Nach 24 Jahren: Rita Schwiddessen übergibt Geschäftsführung an Oliver van Nerven
Wachwechsel bei der „Wohnungsbau“

kreis Coesfeld. „Kinderreiche Familien – damit fing ich an.“ Rita Schwiddessen kann sich noch gut daran erinnern, woher hauptsächlich die Nachfrage nach Wohnungen kam, als sie vor 24 Jahren als Geschäftsführerin bei der Wohnungsbau- und Siedlungsgenossenschaft (Wohnungsbau) für den Kreis Coesfeld anheuerte. Sie hat in dieser Zeit den steten Wandel hin von großen zu eher kleinen Einheiten erlebt, der der demografischen Entwicklung im Kreis Coesfeld folgte. „Etwa seit der Jahrtausendwende schaffen wir vor allem kleinere barrierefreie Wohnungen“, berichtet die 65-jährige Emsdettenerin, die jetzt in den Ruhestand verabschiedet wurde, im Gespräch mit unserer Zeitung. Senioren, Paare, kleine Familien und Singles bleiben auch für ihren Nachfolger Oliver van Nerven die wichtigsten Zielgruppen. Der 52-jährige Grevener, der zuvor Abteilungsleiter bei der Wohn- und Stadtbau Münster war und drei Monate lang von Schwiddessen eingearbeitet wurde, sieht weiter Bedarf, im Kreis Coesfeld öffentlich geförderte Wohnungen neu zu bauen – auch wenn es aktuell dazu noch keine spruchreifen Beschlüsse gibt. Zwei Bauprojekte hat er noch von seiner Vorgängerin übernommen: Neue Kitas sollen in Coesfeld (Liebfrauen am Schützenwall mit vier Gruppen) und Dülmen (im IGZ mit fünf Gruppen) entstehen.

Montag, 03.07.2017, 18:56 Uhr

Nach 24 Jahren: Rita Schwiddessen übergibt Geschäftsführung an Oliver van Nerven : Wachwechsel bei der „Wohnungsbau“
Amtsübergabe im Kreis der Mitarbeiter: Die scheidende Geschäftsführerin Rita Schwiddessen (5. v. l.) heißt Oliver van Nerven (4. v. l.) als Nachfolger willkommen. Er ist ab sofort Chef der sechs Genossenschaftsangestellten (v. l.) Christa Roters, Katrin Bußkönning, Manuela Musholt, Olga Kasperski, Stefan Rudde und Christiane Korte. Foto: Detlef Scherle

Schwiddessen bescheinigt der Neue, der verheirateter Vater von drei Kindern ist, ihm „ein sehr gut aufgestelltes Unternehmen“ übergeben zu haben. „Die Genossenschaft ist sehr gut gemanagt worden“, stellt er vor allem mit Blick auf Instandhaltung und Modernisierung der Wohnungen in Dülmen, Coesfeld, Billerbeck und Rosendahl fest. Diesen Prozess der steten Erneuerung will er im Interesse der Mieter, die ja auch Anteilseigner sind, fortsetzen. „Sie stehen bei uns weiter im Mittelpunkt“, stellt er klar. Auch an der Vielzahl von Aktionen zur Mieterbindung (z. B. Blumenschmuckwettbewerbe) will er deshalb festhalten. „Natürlich habe ich auch neue Ideen, aber zunächst einmal möchte ich ein Gefühl der Kontinuität vermitteln“, erklärt er.

Bei ihrer Verabschiedung hat Schwiddessen ein Buch mit Fotos aus den 24 Jahren geschenkt bekommen, die sie für die Genossenschaft tätig war. 774 Wohnungen waren 1993 zu verwalten. Zurzeit sind es über 1200. Das Eigenkapital des Unternehmens verdreifachte sich – auf heute 14 Millionen Euro. Das alles erreichte Schwiddessen mit einem kleinen Mitarbeiterteam, das in all den Jahren nur geringfügig von fünf auf sechs Personen aufgestockt wurde. Sie war mit Leib und Seele Geschäftsführerin. Hat Sie einen Tipp für ihren Nachfolger? „Arbeiten Sie, aber nicht zu viel. Sie müssen auch Zeit zum Denken haben“, gab sie mit einem Augenzwinkern den Hinweis eines Aufsichtsratsmitglieds weiter, den sie selbst bei ihrem Einstand erhalten hatte.

Für ihren Ruhestand hat sie noch keine großen Pläne. Den will sie nun erstmal auf sich zukommen lassen. „Erstmal entspannen und zur Ruhe kommen.“ Und danach ein Ehrenamt übernehmen – soweit die ersten Überlegungen.

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