Unternehmer aus dem Kreis klagen über zuviel Bürokratie, zu lange Bauantragsbearbeitung und zu große Lasten
Zehn Forderungen des Mittelstands

Kreis Coesfeld. Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Er beschäftigt über 70 % aller Erwerbstätigen, schafft 82 % der Ausbildungsplätze und tätigt 50 % aller Investitionen. Politisch werde er aber immer noch zu wenig beachtet, mit hohen Abgaben und vor allem zu viel Bürokratie belastet – meint die CDU-Mittelstandsvereinigung (MIT) im Kreis Coesfeld. „Viele Rahmenbedingungen für unsere Betriebe stimmen nicht mehr, sie müssen dringend verändert werden“, betont MIT-Kreisvorsitzender Horst Kuhl (Rosendahl) in Gespräch mit unserer Zeitung. Deshalb, fügt sein Stellvertreter Rainer Betz (Dülmen) an, habe man sich nach dem Besuch des MIT-Bundesvorsitzenden Dr. Carsten Linnemann (wir berichteten) zusammengesetzt und einen Forderungskatalog aufgestellt, der sich teils an die kommunale, teils an die Landes- und Bundesebene richtet. Erster Adressat ist der MIT-Bundesvorstand, der in Berlin für diese Basis-Forderungen trommeln soll.

Donnerstag, 04.08.2016, 18:15 Uhr

Unternehmer aus dem Kreis klagen über zuviel Bürokratie, zu lange Bauantragsbearbeitung und zu große Lasten : Zehn Forderungen des Mittelstands
Einen „Zehn-Punkte-Katalog“ mit Forderungen stellten Horst Kuhl und Rainer Betz von der CDU-Mittelstandsvereinigung im Kreis Coesfeld vor. Foto: Detlef Scherle

Die zehn Forderungen:

0 1. Der Staat muss gute Rahmenbedingungen für die Unternehmensnachfolge schaffen. So seien bei der Übergabe nur 10 % des Verwaltungsvermögens steuerfrei. Kuhl: „Das gefährdet Arbeitsplätze.“

0 2. Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sollte die Attraktivität der Lehrberufe gestärkt werden. Betz: „Wir brauchen mehr Handwerker, weniger Akademiker!“

0 3. Es muss mehr in die Breitbandversorgung investiert werden. Und zwar in Glasfaser. Kuhl: „Auch kleinere Gewerbegebiete dürfen von der Entwicklung nicht abgekoppelt werden.“

0 4. Der Fachlehrermangel an Berufskollegs muss abgebaut werden – auch mit Seiteneinsteigern. Kuhl: „Die bringen Praxisbezug mit.“

0 5. Für den ÖPNV im ländlichen Raum müssen intelligente Konzepte entwickelt werden.

0 6. Bauen darf nicht zu komplex und zu teuer werden. Kuhl: „In einigen Gemeinden ziehen sich Antragsverfahren sehr lang hin.“ Positive Beispiele gibt’s auch: Olfen und Rosendahl.

0 7. Die E-Mobilität muss ausgebaut werden. Betz: „Dafür muss die Infrastruktur stimmen.“

0 8. Arbeitsrechtliche Regelungenn in der Gastronomie sollten vereinfacht werden. Kuhl: „Da ist ein Verwaltungsmoloch aufgebaut worden.“

0 9. Energieerzeuger sollten mit an den Kosten für die Grundlast beteiligt werden – nicht nur Verbraucher.

0 10. Privat vor Staat: Kommunale Betriebe übernehmen viele Aufgaben, die von Privaten wahrgenommen werden könnten. Diese Konkurrenz sei nicht in Ordnung.

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