Kreisausschuss mit großer Mehrheit für Umzug / Kritik an Südkreis-Vorstoß: „Lokale Interessen“
Förderschule soll nach Nottuln

Kreis Coesfeld. Nach einigem Hickhack ist die Entscheidung im Kreisausschuss gefallen: Die Astrid-Lindgren-Förderschule soll von Lüdinghausen nach Nottuln umziehen. Der Kreisausschuss stimmte mit großer Mehrheit für diese Lösung.

Donnerstag, 22.06.2017, 18:49 Uhr

Kreisausschuss mit großer Mehrheit für Umzug / Kritik an Südkreis-Vorstoß: „Lokale Interessen“ : Förderschule soll nach Nottuln
Der Kreisausschuss stimmte nun mit Mehrheit für einen Umzug in die ehemalige Geschwister-Scholl-Schule (Foto) in Nottuln. Foto: Archiv

Es gab nur eine Gegenstimme und eine Enthaltung. Die Bedenken, die Bürgermeister aus dem Südkreis äußerten, teilten die Politiker mehrheitlich nicht.

Vorausgesetzt, der Kreistag gibt grünes Licht (28.6.), werden die rund 145 Schüler und ihre Lehrer nach einer Sanierung in die zurzeit leer stehende, ehemalige Geschwister-Scholl-Hauptschule umziehen. Geschätzte Kosten für die Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes: rund drei Millionen Euro.

„Es geht darum, für die Schüler das beste Ergebnis zu finden“, verteidigte Klaus-Viktor Kleerbaum (CDU) die Bedenkzeiten, die sich die Politiker in den Ausschüssen zuvor genommen hatten. „Es ist sehr bedenklich, dass versucht wird, aufgrund lokaler Interessen ein gutes System zu unterwandern“, kritisierte er. Lüdinghausens Bürgermeister Richard Borgmann hatte Landrat Dr. Christian Schulze Pellengahr vor der Sitzung mit der Bitte kontaktiert, dass das Gremium noch keine Entscheidung treffen möge. Eine entsprechende Mail traf während der Sitzung ein.

Die SPD hatte einen Fragenkatalog eingebracht, der sich laut Vorsitzenden Carsten Rampe nach der Fraktionssitzung tags zuvor ergeben hat.

Norbert Vogelpohl (Grüne) kritisierte, dass die „offenen Fragen“ ja schon längst geklärt seien, und drängte auf eine Entscheidung. „Uns geht es darum, dass die Schule im nächsten Jahr laufen kann.“ Kleerbaum hingegen stellte es lobend hervor, dass die SPD die Kernfragen noch einmal aufgriff und die Kreisverwaltung sie beantwortete. „Wir haben selten so umfassend diskutiert und haben uns nicht unter Bürgermeister-Druck aus dem Südkreis setzen lassen“, meinte er. Das sei positiv zu werten, schließlich gehe es um das Wohl aller Betroffenen im Kreis. „Woraus leiten Andere ab, dass sie die Zentralität des Kreises bilden?“ fragte er in Richtung der Kritik aus dem Südkreis. Darauf stieg auch Henning Höne (FDP) ein: „Es dreht sich um die Frage, wo man bestmöglichen Unterricht machen kann und nicht um Nordkreis gegen Südkreis.“ Er erinnerte daran, dass sich die Schulkonferenz einhellig für das Gebäude in Nottuln ausgesprochen habe.

Landrat Schulze Pellengahr sagte, dass die Verwaltung intensiv Alternativen abgeklopft habe, auch was einen Neubau in Lüdinghausen angehe. Als beste Lösung habe sich Nottuln herauskristallisiert.

Die Bürgermeister aus Lüdinghausen, Senden, Olfen, Ascheberg und Nordkirchen forderten unter anderem eine Schulentwicklungsplanung, bei der auch die Auswirkungen auf die Nachbarkreise betrachtet werden, besonders auch auf den Kreis Unna. Die mittelzentrale Funktion der Stadt Lüdinghausen dürfe nicht vergessen werden. Sie bezweifeln, ob eine Sanierung des denkmalgeschützten Gebäudes in Nottuln tatsächlich günstiger als ein Neubau wäre.

Antworten aus Sicht der Kreisverwaltung auf Fragen der SPD:

--- Raumkonzept: Nottulner Gebäude bietet aus Sicht der Förderschulleitung sehr gute Möglichkeiten.

-- Bus- und Bringzeiten: Nottuln gerechter, da zentraler.

Abriss und Neubau teurer als Nutzung des vorhandenen Gebäudes in Nottuln.

Keine Gefährdung der Schule durch Umzug. Auch der Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung äußert sich dahingehend nicht negativ. Eher ist mit einer Steigerung der Anzahl an Förderschülern zu rechnen.

Kooperation mit der Förderschule Ahlen: Keine Probleme durch Umzug nach Nottuln.

Förderschule mit zwei Teil-Standorten keine Alternative.

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