Acker- und Saatbauverein verabschiedet Pflanzenbauberater Dr. Ludger Laurenz
Der „Gülle- und Mais-Papst“ geht

Kreis Coesfeld (ure). „Eine Koryphäe des Pflanzenbaus“ nahm am Aschermittwoch auf der Generalversammlung des Acker- und Saatbauvereins Münsterland auf Schulze Frenkings Hof in Appelhülsen seinen Hut. Nach 35-jähriger Tätigkeit bei der Landwirtschaftskammer Coesfeld wechselt Dr. Ludger Laurenz im Mai in den Ruhestand. „Bei der umweltschonenden Ausbringung von Gülle und dem naturverträglichen Anbau von Mais hat sich Dr. Laurenz deutschlandweites Ansehen erworben, weshalb wir ihm zu großer Dankbarkeit verpflichtet sind“, betonte der Vorsitzende Martin Schulze Lohoff.

Donnerstag, 02.03.2017, 11:48 Uhr

Acker- und Saatbauverein verabschiedet Pflanzenbauberater Dr. Ludger Laurenz : Der „Gülle- und Mais-Papst“ geht
Bei Dr. Ludger Laurenz (2. v. l.) bedankten sich Martin Schulze Lohoff (r.) und Hubertus Pröbsting (3. v. l.) vom Vorstand des Acker- und Saatbauvereins. Sein Nachfolger wird Bastian Lenert (l.). Foto: Ulrich Reismann

Kreislandwirt Anton Holz untermauerte diese Verdienste mit Zahlen: Aufgrund seines „unermüdlichen Einsatzes“ sei es gelungen, die Nitratwerte in den Oberflächengewässern im Kreisgebiet nahezu zu halbieren. „Vor 25 Jahren lagen wir bei 40 Milligramm, jetzt haben wir an die 20. Dieser enorme Erfolg fällt in der öffentlichen Diskussion leider meistens unter den Tisch“. Der bodennahen Gülleausbringung mittels Schleppschläuchen habe Dr. Laurenz als Vorreiter die Türen geöffnet, erklärte Holz in seiner Laudatio, in der er auch die rhetorischen Fähigkeiten des Experten lobte. Er sei stets „klar in der Aussage“ gewesen – und habe damit „manchmal auch bei den Behörden angeeckt“.

Schulze Lohoff sprach von einem „eloquenten Wissensvermittler“, der mit seinem wortgewandten Auftreten „auch für die katholische Kirche tätig wurde“. Denn gleich zweifach sei ihm angesichts seiner fachlichen Größe der Titel eines unfehlbaren Lehrmeisters zuteil geworden: „Als Gülle-Papst wie auch als Mais-Papst.“

Dr. Ludger Laurenz unterrichtete zunächst ab 1981 an der Landwirtschaftsschule Coesfeld und wechselte dann 1992 als „Spezialreferent für Pflanzenbau“ in die offizielle Beratung der Kammer.

Die Geschäftsführung des Acker- und Saatbauvereins hat er seit 1986 inne. In einer kurzen Ansprache dankte er jetzt seinen Eltern dafür, „dass ich gut schnaken kann“. Dankbar sei er auch dem Umstand, dass er einen älteren Bruder habe, der den elterlichen Hof erbte. „Dadurch durfte ich studieren“. Ja, sein Beruf, der ist ihm immer „eher Vergnügen als Pflicht gewesen“, stellte Schulze Lohoff rückblickend fest. „Mulchsaat in allen Kulturen, Strip-Till und die Regenwürmer haben es dir angetan“. Und dabei habe er es verstanden, die Landwirte zu beflügeln. Er habe aber auch Schwächen, gab Dr. Laurenz offen zu: „Diplomatie-Gene haben mir meine Eltern nicht mitgegeben. Und das hat mich eine Stelle in der Zentrale gekostet.“

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