbot anstrebe, weil die Risiken nicht zu kalkulieren sind. „Auch der Großteil der Menschen im Münsterland will kein Fracking. Wir benötigen ein Gesetz, das Fracking verhindert, denn nach gegenwärtiger Rechtslage ist das Fracken grundsätzlich erlaubt“, so Hampel. Das bedeute, wenn eine Landesregierung sich für das Fracking ausspreche, dann dürften Unternehmen fracken – so geschehen in Niedersachsen. „Ich setze mich in den aktuellen Beratungen zum vorliegenden Gesetzentwurf unter anderem dafür ein, dass ein Frackingverbot durch vermeintliche Probebohrungen nicht unterlaufen wird“, erklärt Hampel. Er lehne Probebohrungen aber nicht grundsätzlich ab, da er sie zu Forschungszwecken für notwendig und richtig halte. „Sie dürfen aber nicht das Fracken durch die Hintertür ermöglichen.“

Eine Expertenkommission, die im Einzelfall über Frackingvorhaben entscheidet, wie es zum Teil die CDU/CSU wünscht, lehne er ab. „Solche Entscheidungen müssen im Bundestag getroffen werden“, meint er.

Dass der Bundestag das entscheidende Wort haben soll, fordern auch insbesondere die Münsterland-Abgeordneten der CDU, allen voran Bundestagsabgeordneter Karl Schiewerling aus Nottuln. Die Abstimmung über den Entwurf war vor diesem Hintergrund vorige Woche überraschend zurückgezogen worden. Es sind rund 100 der 311 CDU-Abgeordneten, die damit nicht einverstanden sind und insbesondere aus Westfalen kommen.

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