Genossen stellen Hampel mit 87 % erneut für Bundestag auf / Abgeordneter sagt Einsatz für Rente von mindestens 50 % zu
Schlaf übermannt Überraschungsgast

KreIs Coesfeld. Die kleine Sophia (4) verschläft am Samstag beim Nominierungs-Parteitag der SPD im Stift Tilbeck in Havixbeck den großen Auftritt ihres Opas. Süß schlummert sie an Omas Schulter, als Heiko Prokopp sich auf den Weg nach vorne zum Rednerpult macht. „Ich möchte mich persönlich bei Herrn Hampel bedanken“, sagt er. Vor einem Jahr war nämlich noch fraglich, ob Sophia, deren Mutter aus Weißrussland stammt und ihren Master-Abschluss in Deutschland machen will, mit ihr fahren darf. Die Behörden hatten sich quer gestellt. In ihrer Verzweiflung wandten sich die Prokopps an den SPD-Bundestagsabgeordneten, der sich erfolgreich für die Sendener Familie mit weißrussischen Wurzeln einsetzte. „Wir waren so glücklich“, erinnert sich Prokopp an den Moment, als er Stieftochter und Enkelin in die Arme schließen konnte. Am Samstag ist es dann Hampel, der sichtlich gerührt ist ob des Überraschungsbesuchs anlässlich seiner Bundestags-Nominierung. „Da kriegt man schon feuchte Augen“, bekennt er.

Montag, 05.12.2016, 09:19 Uhr

Genossen stellen Hampel mit 87 % erneut für Bundestag auf / Abgeordneter sagt Einsatz für Rente von mindestens 50 % zu : Schlaf übermannt Überrasch...
Große Freude nach der Wahl: Der Kandidat Ulrich Hampel nimmt die Glückwünsche von Unterbezirkschef André Stinka (l.) Geschäftsführerin Verena Gottschalk-Liese und Norbert Römer, Vorsitzender der Landtagsfraktion, entgegen. Fotos: ds Foto: az

Und es sollen nicht die einzigen Überraschungsgäste bleiben. Lennart Nieweler aus Altenberge und Fahim Zarif aus Lüdinghausen, zwei junge Leute, hatten Hampel bei einem Besuch mit einer Gruppe in Berlin kennengelernt. „Wegen Uli sind wir in die SPD eingetreten“, so Nieweler. Er habe sie durch seine engagierte, basisbezogene Arbeit überzeugt. Die Aufnahme in die Partei erfolgt direkt vor Ort durch einen ganz prominenten SPD-Vertreter. Norbert Römer, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion, ist gekommen, um Hampel („Uli, du musst wieder in den Bundestag!“) zu unterstützen und den beiden Neumitgliedern ihr rotes Parteibuch zu überreichen. Er verspricht Hampel, dass die Landes-SPD im Mai schon mal eine gute Vorlage hinlegen wolle: „Der Rückenwind für die Bundes-SPD wird ein starker Westwind sein.“

Einsetzen will sich der Wirtschaftspolitiker Hampel, der Bergmann gelernt hat und langjährig in der Gewerkschaft aktiv war, in der nächsten Legislaturperiode vor allem für die Stabilisierung der gesetzlichen Rente – ein nachhaltiges Niveau von mindestens 50 Prozent. „Uli – nah dran“ soll das Motto des 52-Jährigen bleiben. „Stück für Stück realisieren wir unsere Themen – auch gegen den ständigen Widerstand von CDU/CSU, verweist er auf die Erfolge in der großen Koalition. Einer, der auch schon erfolgreich war, greift zwischendurch in die Tasten: Mit modernen PopSongs aus eigener Federsorgt Andre Fischer für Unterhaltung. Der Altenberger hatte in diesem Jahr den „Eine Welt“-Preis des Bundespräsidenten gewonnen.

Dann kommt die Abstimmung darüber, ob Hampel die Chance erhält, noch einmal als Direktkandidat für die SPD ins Rennen zu gehen. „Ein zweiter Wahlgang ist nicht erforderlich“, lächelt Jan-Peter Klingelhöfer, der das Ergebnis bekannt gibt: Von 46 Delegierten hatten 40 für Hampel gestimmt, sechs dagegen: „Das sind 87 Prozent.“ Großer Beifall brandet auf. „Ich bedanke mich für das Vertrauen und das ehrliche Ergebnis – Glück auf“, ruft der sichtlich bewegte Hampel den Delegierten zu, die sich komplett von den Plätzen erhoben haben.

Ein wichtiger Termin steht ihm allerdings noch bevor: Am 25. März 2017 entscheidet eine Landes-Delegiertenkonferenz über seine Listenplatzierung. Die dürfte am Ende entscheidend sein, denn bisher hat es noch nie ein Sozialdemokrat geschafft, den hiesigen Wahlkreis direkt zu gewinnen.

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