Olfen bietet auf der Stever ein besonderes Freizeitvergnügen für die ganze Familie an
Auf Floß Abstand vom Alltag finden

OLFEN. Im Hintergrund hört man leise das Wasser. Ein Storch fliegt gerade von seinem Horst, auf der Suche nach Nahrung. Enten schwimmen am Uferrand und Rinder grasen ganz gemütlich auf der Aue. Auch die Pferde und Esel lassen sich durch das vorbeifahrende Floß nicht aus der Ruhe bringen.

Freitag, 14.07.2017, 17:13 Uhr

Olfen bietet auf der Stever ein besonderes Freizeitvergnügen für die ganze Familie an : Auf Floß Abstand vom Alltag finden
Mit Kind und Kegel die Seele baumeln lassen, können die Teilnehmer der Floßfahrten. Ole Schröder (Mitte) ist einer von sechs Flößern, die sie sicher über den Fluss steuern und ihnen auch die tierischen Besonderheiten der Steveraue – vom Storch bis zum Esel – erklären. Foto: vm

Das alles kann man an der Steveraue in Olfen hautnah erleben. Dort fährt nämlich ein Floß während der Sommermonate über die Stever.

Ursprünglich gehörte dieses Floß namens Antonia der Stadt Haltern, denn es brachte Fußgänger und Fahrradfahrer auf die andere Seite der Stever. Dann kam die Idee, Politiker über die Stever zu fahren, um ihnen zu zeigen, wohin die Fördergelder für die Renaturierung gehen. Als die Olfener das mitbekamen, wollten sie sich dieses Stevererlebnis nicht entgehen lassen. Als Haltern die Fähre nicht mehr wollte, kaufte Olfen sie ab, baute einen Elektromotor ein und bietet nun Floßfahrten für alle an.

Im ersten Jahr gab es 185 Fahrten, die letzten Jahre waren es circa 650 und dieses Jahr stellen die Olfener mit schon heute über 700 eine neue Bestmarkte auf, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Das Konzept funktioniert also und von überall her kommen die Besucher. „Wir haben hier Familien, Freunde, Kegelausflüge, Grundschulklassen und andere Ausflugsgruppen. Die jüngsten Floßfahrer waren gerade erst geboren, die Älteste 103 Jahre“, sagt Ole Schröder, einer der sechs Floßfahrer, der die Besucher durch die Steveraue führt.

Was die Menschen an der Floßfahrt fasziniert, kann er sich leicht vorstellen: „Die Menschen lieben die Ruhe und bekommen so Abstand vom Alltag.“ Denn durch den Elektromotor gibt es kaum Hintergrundgeräusche und man kann die Natur genießen. Ein weiterer Grund sind wohl die renaturierten Flächen der Steveraue, die es hier in der Gegend so kein zweites Mal gebe.

Und da ist es klar, dass viele Besucher auch gerne wiederkommen, denn zu so einer anderthalbstündigen Floßfahrt von der Kökelsumer Brücke bis zum Steverstrand können viele kaum „Nein“ sagen.

Auch die fünfjährige Sophie aus Datteln ist schon zum zweiten Mal mit ihren Eltern auf dem Floß, nur dass sie sich an das erste Mal kaum erinnern kann. Da war sie nämlich gerade ein Jahr alt. „Mir gefallen die Esel am besten“, erklärt sie ganz begeistert.

Denn neben den ganzen Vögeln wie den Störchen auf den beiden Horsten, den vielen Eisvögeln, Fischreihern, Enten und Gänsen gibt es auch große Tiere. Rinder, Pferde und eben Esel wurden vor einigen Jahren nach Olfen gebracht und leben dort nun frei an den Ufern. Auch Karin Rohmann genießt mir ihrem 17 Monate alten Sohn und Mann die Fahrt: „Man hat eine ganz andere Perspektive auf die Aue, wenn man das alles von einem Floß aus sieht.“ Zum ersten Mal ist die Olfenerin auf dem Floß, aber bei einem ist sie sich sicher: Diese Fahrt hätte sie schon viel eher machen sollen.

Während der ganzen Tour erklärt Schröder einiges über die Steveraue, über ihre Geschichte und die Tiere, die dort leben. Er selbst ist nur 500 Meter von der Stever entfernt aufgewachsen und befuhr den Fluss schon als Jugendlicher mit dem Kanu. Damals beobachtete er mit einem Kumpel die Eisvögel und die beiden hatten Fantasie: „Wenn wir groß sind, machen wir hier eine Safari.“ Da freut Schröder sich natürlich, dass das jetzt doch irgendwie geklappt hat. | www.olfen.de/tourismus/aktivitaeten/rund-ums-wasser/flossfahren.html

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