Mitglieder können per Brief über Bundestags-Kandidaten abstimmen / Drei Bewerber im Rennen
Kreis-FDP wagt Urwahl-Experiment

Kreis Coesfeld. Für die FDP geht’s im kommenden Jahr ums Ganze. Nachdem sie 2013 aus dem Bundestag geflogen ist, soll 2017 der Wiedereinzug geschafft werden. Und dafür wollen auch die Liberalen im Kreis Coesfeld „alles geben“, wie ihr Vorsitzender, der Landtagsabgeordnete Henning Höne (Coesfeld), betont. Ein starkes Aufbruchsignal soll dabei schon die Kür des Wahlkreis-Kandidaten per Urwahl sein. Briefwahlunterlagen sind in diesen Tagen an alle 210 FDP-Mitglieder im Kreis Coesfeld verschickt worden. Höne: „Ich hoffe, auf eine gute Beteiligung.“

Mittwoch, 03.08.2016, 20:41 Uhr

Mitglieder können per Brief über Bundestags-Kandidaten abstimmen / Drei Bewerber im Rennen : Kreis-FDP wagt Urwahl-Experiment
Die Unterlagen für die Kandidatenkür per Brief werden in diesen Tagen verschickt. Foto: Detlef Scherle

Mit Wolfgang Kraska aus Coesfeld, Christian Wohlgemuth aus Dülmen und Daniel Fahr aus Dülmen wollen gleich drei Männer das „Wahlkampf-Gesicht“ der FDP werden und den Willen zum Wiedereinzug in den Bundestag verkörpern, auch wenn sie selbst nur geringe Chancen haben. Denn das Direktmandat geht im hiesigen Wahlkreis schon seit Urzeiten an die CDU. Und keiner der drei Bewerber hat wohl Aussichten auf eine gute Listenplatzierung.

„Wir sind in einer besonderen Situation“, erklärt Höne. Und da sei es aus seiner Sicht nicht erstaunlich, dass gleich drei Bewerber ihren Hut in den Ring werfen, um der FDP zu helfen, die Fünf-Prozent-Hürde zu nehmen. Die „Binnenmotivation“, wie der Kreis-Chef der Liberalen es nennt, sei „sehr hoch“. Die FDP ist die erste Partei, die ihren Kandidaten per Briefwahl ermitteln will. Eigentlich geht das aus rechtlichen Gründen gar nicht. Deshalb muss am Ende doch noch eine Wahlkreis-Versammlung die Entscheidung treffen. „Aber die Kandidaten haben verabredet, dass sie das Ergebnis akzeptieren, wenn sich mindestens 25 Prozent der Mitglieder an der Urwahl beteiligen“, erläutert Höne. Das bedeutet, dass sich in diesem Fall dann nur noch der Kandidat mit den meisten Briefwahl-Stimmen bei der Versammlung zur Abstimmung stellen wird. Was bei einem knappen Ausgang geschieht, ist noch offen.

Für Höne ist die Urwahl ein Wagnis, von dem er sich Schub für den Bundestagswahlkampf verspricht. „Man darf nicht immer alles zerreden und hundertfach überdenken“, erklärt er, warum sich der Kreisvorstand für dieses Verfahren entschieden hat. „Wir probieren das jetzt einfach mal aus.“ Mehr Mut, mal einfach was Neues zu probieren, wünsche er sich oft auch in der Politik – auch für diesen Mut soll das neue Nominierungs-Konzept stehen.

Die Kandidaten laufen sich schon warm. Favorit ist wohl Daniel Fahr (39), der schon zweimal hintereinander die blau-gelben Farben im Bundestagswahlkampf vertreten hat. Er ist Unternehmer. Gegen ihn treten zwei Lehrer an: Wolfgang Kraska (57), Ortsverbands- und Fraktionschef der FDP in Coesfeld, und der Dülmener Fraktionschef und Kreistagsabgeordnete Christian Wohlgemuth (42). Am 24. August (19 Uhr, Hotel Weissenburg in Billerbeck) stellen sie sich den Mitgliedern und allen Interessierten in einer Podiumsdiskussion. Bis zum 31. August müssen die Briefwahlstimmen beim Kreisverband eingegangen sein. Gleich am 1. September fällt dann um 19 Uhr ebenfalls auf der Weissenburg in Billerbeck die Entscheidung bei der Wahlkreismitgliederversammlung. | Kommentar

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