„Arbeitskreis Artenvielfalt“ zeichnet Gewinner seines Foto-Wettbewerbs aus / Erster Preis an Anne Berlin
160 Mal Naturschätze eingefangen

Kreis Coesfeld. Auch im Kreis Coesfeld gibt es echte Kostbarkeiten am Wegesrand zu bestaunen. Viele solche hat der Foto-Wettbewerb des „Arbeitskreises Artenvielfalt“ zu Tage gefördert – und eine ganz besondere: „Ich bin praktisch fast darüber gestolpert“, berichtete Hobby-Fotografin Anne Berlin aus Havixbeck, die sich am Sonntag auf Hof Schoppmann in Darup über 200 Euro und eine Ein-Jahres-Mitgliedschaft im Nabu als ersten Preis freuen konnte. Sie hatte das Breitblättrige Knabenkraut – „Ich wusste gar nicht, dass es das hier überhaupt gibt“ – bei einem Spaziergang unweit von Coesfeld entdeckt. „Fast schon ein Gemälde, könnte man meinen“, lobte Dr. Detlev Kröger, neben Dr. Anne-Monika Spallek einer der Sprecher des Arbeitskreises, die Aufnahme, die in der Gunst der Jury ganz oben stand. Auf Rang zwei (100 Euro und Nabu-Mitgliedschaft) landete der Nottulner Walter Weigelt, der im richtigen Moment auf den Auslöser gedrückt hatte, als sich ein Posthorn-Falter („Goldene Acht“) auf einer Distelblüte niederließ. „Das hat mich einiges an Schweiß gekostet“, bekannte er, denn diese Schmetterlingsart ist dafür bekannt, dass sie so gut wie nie still sitzt.

Montag, 26.10.2015, 18:37 Uhr

Mit diesem Bild eines Breitblättrigen Knabenkrauts hat Anne Berlin aus Havixbeck den Foto-Wettbewerb gewonnen.
Foto: Anne Berlin

„Erinnerungen aus der Kindheit“ hat der 3. Preisträger Peter Bromberg (50 Euro und Nabu-Mitgliedschaft) nach eigenen Angaben festgehalten, als er eine bunten Blumensaum an einer Straße fotografierte. Leider seien diese im Kreis Coesfeld selten geworden, meinte er – „man muss schnell fotografieren, ruckzuck ist der Rasenmäher da“. Komplettiert wird die Preisträgerliste durch Antje Börnemann (4. Platz, Nabu-Mitgliedschaft, Wildsamentüte), die eine Mistbiene auf einer Wiesenflockenblume festgehalten hatte, und Friedhelm Peters aus Coesfeld (5. Platz, Nabu-Mitgliedschaft, Wildsamentüte), der eine Hummel im Anflug auf Klatschmohn auf die Foto-Leinwand bannte.

Insgesamt hatten sich 30 Fotografen mit 160 Bildern an dem Wettbewerb beteiligt. „Das war für uns ziemlich überwältigend“, unterstrich Kröger. Während der Veranstaltung wurden alle Beiträge per Beamer an die Wand geworfen – sie sollen noch in einer Ausstellung gezeigt werden. Die Siegerbilder und eine kleine Auswahl auf Stellwänden sind noch in dieser Woche im Torhaus von Hof Schoppmann zu bewundern. Unsere Zeitung präsentiert die fünf besten Fotos in einer Bilderstrecke im Internet.

Sie sollen Botschafter sein für das Anliegen des Arbeitskreises, die Artenvielfalt am Wegesrand zu fördern. Dazu gab Josef Schäpers (Coesfeld) vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz in einem Vortrag Impulse. Ein wichtiger Punkt sei eine ökologisch ausgerichtete Pflege von Säumen. Erste positive Ansätze gebe es im Kreis Coesfeld bereits, konstatierte er – zum auch Beispiel Bestrebungen, illegal umgepflügte Wegraine „zurückzuholen“.

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