Bezirksschülersprecher Felix Hölscher hat am Internationalen Sommerforum in Menden teilgenommen
Mit Europa auf Du und Du

Kreis Coesfeld / Menden. Brexit, TTIP, Euro-Krise und Flüchtlingsdrama: Um die großen europäischen Themen, die sonst in Brüssel oben auf der Agenda stehen, ging es jetzt auch beim Internationalen Sommerforum des Europäischen Jugendparlaments in Menden (Sauerland). Erstmals war ein Teilnehmer aus dem Kreis Coesfeld mit dabei. Bezirksschülersprecher Felix Hölscher aus Dülmen, der sonst die Interessen der Schüler der weiterführenden Schulen aus dem Kreis Coesfeld vertritt, hat sich über eine Nachnominierung noch einen Platz in der deutschen Delegation gesichert. „Das war ein Erlebnis, das bleibt“, zeigte der 16-Jährige sich von dem einwöchigen Event mit rund 110 Teilnehmern aus 20 Ländern begeistert. Viel „Input“ habe er für seine Arbeit im Kreis Coesfeld erhalten. Das Wichtigste sei aus seiner Sicht aber der Austausch an sich mit den jungen Menschen gewesen: „Ich habe jetzt Freunde und Bekannte in ganz Europa.“

Mittwoch, 24.08.2016, 17:57 Uhr

Bezirksschülersprecher Felix Hölscher hat am Internationalen Sommerforum in Menden teilgenommen : Mit Europa auf Du und Du
Der Spaß kam bei der Veranstaltung des Europäischen Jugendparlaments in Menden auch nicht zu kurz, wie dieses Selfie der deutschen Delegation zeigt. Links im Bild: Felix Hölscher aus Dülmen. Foto: az

Die Teilnahme sei für ihn als ehemaligem Hauptschüler, der nach den Ferien aufs Berufskolleg wechselt, auch eine Herausforderung gewesen, gesteht er: „Konferenzsprache war Englisch und es ging ja um viele spezielle Themen. Da hatte man vom Schulenglisch her natürlich nicht immer die richtigen Vokabeln parat.“ Insgesamt habe die Verständigung aber gut geklappt und er will seine eigenen Englischkenntnisse mit Blick auf zukünftige Veranstaltungen nun noch weiter verbessern.

Inhaltlich war der Brexit, der besonders viele junge Leute in ganz Europa betroffen gemacht hat, ein Schwerpunkt. ZDF-Reporter Theo Koll referierte zu dem Thema. „Aber auch zwischendurch – zum Beispiel beim Abendessen – wurde darüber diskutiert.“ Auch kontrovers. So bekannten sich zwei Teilnehmer der britischen Delegation zum Austritt aus der EU. Überrascht hat Hölscher das Ergebnis einer Abstimmung im Plenum. Da war immerhin ein Viertel dafür, das Wahlrecht nach oben auf 65 Jahre zu begrenzen, weil die Älteren – siehe Brexit – oftmals nur die Sicherung der eigenen Pfründe und nicht die Zukunft der jungen Generation im Blick hätten. Das hält Hölscher – mit der großen Mehrheit – aber nicht für den richtigen und mit dem Grundgesetz vereinbaren Weg. Er tritt stattdessen für einen stärkeren Dialog der Generationen ein.

Schon der interkulturelle Austausch bei dem Sommerforum hat ihm viel gebracht: „Da wurden einem auch die Augen für die Probleme und Sichtweisen in anderen Ländern geöffnet.“ Zum Beispiel hat er erfahren, dass akademische Bildung in vielen Ländern mit hohen Studiengebühren belastet ist. „Da haben wir in Deutschland ein Privileg.“

Europa auf Du und Du. Nur so kann es gehen, wenn die gegenwärtige Krise überwunden werden soll, waren sich die Teilnehmer einig. Hölscher hat bei dem Treffen auch viel Selbstbewusstsein getankt. „Man kann etwas bewegen, auch wenn man noch jung ist“, sagt er. Mit Fleiß und Geduld sei da vieles drin. Er überlegt nun, ob er sich noch einer politischen Jugendorganisation anschließt. Zurzeit weiß er aber noch nicht, welche da die richtige sein könnte. „Und ich mache mir da auch überhaupt keinen Druck.“ Ehrenamtlich weitermachen will er auf jeden Fall. So kandidiert er Mitte September noch einmal als Bezirksschülersprecher im Kreis Coesfeld. Und die nächste Sitzung des Europäischen Jugendparlaments findet im nächsten Frühjahr statt. Wenn‘s irgendwie geht, will er da wieder dabei sein. Hölscher: „Ich bleibe aktiv.“ | www.eyp.de

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