Elternbefragung im Kreisjugendamtsbezirk soll Klarheit bringen / Ausschreibung für externen Dienstleister läuft
Kindergärten flexibler öffnen?

Kreis Coesfeld. Flexiblere Öffnungszeiten der Kindergärten werden vielerorts immer wieder eingefordert. Aber ist der Bedarf dafür wirklich da? Ursprünglich sollten im Bezirk des Kreisjugendamtes zwei Pilotprojekte mit Betreuungszeiten von 6 bis 20 Uhr laufen. Doch seit die FDP-Kreistagsfraktion das Thema Ende 2014 mit einem Antrag ins Rollen brachte, ist noch nicht viel geschehen. Lediglich in Senden wurden in einem Kindergarten, der bereits im Vergleich zu anderen Kitas erweiterte Öffnungszeiten hat, Elternwünsche abgefragt.

Freitag, 03.06.2016, 10:49 Uhr

Elternbefragung im Kreisjugendamtsbezirk soll Klarheit bringen / Ausschreibung für externen Dienstleister läuft : Kindergärten flexibler öffnen?
Berufstätige Eltern wollen ihre Kinder gut betreut wissen – wie hier die Schützlinge der Billerbecker Kita St. Johann, die die „Weitblickwiese“ erkunden. Foto: Archiv

Das Ergebnis: Der Bedarf für eine weitere Öffnung war dort gering. Aber ist das repräsentativ für den ganzen Kreis? Wohl eher nicht. Die Verwaltung wollte daher bei der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung im Rahmen der Bachelor-Ausbildung eine Studie erstellen lassen, in der der kreisweite Bedarf abgefragt wird. Diesen Wunsch konnte die Fachhochschule allerdings nicht berücksichtigen.

Die FDP ließ nicht locker. Auf ihren Antrag hin hat der Finanzausschuss im Januar beschlossen, Geld für die Beauftragung eines externen Dienstleisters in die Hand zu nehmen, um eine solche Befragung durchzuführen und auf der Grundlage der Ergebnisse in Zusammenarbeit mit potenziellen Trägern ein mögliches Betriebskonzept zu erarbeiten. 50 000 Euro sind dafür insgesamt im Haushaltsplan eingestellt worden.

Gestern hat die Verwaltung im Jugendhilfe-Ausschuss des Kreises einen Zwischenbericht gegeben. Danach wird derzeit die Ausschreibung zur Vergabe der Elternbefragung vorbereitet. In Kürze soll sie veröffentlicht werden. Anonym befragt werden sollen Eltern aller Kinder im Alter von 0 bis 7 Jahren, das heißt: aller Kinder im Vorschulalter und auch die Erziehungsberechtigten, deren Sprösslinge bereits die 1. Klasse besuchen. 8300 Kinder stark ist die anvisierte Befragungsgruppe. Abgefragt werden soll neben dem Betreuungsbedarf außerhalb und innerhalb der bisherigen Kita-Öffnungszeiten auch der zu Ferienzeiten. Wissen will der Kreis darüber hinaus, ob die Eltern bereit wären, ihr Kind in den Randzeiten durch Personal einer anderen, zentral gelegenen Kita im Ort betreuen zu lassen und sich an den zusätzlichen Kosten zu beteiligen.

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