13 Prozent der Eltern im Kreisjugendamts-Bezirk mit Öffnungszeiten nicht zufrieden
Spätere Kita-Abholzeiten gewünscht

Kreis Coesfeld. Die meisten Kitas schließen zwischen 16 und 16.30 Uhr. Für etliche berufstätige Eltern ist das zu früh – das ergab jetzt eine Befragung im Bezirk des Kreisjugendamtes, zu dem alle Städte und Gemeinden außer Coesfeld und Dülmen gehören. 424 (14,4 Prozent) der Väter und Mütter, die den Bogen zurückschickten, würden ihre Kinder regelmäßig lieber später abholen. 1240 Familien (40,7 Prozent) hätten zumindest unregelmäßig Bedarf für längere Öffnungszeiten bis 18.30 Uhr. 138 (3,9 Prozent) wünschen sich sogar Abholzeiten zwischen 18.30 Uhr und 20 Uhr. Jetzt soll geprüft werden, wie diese Wünsche umgesetzt werden können. „Das Ergebnis hat uns in unserem Antrag bestärkt“, hob Enrico Zanirato (FDP) im Jugendhilfe-Ausschuss des Kreistages hervor. Seine Fraktion hatte die Elternbefragung angeregt. Offensichtlich sei der Bedarf groß.

Montag, 12.06.2017, 18:46 Uhr

13 Prozent der Eltern im Kreisjugendamts-Bezirk mit Öffnungszeiten nicht zufrieden : Spätere Kita-Abholzeiten gewünscht
Auf der Weitblickwiese in Billerbeck haben Kinder der Kita Johann Heermann beim Spiel mit dem feuchten Nass Spaß. Kreisweit wünschen sich viele Eltern eine Ausweitung der Öffnungszeiten der Einrichtungen. Das ergab eine Befragung. Foto: Archiv

Das sah auch Wolfgang Dropmann (Grüne) so. „Die Öffnungszeiten sind zu schmal“, konstatierte er. Man sehe aber an den Rückläufen auch, dass die Erwartungen der Eltern unterschiedlich seien. Für die SPD befürwortete Birgit Hülk eine „Testphase“, in der man verlängerte Öffnungszeiten vor allem in den Orten mit dem erkennbar höchsten Bedarf (Lüdinghausen und Nottuln) anbieten könnte. Jugendhilfe-Dezernent Detlef Schütt verwies darauf, dass verlängerte Öffnungszeiten am Ende eine Frage des Geldes seien. Laut Befragung wären 1517 Familien bereit, einen zusätzlichen Beitrag für die Betreuung außerhalb der Öffnungszeiten zu leisten – davon fast die Hälfte bis zu fünf Euro pro Stunde, 37 Prozent bis zu sieben Euro und 15 Prozent bis zu zehn Euro. Schütt schlug vor, zunächst den Ausgang der Koalitionsverhandlungen in Düsseldorf abzuwarten, bevor im Kreis Coesfeld Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Ausschussvorsitzender Ludger Wobbe freute sich über die hohe Rücklaufquote bei der Befragung. Von 7962 Fragebögen sind 3867 zurückgeschickt oder online beantwortet worden. Das sind fast die Hälfte. Befragt worden waren Eltern mit Kindern im Alter von 0 bis 7 Jahren (bei Kindern im ersten Schuljahr nach den zurückliegenden Erfahrungen).

Nicht nur später abholen – auch früher bringen würden einige Eltern ihre Kinder gerne. Allerdings sind das deutlich weniger als diejenigen, die eine längere Öffnungszeit am Abend befürworten. Für immerhin 6,8 Prozent der Familien (189) wäre eine Kita-Öffnung vor 7 Uhr wünschenswert, 16,3 Prozent (484) würden einzelne Tage mit früherer Öffnung ausreichen. Die meisten Einrichtungen im Kreisjugendamtsbezirk öffnen derzeit um 7.15 Uhr.

Insgesamt sind 87 Prozent der Befragten mit den derzeitigen Öffnungszeiten zufrieden, 13 Prozent unzufrieden.

Wie haben die Eltern die Lücken bei der Betreuung bisher geschlossen? Fast 80 Prozent haben die Betreuung in den Randzeiten privat über Familie, Bekannte und Freunde organisiert, nur 14 Prozent über eine selbst oder öffentlich finanzierte Tagesmutter.

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